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Kaum ein Thema wird seit einigen Jahren so intensiv und kontrovers diskutiert wie der Umgang mit digitalen Medien und künstlicher Intelligenz – und ihren Auswirkungen auf unser Wohlbefinden.

Ständig haben wir mit Neuerungen im digitalen Bereich zu tun. Während dies einerseits große Arbeitserleichterungen bedeuten kann, fordert es uns jedoch auch heraus, uns permanent an neue Standards anzupassen.

Für Kinder und Jugendliche, deren Nervensystem noch in der Entwicklung ist, hat Digitalität eine andere Tragweite als für Menschen, die im analogen Zeitalter herangewachsen sind.

In diesem Artikel möchte ich kritisch beleuchten, welche Auswirkungen ein zunehmend digitaler Lebensstil auf die Entwicklung und Veränderung des Nervensystems hat. Und auch, welche Konsequenz dies für den sozialen Umgang miteinander haben kann.

Digitalität und Nervensystem – warum eine gemeinsame Betrachtung?

Seit Jahrzehnten befinden wir uns in einem kulturellen Wandel, der sich vom Analogen hin zum Digitalen vollzieht. 

Dieser Wandel wirkt sich nicht nur unmittelbar darauf aus, wie wir als Individuen die Welt erleben. Er hat als Massenphänomen die Tragweite einer grundlegenden kulturellen Veränderung, weil wir alle damit konfrontiert sind.

Digitalisierung und Digitalität

Unter Digitalisierung verstehen wir die Umwandlung analoger in digitale Prozesse. Früher haben wir in ein Lexikon geschaut, wenn wir eine Frage hatten. Heute verwenden wir eine Suchmaschine, um die entsprechenden Antworten zu bekommen.

Digitalität beschreibt die Konsequenz der Digitalisierung auf unser kulturelles und soziales Leben. Das bedeutet, neue Handlungs- und Kommunikationsnormen, veränderte soziale Strukturen und auch die Auswirkung auf die eigene Identität.

Wurden etwa im Analogzeitalter Briefe geschrieben, in denen die eigene Befindlichkeit ausführlich beschrieben wurde, braucht es dazu im Zeitalter der Messenger maximal ein Emoji. Kommunikation im digitalen Alltag wird kürzer und fragmentierter – das ist die heutige Normalität.

Was definiert Digitalität?

In seinem Buch „Kultur der Digitalität“ definiert der Zürcher Professor Felix Stalder drei Kernprinzipien, die Digitalität definieren: Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmitzität.

Um mit immer mehr Information und Unvorhersehbarkeit umzugehen, versuchen Menschen, sich mithilfe der neuen Technologien in virtuellen Gemeinschaften zusammenzuschließen.

Das Entstehen von Filterblasen, die durch Algorithmen bestimmt werden und Menschen mit ähnlichem Suchverhalten miteinander vernetzen, kreiert ein Empfinden von virtueller Gemeinschaft.

Allerdings fehlen dort häufig Verschiedenartigkeit und Differenzierung, weil Menschen jeder Couleur sich vorrangig in ihrer eigenen Blase informieren und vernetzen und daher wenig mitbekommen vom Rest der Welt.

Wie entwickelt sich das Nervensystem?

Wenn wir auf die Welt kommen, sind wir mit einem Überfluss an Nervenzellen ausgestattet. Im Laufe unserer Entwicklung vernetzen sich die Nervenzellen, die häufiger gemeinsam aktiv sind, zu neuronalen Netzwerken. Neurons that fire together, wire together.

Diese Entwicklung vollzieht sich in einer bestimmten Reihenfolge.

Ganz grob vereinfacht, entwickeln sich zunächst (in den ersten anderthalb Lebensjahren) die motorischen und sensorischen Hirnareale. Babys wollen alles in die Hand nehmen oder in den Mund stecken, um das Objekt ihres Interesses sinnlich zu erfassen. Sie wollen die Welt buchstäblich be-greifen.

In dieser Phase entwickelt sich das limbische System, das mit Emotionsregulation zu tun hat. In den ersten drei Lebensjahren benötigen Kleinkinder andere Menschen, die sie unterstützen, mit ihren Emotionen zurechtzukommen.

Wenn sie in einer liebevollen, co-regulierenden Umgebung aufwachsen, lernen sie etwa, das Unwohlsein zu halten und zu spüren: Gerade ist es schlimm. Und es geht wieder vorbei.

Ungefähr vom dritten bis zum sechsten Lebensjahr beginnt der präfrontale Kortex (ein Teil des Großhirns), sich zu entwickeln. In diesem Alter lernen Kinder, selbst mit Frustration und anderen Emotionen umzugehen. Von der Co-Regulation über die Bezugspersonen entwickeln sie sich zur Selbstregulation hin.

Im freien Spiel entwickeln wir Fantasie und lernen, in Metaphern zu denken. Dies sind Fähigkeiten, die wir benötigen, um kreativ zu werden (Lösungen zu finden) und uns selbst zu regulieren.

