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	<title>Anya Lange | Somatische Resilienz</title>
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	<description>Persönlichkeitsentwicklung &#124; Körperpsychotherapie &#124; Traumatherapie</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Apr 2026 10:44:01 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Anya Lange | Somatische Resilienz</title>
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		<title>Social Media und Bindung</title>
		<link>https://anyalange.de/social-media-bindung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anya Lange]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 21:09:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Social Media und Bindung – wie sehr fühlen sich Menschen in Zeiten zunehmender digitaler Vernetzung wirklich verbunden?&#160; Soziale Medien scheinen für viele, die sie nutzen, einen unwiderstehlichen Sog zu haben. Doch während sie digital mit Menschen auf der ganzen Welt vernetzt sein können, leiden unter Umständen ihre analogen Verbindungen in der unmittelbaren Umgebung.&#160; Der Bindungswunsch, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[


<p>Social Media und Bindung – wie sehr fühlen sich Menschen in Zeiten zunehmender digitaler Vernetzung wirklich verbunden?&nbsp;</p>



<p>Soziale Medien scheinen für viele, die sie nutzen, einen unwiderstehlichen Sog zu haben. Doch während sie digital mit Menschen auf der ganzen Welt vernetzt sein können, leiden unter Umständen ihre analogen Verbindungen in der unmittelbaren Umgebung.&nbsp;</p>



<p>Der Bindungswunsch, der in jedem Menschen als Urinstinkt angelegt ist, verlagert sich in den digitalen Raum – und wird dort häufig nicht erfüllt.&nbsp;</p>



<p>In diesem Artikel beleuchte ich, welche Auswirkungen dies auf Menschen, ihre Beziehungen und ihre Identität haben kann.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="1-warum-langsamer-oft-schneller-ist-und-weniger-oft-mehr">Social Media und Bindung – wie wirkt dies zusammen?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Botschaft der sozialen Medien ist verheißungsvoll: Vernetzung auch über große Entfernungen, digitale Gemeinschaften, Austausch und Kontakt – jederzeit und überall.</p>



<p>Digitale Beziehungsangebote kommen in Form von Freundschaften oder Gemeinschaften, in denen sich Menschen äußern können. Menschen liken, teilen und kommentieren Beiträge von anderen oder reagieren in eigenen Posts. Jeder kann auf alles Bezug nehmen – permanent.</p>



<p>Gleichzeitig gibt es immer mehr Menschen, die sich dabei einsam fühlen, sich selbst nicht spüren, im Dauerstress sind und immer weniger nährende analoge Kontakte und bereichernde Beziehungen haben.</p>



<p>Anscheinend ist der digitale Appell an unser Bindungssystem nicht das, was unseren Wunsch nach Verbundenheit letztlich erfüllt.</p>



<p>Angesichts dieser Diskrepanz drängt sich die Frage auf: <strong>Wie sozial sind Social Media wirklich?</strong> <br>In diesem Artikel werde ich dieser Frage nachgehen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Social-Media-Plattformen und Messenger-Apps</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Digitale Plattformen wie Facebook, Instagram, TikTok oder X sind für Massenreichweite, also die Kommunikation mit großen Netzwerken an „Freunden“ oder Abonnenten, konzipiert. Die Betreiber werten die Nutzerdaten zu kommerziellen Zwecken aus. Dies ist ein lukratives Geschäftsmodell.</p>



<p>Messaging-Apps wie WhatsApp, Signal, Telegram oder Threema sind nicht primär als Netzwerk gedacht. Sie wurden für die persönliche, direkte und sichere Kommunikation mit Einzelnen oder kleineren Gruppen konzipiert.</p>



<p>Allerdings gleichen die Messenger durch Funktionen wie Kanäle, Status oder Story immer mehr den Social-Media-Plattformen an.</p>



<p><strong>Für die „kostenlose“ Nutzung der Messenger bezahlst du mit deinen Daten – auch mit denen deiner Kontakte auf dem Telefon.</strong> Nicht immer sind diese Menschen auch tatsächlich damit einverstanden.&nbsp;</p>



<p>Werbeangebote gibt es auch bereits auf einigen Apps.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Vorteile von Social Media</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Soziale Medien ermöglichen es, sich <strong>niedrigschwellig mit Menschen zu vernetzen, die mit ähnlichen Themen beschäftigt sind</strong>. Über eine Suchfunktion sind Menschen leicht zu finden, und nach einer bestätigten Kontaktanfrage ist eine private Kommunikation möglich.</p>



<p>Auf Social-Media-Plattformen <strong>kann jeder sichtbar werden</strong> und Inhalte online stellen. Es braucht keine aufwendig erstellte, teure Website, um im Internet präsent zu sein.</p>



<p>Wenn es keine oder zu wenige Gleichgesinnte in der unmittelbaren Umgebung gibt, kann es hilfreich sein, sich im digitalen Raum zu vernetzen. Wenn die analoge Umgebung nicht zur Unterstützung beiträgt und ein Ortswechsel gerade nicht möglich ist, kann es gut und tröstlich sein, Menschen mit ähnlicher Haltung im Netz zu finden.</p>