Die vollständige Entwicklung des Großhirns zieht sich bis ins frühe Erwachsenenalter. Während der Pubertät ist das limbische System noch sehr aktiv, während sich die Vernunft noch entwickelt. Der Botenstoff Dopamin, der mit Belohnung zu tun hat, spielt hier eine große Rolle.

Der Hausputz im Gehirn

So wie wir Pflanzen regelmäßig beschneiden, damit die Kraft in die stärksten Triebe geht, gibt es in der Hirnentwicklung ein ähnliches Phänomen: das synaptische Pruning

Immer wieder werden Synapsen, die nicht regelmäßig genutzt werden, getrennt. Use it or lose it, heißt hier die Devise. Die bestehenden synaptischen Verbindungen (und in der Konsequenz unsere Prägungen oder Gewohnheiten) werden so gestärkt.

Der größte Hausputz findet in der Jugend statt. Daher wirken Prägungen, die wir bis zu dieser Zeit erleben, intensiver als die Gewohnheiten, die wir später entwickeln.

Menschen, die nicht lernen konnten, sich selbst zu beruhigen (Entwicklung des Präfrontalkortex), verlieren eher den Blick auf die längerfristigen Konsequenzen ihres Handelns. Sie werden stärker von ihren Emotionen und Kompensationsstrategien gesteuert und sind somit anfälliger für die kurzfristige Bedürfnisbefriedigung.

Mit anderen Worten: Sie werden suchtanfälliger, weil sie ihre Not durch innere Leere kompensieren müssen.

Use it or lose it

In der Konsequenz bedeutet dies: Was wir regelmäßig tun, prägt unser Nervensystem, und wir entwickeln darin Routine. Je früher wir eine Gewohnheit entwickeln, desto mehr verfestigt sie sich. Was wir nicht regelmäßig tun, fällt uns schwerer. Was wir nicht tun, weil wir es delegieren, lernen wir nicht.

Hierzu ein kleines Beispiel aus dem Alltag. Als es noch Telefone ohne Rufnummernspeicher gab, konnte ich mindestens zwanzig Telefonnummern auswendig, weil ich sie regelmäßig gewählt habe. Der Bewegungsablauf über die Wählscheibe oder später die Tasten hat sich dabei besser eingeprägt als die Zahlen selbst. 

Seitdem ich ein Smartphone habe und die Nummern speichere, ist mir diese Fähigkeit abhanden gekommen. Zwar sehe ich die Zahlen, aber sie prägen sich mir nicht ein, weil sie nicht mit einem Bewegungsablauf verknüpft sind.

Wie viele Telefonnummern weißt du auswendig?

Auswirkungen von Digitalität auf das Nervensystem


Ein zunehmend digitaler Lebensstil wirkt sich auf sämtliche Lebensbereiche aus. Dabei wirken vielfältige Faktoren.

Entkörperung und sensorische Verarmung

In einem Alltag, der zunehmend von digitalen Geräten und dem Umgang damit bestimmt ist, geht sensomotorische Wahrnehmung verloren. Unser Erleben wird entsinnlicht.Das Gefühl für den eigenen Körper und dessen Handlungsfähigkeit hat einen unmittelbaren Zusammenhang mit unserem Selbstgefühl. 

Wie wir uns in der Umgebung wahrnehmen und wie wir uns dabei innerlich fühlen, hilft uns bei der Orientierung in der Welt und stärkt unser Selbstgefühl und Selbstbewusstsein.

Je weniger wir Welt „begreifen“ (ganzheitlich wahrnehmen) und je mehr wir Welt „verstehen“, also rein intellektuell erfassen und analysieren, desto mehr berauben wir uns der Fähigkeit, die Welt sinnlich zu erleben. Damit geht häufig auch das Empfinden von Verbundenheit verloren.

Wenn wir etwas tun und damit erfolgreich sind (etwa einen Text verfassen oder eine mathematische Gleichung lösen), entwickeln wir dadurch ein Gefühl der Selbstwirksamkeit. Delegieren wir hingegen konstant Aufgaben, können wir dieses Gefühl nicht erlangen.

Reizüberflutung und Dysregulation

Leben im zunehmend digitalen Raum bedeutet auch Leben mit einer zunehmenden Flut von Reizen. Ein Mitteleuropäer der heutigen Zeit verarbeitet am Tag so viele Informationen wie ein Mensch im Mittelalter in seinem ganzen Leben!

Gleichzeitig mit der stetig zunehmenden Flut an v.a. visuellen und akustischen Reizen werden unsere sozialen Kontakte immer weniger. Das bedeutet auch, dass wir mehr Input und weniger Möglichkeit zur Co-Regulation haben. (Warum ich zur Co-Regulation Menschen aus Fleisch und Blut für geeigneter halte als virtuelle Kontakte, erkläre ich später.)

Besonders Menschen, die unter den Folgen von frühem Trauma leiden und deren Stresstoleranzfenster nicht besonders groß ist, sind anfällig dafür, bei diesem Missverhältnis von Reiz und Verarbeitungsmöglichkeit aus der Präsenz zu fallen.

Häufig wird die digitale Reizmenge auch gezielt wie ein Suchtmittel benutzt, um sich wegzubeamen, zu betäuben.

Digitalität und Nervensystem – Junge spielt online

Die Folgen der Entkörperung

Lernen, das den Körper außen vorlässt, bewirkt meist nur eine kurzfristige Ansammlung von Wissen und ist nicht nachhaltig. Wer sich je das Wissen für eine Klausur „draufgeschaufelt“ hat, und es ein Jahr später nicht mehr präsent hatte, weiß, wovon ich spreche.

Ganzheitliches Lernen schließt neben Augen und Ohren auch unsere anderen Sinne ein. Siehe das Beispiel der Telefonnummern. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. 

Lernen braucht auch Pausen, in denen sich das Gelernte integrieren kann. Und Pausen sind Mangelware in der digitalen Welt mit ihrer konstanten Verfügbarkeit von Input.

Auffällig ist auch die rasante Zunahme der Diagnosen ADS/ADHS. Schnell wechselnde Inhalte, hauptsächlich Kurzvideos, trainieren das Gehirn auf eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und ein schnelles Tempo. Mit anderen Worten: Das Nervensystem ist durch die permanente Überstimulation chronischem Stress ausgesetzt. 

Wer ständig mit Bildern und Kurzvideos überflutet wird, entwickelt außerdem weniger eigene innere Bilder. Ohne die Fähigkeit zur Fantasie aber wird es schwieriger, kreativ zu werden und Lösungen zu finden. Beides sind Fähigkeiten, die unsere Selbstwirksamkeit steigern.

Denken, Gedächtnis und Imagination unter digitalen Bedingungen

Wenn wir digitale Unterstützung nutzen, hängt die Qualität der Antworten häufig davon ab, welche Fragen wir stellen. 

Wer über sein Fachgebiet etwas weiß, stellt andere Fragen als jemand, der dieses Wissen nie erworben hat. Und kann auch prüfen, ob die Antworten der KI stimmig sind. 

Immer wieder geben Sprachmodelle wie ChatGPT, Claude oder Gemini falsche Antworten. Wer das nicht prüfen kann, weil ihm oder ihr die Expertise fehlt, läuft Gefahr, mit diesen Fehlinformationen weiterzuarbeiten.

Wer alles der KI überlässt, büßt seine eigene Urteilskraft ein, weil die Wissensgrundlage dazu nicht vorhanden ist. Besonders gravierend kann sich dies auswirken, wenn es um Gesundheitsfragen geht.

Wer hingegen über ein Wissen zum angefragten Thema verfügt, kann die KI ergänzend einsetzen.

Die Konsequenz der Externalisierung und Digitalisierung von Wissen ist eine zunehmende Unterentwicklung kognitiver Fähigkeiten. Was du nicht selbst tust, lernst du nicht.

Lernen mit und ohne digitale Unterstützung

Eine Studie des MIT in Boston von Kosmyna et al. kam zu dem Fazit, dass der Lerneffekt, den wir mit Internet- oder KI-Unterstützung haben, signifikant geringer ausfällt, als wenn wir uns selbst mit Themen auseinandersetzen.

Probanden, welche Aufsätze ohne digitale Unterstützung erstellt hatten, waren später am besten mit dem Stoff vertraut. Die Probanden, welche Suchmaschinen verwendeten, hatten deutlich weniger Wissen über den Inhalt. Die Probanden, die ihren Aufsatz mit einem Sprachmodell verfasst hatten, waren kaum mit dem Inhalt „ihres“ Werkes vertraut.

„Wir helfen Menschen so lange beim Laufen, bis sie nicht mehr laufen können. Und wir helfen ihnen so lange beim Denken, bis sie nicht mehr denken können.“

Joachim Bauer

Digitalität und Beziehungen

Leben im zunehmend digitalen Raum wirkt sich auch auf unsere Beziehungen aus.

Während es einfacher wird, auch über größere räumliche Entfernungen mit seinen Lieben in Kontakt zu bleiben, wird häufiger über Gefühle der Einsamkeit berichtet. 

Wie erfüllend sind also Beziehungen, die immer mehr digital gepflegt werden? Und was führt dazu, dass digitale Kommunikation nicht die gleiche Erfüllung bietet wie leibhaftige Begegnung?

Einschränkung nonverbaler Kommunikation

Während wir in einer persönlichen Begegnung den anderen Menschen umfassend wahrnehmen können, ist dies in der digitalen Kommunikation nur eingeschränkt möglich.

Wenn sich zwei Menschen im analogen Leben begegnen, lesen sie zunächst den körpersprachlichen Ausdruck. Welche Körperhaltung hat das Gegenüber? Wie ist der Gesichtsausdruck? Wie bewegt sich die Person? Wo positioniert sie sich in Bezug auf mich? Wahrt sie Abstand? Kommt sie näher? Zu nah?

Körpersprache macht ungefähr zwei Drittel der Kommunikation mit einer anderen Person aus.

Auch die Stimme verrät einiges über uns und unser Gegenüber. Das bekommen wir in Sprachnachrichten oder Videos relativ gut mit. Ungefähr ein Viertel der Kommunikation erleben wir über die Stimme. Klingt sie weich oder hart? Leise oder laut? Spricht die Person schnell? Macht sie viele Worte oder äußert sie sich knapp?

Sieben Prozent, die dann noch verbleiben, sind Daten, Zahlen und Fakten. Das, was wir in einer Textnachricht ausdrücken können, ist also nur ein Bruchteil der insgesamt möglichen Kommunikation.

Digitalität und Einsamkeit

Sinnlich verarmte Kommunikation birgt das Risiko von Missverständnissen und Entfremdung. Und wer von sich und den anderen entfremdet ist, fühlt sich eher einsam.

Viele Menschen, die regelmäßig im digitalen Raum unterwegs sind, berichten daher trotz eines großen digitalen „Freundeskreises“ über Einsamkeitsgefühle. Besonders dann, wenn sie nur wenige oder keine analogen Kontakte pflegen.

Seit der Verbreitung von Smartphones berichten immer mehr Menschen über massive Gefühle der Isolation. Um echte Verbundenheit zu empfinden, braucht es offensichtlich mehr als eine Textantwort.

Synthetische Beziehungen

Andere Menschen bauen eine synthetische Beziehung zu einem Sprachmodell auf oder verlieben sich in personalisierte Chatbots (Companion-Chatbots).

Die Frustration über unerfüllende analoge Beziehungen kann dazu führen, dass sich Menschen eher digital „verbinden“.

Weil diese virtuellen Entitäten keine eigenen Bedürfnisse haben und sich im Laufe der Zeit immer besser an das analoge Gegenüber anpassen, bieten sie die scheinbar „perfekte“, weil konfliktfreie Beziehung an.

Wenn es im „echten Leben“ nicht läuft, bieten digitale Beziehungen eine Gelegenheit zur Flucht in den virtuellen Raum. Leider fehlt damit aber die Möglichkeit, die eigene soziale Kompetenz zu erweitern. 

Dazu benötigen wir die Reibung, die in Begegnungen zwischen Menschen gelegentlich entsteht, ebenso wie echte Resonanz und Spiegelung.

Wer überwiegend gelernt hat, ein gefälliges und chronisch freundliches „Gegenüber“ zu haben, kann später Schwierigkeiten haben, leibhaftigen Menschen zu begegnen

Denn kein Mensch aus Fleisch und Blut ist perfekt, permanent freundlich und gewillt, sich dauerhaft auf uns abzustimmen. Das kann in der analogen Welt zu Frustration führen.

Der Chatbot als Therapeut

Dies hat auch für das therapeutische Feld Konsequenzen. Ich finde es angesichts der desolaten Versorgung mit Therapieplätzen mehr als verständlich, dass immer mehr Menschen KI auch als therapeutische Begleitung nutzen.

Immer häufiger bekomme ich Anfragen, die mit den Worten beginnen: Die KI hat gesagt…

Doch die Aufgabe einer guten Therapie ist neben Verständnis auch, die Klienten sanft zu konfrontieren und sie damit behutsam zu Entwicklungsschritten einzuladen. Eine chronisch freundliche KI tut genau dies nicht.

Durch die Zunahme synthetischer Beziehungen wird auch deutlich, wie essenziell es ist, sich in der Not an jemanden wenden zu können und nicht mit dem eigenen Leid allein zu bleiben. In der Not greift unser Bindungsinstinkt.

Dass unser Bedürfnis nach Bindung in synthetischen Beziehungen in voller Tiefe erfüllt wird, stelle ich jedoch entschieden infrage. 

Weil die Körperresonanz fehlt, fühlen wir uns nicht gefühlt. Diese Art echter Empathie kann ein Chatbot nicht leisten, sondern bestenfalls imitieren.

Enthemmung und Entmenschlichung

Durch den Mangel an unmittelbarer sinnlicher Rückmeldung im digitalen Raum fällt häufig die Hemmschwelle, die Menschen davon abhält, anderen zu schaden.

Wer nicht in das Gesicht seines Gegenübers schauen muss, hat es wesentlich leichter, einen abwertenden Kommentar zu hinterlassen oder die Person anderweitig zu diskreditieren.

Im Cybermobbing potenziert sich das Aggressionspotenzial. Denn in den unendlichen Weiten des Internets gibt es keinen Schutzraum. Was einmal online geht, ist kaum wieder zu löschen. Und selbst dann ist es auffindbar.

Der digitale Raum ist selektiv, nicht unendlich

Wenn wir uns über das Internet oder KI informieren, sollten wir uns dessen bewusst sein, dass nicht sämtliches Wissen, das es in der analogen Welt gibt, auch im digitalen Raum repräsentiert ist. 

Die analoge Welt ist wesentlich umfassender als das Internet. Folglich wird im Internet nur ein Ausschnitt der analogen Welt abgebildet.

KI-Sprachmodelle werden mit Informationen aus dem Internet trainiert. Da sich dort nicht in gleicher Dichte Informationen sämtlicher Schichten und Haltungen finden, geht das Anlernen der KIs automatisch mit einem Vorurteil einher.

Bevölkerungsgruppen, die nicht schwerpunktmäßig mit Sprache zu tun haben, werden mit großer Wahrscheinlichkeit weniger im Internet repräsentiert sein als jene, die ohnehin mit dem gesprochenen oder geschriebenen Wort umgehen.

Algorithmen und Selbstreferenzialität

Ein weiterer Punkt, der in der Betrachtung von Digitalität nicht zu unterschätzen ist, ist die Auswirkung der Algorithmen. Insbesondere in den sozialen Medien, doch auch auf Plattformen wie YouTube bestimmen Algorithmen, was du siehst.

Denn das Geschäftsmodell der Plattformbetreiber basiert darauf, dass du möglichst viel Zeit auf der Plattform verbringst. Das führt dazu, dass du mehr von deinen Lieblingsinhalten zu sehen bekommst und dadurch in einer Filterblase landest.

Leider verführt dies bei intensiver Online-Zeit zu der irrigen Annahme, dass die Welt (auch die analoge) so aussieht, wie unser persönlicher Feed es uns glauben lässt. 

Die Bereitschaft, sich mit Andersartigkeit auseinanderzusetzen, lässt nach, weil sie nicht geübt wird. Durch den Mangel an Dialog mit Andersdenkenden wird einer Spaltung auch auf gesellschaftlicher Ebene Vorschub geleistet – was einem demokratischen Miteinander nicht unbedingt förderlich ist.

Ein weiteres Mittel, um Nutzer auf den Plattformen zu halten, sind immer extremere Inhalte. Was bereits in den Printmedien funktioniert hat, potenziert sich im digitalen Raum.

Angstmache hält die Menschen im Bann. Der Hook (die Titelzeile) muss stimmen. Ein reißerischer Titel sorgt für viele Aufrufe, und die Zahl der Klicks ist der Gradmesser für den Erfolg des Kanalbetreibers. Besonders in den sozialen Medien wird dabei an die Angst, ausgeschlossen zu sein (FOMO), appelliert.

Auswirkungen auf das Nervensystem

Das Nervensystem ist die Summe unserer Gewohnheiten. Was wir Tag für Tag erleben, formt unser Gehirn. Dies entwickelt seine grundlegenden Fähigkeiten bis ins frühe Erwachsenenalter. 

Wer sich in dieser Lebensphase analoges Basiswissen aneignet (Welt be-greift), entwickelt ein besseres Körper- und Selbstgefühl und ist somit auch weniger anfällig für die digitalen Ersatzangebote.

Wer eher digital unterwegs ist, setzt sich durch eine Mischung aus Reizüberflutung, Algorithmen und persönlicher Isolation chronischem Stress aus, in der sich Fähigkeiten wie Selbst- und Emotionsregulation bestenfalls unter erschwerten Bedingungen, oft aber auch nicht entwickeln können.

Digitalität und Suchtverhalten

Auch in der analogen Welt ist Suchtverhalten eine weitverbreitete Kompensationsstrategie. Wer nicht in sich ruht, greift häufiger zu Substanzen, Alkohol, Essen, Sport, Sex, Arbeit – oder eben dem digitalen Endgerät, um der inneren Leere zu entfliehen.

Warum Menschen, die unter den Folgen von frühem Trauma leiden, stärker zu suchtartigen Verhaltensweisen neigen, habe ich in einem eigenen Blogartikel über Trauma, Sucht und Sehnsucht beschrieben.

Digitalsucht wird von den Plattformbetreibern billigend in Kauf genommen, damit die Nutzer mehr Zeit auf den Plattformen bleiben und ihnen mehr Daten liefern – an denen sie gut verdienen. Die Betreiber kreieren durch die Algorithmen das Problem und bieten gleichzeitig die Lösung an – Betäubung durch Doom-Scrolling.

Auch diese Strategie gibt es in der analogen Welt. In der digitalen Welt wirkt sie sich wegen der Menge der Reize und der sich ständig erhöhenden Taktzahl noch massiver aus – nicht zuletzt deshalb, weil Menschen sich mit ihren digitalen Endgeräten isolieren und aus analogen, leibhaftigen Kontakten lösen.

Besonders deutlich wird mir das, wenn ich etwa im Café Paare sehe, die kaum miteinander sprechen, aber bei jeder Gelegenheit nach dem Smartphone greifen.

Digital Natives und digitale Immigranten

Die Digital Natives, also nach ca. 1995 Geborene, sind die erste Generation, die mit Digitalität aufgewachsen ist. 

Menschen der sogenannten Generation Z verbringen im Durchschnitt täglich 6–7 Stunden vor ihrem Endgerät in digitaler Konnektivität, aber häufig ohne ausreichende echte Bindungen.

Dabei interessieren sich die Jungen eher für Onlinespiele, die Mädchen nutzen eher Social Media.

Dies bedeutet: mehr Input, weniger Co-Regulation und in der Folge ein dauergestresstes Nervensystem. Dabei können sie nicht auf eine vorherige analoge Erfahrung zurückgreifen.

Die Folge sind exponentiell zunehmende Gefühle von Einsamkeit und grundlegender Sinnentleerung. Damit einhergehend haben auch Ängste und Depressionen zugenommen.

Ähnlich wie frühes Trauma dazu führt, dass sich das Nervensystem anders entwickelt als in einer sicheren Umgebung, bewirkt auch das Aufwachsen mit Digitalität ein stressgeladeneres Nervensystem als in einer analogen Umgebung mit echter Begegnung und einem langsameren Tempo. 

Mit digitalen Geräten aufzuwachsen, produziert eine ähnliche Diskrepanz zwischen Dauerstress und Mangel an Co-Regulation.

In der Jugend ist der präfrontale Kortex, das Großhirn, noch nicht vollständig ausgereift. Lernen funktioniert in dieser Zeit noch über das Belohnungssystem, das von Dopamin gesteuert wird. Durch den digitalen Dauerkonsum bekommt das Nervensystem immer wieder Dopaminschübe

Die analoge Welt mit weniger Reizen und langsamerem Tempo bewirkt eine geringere Dopaminausschüttung. Wer viel Zeit vor dem leuchtenden Viereck verbringt, vermisst im realen Leben häufig den Kick, und der analoge Alltag erscheint langweilig und sinnlos.

Überwiegend analog durch die Pubertät zu kommen, und leibhaftige Kontakte zu pflegen, bildet offensichtlich ein gutes Fundament, sich später im digitalen Raum bewegen zu können, ohne allzu sehr aus dem Gefühl der Verbundenheit zu fallen. Selbstsicherheit verringert die Suchtgefahr – und die ist groß in der digitalen Welt.

Digitalität und Nervensystem – junge Frau am Smartphone

Digitalität und Körperbild

Im digitalen Raum erleben wir kein entsprechendes Bild der analogen Welt, sondern eine perfektionierte Verzerrung. Diese führt zu immer extremeren Normen, höherem Leistungsdruck und Selbstentfremdung.

Durch die Entkörperung des Erlebens im digitalen Raum geht das Gefühl für den eigenen inneren Kompass verloren und wird durch Außenorientierung ersetzt.

Wer sich selbst täglich mehrere Stunden lang durch einen Filter sieht, dem ist sein eigenes Spiegelbild fremd. Und genau dies muss dann angepasst werden. Körperschemastörungen und eine drastische Zunahme von Schönheitseingriffen sind die Folge.

Ich sehe im Stadtbild immer mehr Frauen, die sich immer ähnlicher sehen. Wie schade!

Die starke Normierung bestimmter körperlicher Merkmale uniformiert die digitale wie die analoge Welt auf eine groteske Weise. Die Freude an der Vielgestaltigkeit menschlichen Seins geht darüber häufig verloren. 

Haben wir uns früher mit den anderen im Viertel verglichen, gleichen wir uns heute mit dem Rest der Welt ab. Das erhöht den Druck gewaltig.

Sexualität und der digitale Raum

Auch auf die Entdeckung und Ausgestaltung der Sexualität hat das zunehmende Verweilen im digitalen Raum massiven Einfluss. Kaum ein 12-Jähriger, der nicht schon im Netz mit sexuellen Inhalten in Kontakt gekommen ist. 

Damit möglichst viel konsumiert wird, werden auf den gängigen Plattformen immer extremere Inhalte gezeigt. So wird auch hier Suchtverhalten begünstigt.

Das zärtliche Entdecken eigener Vorlieben und Grenzen im körperlichen und sexuellen Miteinander wird im Netz kaum bis gar nicht repräsentiert. Stattdessen orientieren sich Jungs wie Mädchen an klickoptimierten Inhalten. 

Mitunter entwickeln sie große Unsicherheiten, wenn ihr inneres, zartes Empfinden nicht mit den drastischeren Darstellungen im Netz korrespondiert. 

Dies kann dazu führen, dass sie über ihre eigenen Grenzen gehen, weil sie Angst haben, außen vor zu sein (FOMO). Andere junge Menschen entwickeln ihre Körperlichkeit und Sexualität nicht oder kaum.  

Im digitalen Raum findet somit auch eine Bahnung bestimmter Formen von Sexualität statt, der sich einige beugen, andere entziehen.

Der digitale Raum als Zuflucht

Im digitalen Raum ist es möglich, Gleichgesinnte zu finden, wenn sich in der näheren Umgebung niemand findet. Wenn Menschen niemanden Ähnlichen in ihrer Nähe haben (etwa eine queere Person in einem sehr konservativen Umfeld), können sie sich digital mit Menschen ähnlicher Haltung vernetzen und Verbundenheit finden.

In einer Welt, die zunehmend von Krisen geprägt ist, wird der digitale Raum jedoch auch genutzt, um realen Nöten zu entfliehen. 

Joachim Bauer spricht in diesem Zusammenhang von „digitaler Mystik“ als säkularer Ersatzreligion, die Unsterblichkeit verheißt und Schmerz lindert. Flüchteten Menschen früher in religiöse oder spirituelle Welten, erfüllt heutzutage der digitale Raum diese Funktion.

Zukunftsängste durch den immer komplexer werdenden Alltag und Dauerkrisenstimmung können so zumindest zeitweise ausgeblendet werden. Allerdings geht dies zulasten der Energie, die gebraucht wird, um den Alltag bestmöglich zu gestalten.

Zusammenfassung

Mit der Verschiebung in den digitalen Raum verändern sich Lernen, Arbeiten und unsere Beziehungen – sowohl zu uns selbst als auch zu Anderen.

Grundfähigkeiten wie Handschrift, Grundrechnen oder analoges Denken und Denken in Metaphern werden nicht entwickelt oder gehen verloren, wenn sie nicht zuvor analog erlernt wurden.

Das Nervensystem ist durch permanente Überstimulation und mangelnde Co-Regulation im Dauerstress.

Wissen wird konsumiert statt verinnerlicht, weil es nicht durch verkörperte Erfahrung vertieft wird.

Digitale Arbeitsplätze und private Digitalzeit isolieren Menschen. Wir brauchen jedoch analoge Begegnungen. In der Folge erleben mehr Menschen Ängste oder Depressionen, weil sie weniger co-reguliert sind.

In einer Welt, in der Lösungen von außen kommen, geht die eigene Fähigkeit, Lösungen zu entwickeln, gehen Fantasie und Kreativität verloren – wenn wir sie nicht immer wieder trainieren.

Eine Welt, die durch soziale Medien und digitalen Konsum geprägt ist, verbindet eine perfektionierte Außendarstellung mit dem Empfinden innerer Leere. Während der Zugang zum eigenen Inneren abnimmt, wird die Persona, der Avatar zur Marke stilisiert und überhöht. Je erfolgreicher die Personal Brand, desto mehr Follower hat sie. Häufig geht dies zulasten echter Kontakte.

Digitale Welten bieten die Gelegenheit, der realen Welt zu entfliehen, und sind gleichzeitig ein lukratives Geschäftsmodell. Über die Zusammenhänge von Social Media, Bindung und Erschöpfung wird es einen separaten Blogartikel geben.

Ohne den Widerstand, den die analoge Welt bietet, haben wir wenig Gelegenheit für Wachstum. Wir müssen buchstäblich unsere Muskeln und unser Gehirn aktivieren, um über uns hinauszuwachsen und uns zu entwickeln.

Gesundes Nervensystem in der Digitalität – wie ist das möglich?

Auch wenn ich in diesem Artikel die Auswirkungen digitalen Lebens sehr kritisch beleuchte – wir werden nicht wieder in ein analoges Zeitalter zurückkehren. Wir benötigen einen guten Umgang mit den digitalen Entwicklungen und der wachsenden Flut von Reizen.

Unser Nervensystem hat sich jedoch seit der Steinzeit nicht wesentlich weiterentwickelt. Es ist noch immer für ein langsameres, reizärmeres Leben konzipiert und konnte sich bisher nicht an unsere sich rasant entwickelnde Welt anpassen. 

Daher sind wir als Gesellschaft und als Menschheit gestresster als unsere Vorfahren. Der technische Fortschritt geht schneller voran, als wir uns als Spezies daran adaptieren können.

Wie können wir also mit einem „steinzeitlichen“ Nervensystem möglichst gut mit den Herausforderungen der Digitalität und ihrer Komplexität umgehen?

Sichere Bindung

Die beste Grundlage, sich entspannt und sicher in der analogen wie in der digitalen Welt zu bewegen, sind sichere Beziehungen.

Für Eltern kann dies bedeuten, ihr Kind nicht zu früh digitalen Medien auszusetzen. Noch wesentlicher ist jedoch, selbst präsent zu sein und eingestimmten Kontakt mit dem Kind aufzunehmen.

Immer wieder sehe ich Eltern, die ihr Kind tragen und den Spaziergang nutzen, um zu telefonieren oder unentwegt auf ihr Smartphone zu schauen, während sie den Kinderwagen schieben.

Wie mögen sich diese Kinder wohl dabei fühlen, wenn sie die elterliche Stimme hören, die an ihnen vorbeispricht? Wenn Eltern statt in ihr Gesicht auf ihr Smartphone schauen? Fühlen sie sich gefühlt? Fühlen sie sich gemeint? Fühlen sie sich verbunden?

Soziale Anbindung im echten Leben, über Freunde und Gemeinschaft, ist essenziell dafür, dass wir uns nicht in den sogenannten sozialen Medien oder der Welt der Onlinespiele verlieren, sondern sie als Ergänzung nutzen können – wenn wir das wollen.

Verkörperte Erfahrung – analog first

Lernen vollzieht sich nicht nur im Gehirn, sondern im ganzen Menschen. Daher lernen wir nachhaltiger, wenn der Körper einbezogen ist. Handschrift zu lernen ist ein anderer Schreibprozess als zu wischen oder zu tippen.

Praktisch angewandte Theorie bringt nicht nur Freude, sondern auch nachhaltigere Lernergebnisse und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. 

Gemeinsam ein Baumhaus zu bauen und darüber Mathematik, Baustoffkunde und Miteinander zu lernen, ist wesentlich erfüllender, als Formeln zu büffeln und dabei übers Tablet zu wischen.

Weil wir verkörperte Wesen sind, ist regelmäßige Bewegung essenziell. Unser Körper will in Gebrauch sein, um nicht zu verkümmern. Auch hier gilt: use it or lose it. Bewegung wirkt auch gegen Depressionen. 

Ähnlich wie eine KI mit guten Prompts bessere Ergebnisse liefert, tut dies unser Körper mit ausgewogener Ernährung. Ohne ausreichende Zufuhr von Nährstoffen können unser Körper und auch unser Nervensystem nicht gut arbeiten. 

Das ist nichts Neues, kann aber nun, da wir durch immer mehr Virtualität das Gefühl für den Körper zu verlieren drohen, nicht genug betont werden.

Digital second – and limited

Wie verheerend eine primär digital erlebte Kindheit ist, ist sattsam bekannt. Die Nutzung von algorithmisch gesteuerten Apps kapert das Suchtzentrum/Dopaminsystem besonders bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen.

Australien hat Anfang 2026 die Nutzung von Social-Media-Apps für Jugendliche unter 16 Jahren verboten. Ob dieser Weg erfolgreich ist, wird sich zeigen. Immerhin ist es ein Zeichen, dass die Suchtgefahr, welche von ihnen ausgeht, erkannt wurde.

Schweden und Dänemark gehen in ihren Schulen einen Weg der De-Digitalisierung. Es werden wieder Schulbücher statt Tablets genutzt, und Smartphones müssen draußen bleiben. In Grundschulen soll sogar vollständig auf digitales Lernen verzichtet werden.

Zu sehen, dass analoge Entwicklung hier wieder mehr Raum bekommt, erfüllt mich mit Freude. Es gibt mir Hoffnung darauf, dass diese Generationen größere Chancen haben, sich zu ihrem Besten zu entwickeln. Und diese Entwicklung beinhaltet eine Begrenzung digitaler Nutzung.

Für Arbeitsplätze kann dies bedeuten: Orte der Begegnung und/oder Bewegung. In der Klinik, für die ich lange tätig war, gab es für die Mitarbeiter regelmäßig angeleitetes Qigong in der Mittagszeit.

Individuell kann diese Begrenzung bedeuten: Smartphone-Zeiten einschränken, Digital Detox und digitalfreie Schlafzimmer und Esstische.

Digitalität und Menschlichkeit – ein hybrider Weg?

Wir werden unsere Zukunft mit digitalen Geräten, KI und weiteren Innovationen erleben. Die Frage ist, ob wir die Gestaltung in die Hand nehmen oder sie denen überlassen, die an der Digitalität verdienen. Die Ergebnisse dürften sehr unterschiedlich ausfallen.

Wenn wir uns eine Zukunft wünschen, welche Menschlichkeit in unser Erleben einschließt, ist es notwendig, dass wir diese in uns entwickeln. 

Denn wenn wir die digitale Zukunft menschlich prägen wollen, brauchen wir verkörperte, resonanzfähige Menschen, damit sie ihre Verbundenheit mit sich und der Welt in diesen Prozess einbringen.

Falls du dich nun fragst, ob ich digitale Unterstützung in Anspruch nehme – auf jeden Fall. Technik fasziniert mich – doch nur, wenn sie mir dient und nicht umgekehrt. Ich lasse mir z. B. beim Schreiben gerne die Sortierarbeit bei der Gliederung und teils auch bei der Recherche abnehmen. Doch die prüfe ich genau. Meine Texte schreibe ich jedoch am liebsten selbst, dabei habe ich die besten Ideen.



Ich hoffe, ich konnte dir etwas mitgeben über meine Gedanken zu den Zusammenhängen von Digitalität und unserem inneren Empfinden. Wenn du Interesse hast, dich mehr mit deiner Entwicklung zu beschäftigen, schau dir gerne mein Angebot an.

Bildnachweis
Hände auf dem Laptop – LukaFunduk@depositphotoscom
Junge beim Online-Spiel –
Junge Frau am Smartphone –

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