<p>In <strong>Selbsthilfe-Communities</strong> unterstützen sich Menschen mit spezifischen Themen gegenseitig, stärken sich und teilen ihr Wissen miteinander.</p>



<p>Auch für <strong>digitales Marketing</strong> werden gerne und häufig Social-Media-Plattformen genutzt. Social Selling ist mittlerweile für die meisten Anbieter von Online-Produkten ein fester Bestandteil ihrer Marketing-Strategie.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="2-langsamer-ist-schneller">Kommunikation analog und digital</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Art, miteinander zu kommunizieren, hat sich insbesondere durch soziale Medien, aber auch durch Messenger, verändert.&nbsp;</p>



<p>Bei Textnachrichten gehen Sinneseindrücke wie Körpersprache und Stimme verloren. Bilder sind meistens inszeniert und geben kein reales Abbild der Situation, sondern ein perfektioniertes. Sätze werden kürzer, oft besteht die Antwort oder der Kommentar aus einem Emoji.</p>



<p>Digitale Beziehungen entstehen schneller und sind auch schneller zu Ende. Jemanden zu liken ist leichter, als von Angesicht zu Angesicht auszusprechen: „Ich mag dich oder das, was du tust.“ Jemandem zu folgen oder zu entfolgen, ist leichter, als sich im realen Leben kennenzulernen und sich in Würde zu verabschieden.&nbsp;</p>



<p>Digitale Beziehungen erreichen daher nicht die Tiefe analoger Begegnungen&nbsp;– auch deshalb, weil Sinneseindrücke wie Größe und Bezug zueinander im Raum, Körperkontakt oder Geruch fehlen, die uns sonst wertvolle Informationen liefern.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Social Media und Bindung – wohin geht die Aufmerksamkeit?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Viele Menschen zieht es immer wieder kurz ans Smartphone, während sie mit anderen Menschen zusammen sind. Die analogen Kontakte leiden darunter, weil die Begegnung immer wieder unterbrochen wird.&nbsp;</p>



<p>Dieses Phänomen wird <strong>Phubbing</strong> genannt (eine Wortsynthese aus Phone und snubbing, also brüskieren). Dass es überhaupt ein Wort dafür gibt, zeigt, wie verbreitet dieses Verhalten mittlerweile ist.&nbsp;</p>



<p>Der automatisierte, suchtartig anmutende Griff zum Telefon <strong>unterbricht Aufmerksamkeit und Verbindung</strong> in sämtlichen Lebensbereichen:</p>



<p>Im <strong>Freundeskreis</strong> werden Gespräche nicht mehr kontinuierlich geführt, wenn eine Person ständig am Smartphone hängt. Wird der Gesprächsfluss unterbrochen, schließen die anderen oft an, und das Gespräch erlahmt. Alle sind mit dem Rest der Welt „verbunden“, aber niemand spricht miteinander.</p>



<p>Im <strong>beruflichen Kontext</strong> wird ein guter Arbeitsablauf unterbrochen. Jeder weiß, wie störend es ist, wenn in einem Meeting das Telefon piept und der Besitzer wie fremdgesteuert zum Telefon greift und aus dem gemeinsamen Kontext aussteigt.</p>



<p>In <strong>Partnerschaften</strong> wirkt sich die Aufmerksamkeitsfragmentierung ähnlich aus wie in Freundschaften. Das Gespräch erlahmt – und damit auch die Möglichkeit von Verbindung.</p>



<p>Den gravierendsten Einfluss hat Phubbing wohl auf die <strong>Entwicklung von Kindern</strong>, wenn Eltern oder Bezugspersonen ihr Smartphone häufig in ihrer Gegenwart nutzen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Aufmerksamkeitsfragmentierung und die Auswirkung auf Kinder</h2>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Damit sich Kinder gut entwickeln können, benötigen sie eine Umgebung, in der sie sich sicher und geborgen fühlen. Ein wesentlicher Faktor, der dies vermittelt, ist die eingestimmte Aufmerksamkeit der Bezugspersonen.</p>



<p><strong>Wird die Bindung immer wieder durch die Aufmerksamkeitsfragmentierung der Eltern unterbrochen, weil diese mit dem Smartphone beschäftigt sind, fallen die Kinder aus ihrem Empfinden von Verlässlichkeit und Sicherheit.</strong>&nbsp;</p>



<p>Häufig versuchen sie dann, die Beziehung zu sichern, und passen sich an. Sie werden möglicherweise „pflegeleicht“ und gefällig.</p>



<p>Auch wenn ein Kind still ist, während Mutter oder Vater am Handy ist, bedeutet das nicht unbedingt, dass es zufrieden ist. Möglich ist auch, dass es bereits aufgegeben hat, mit den Eltern in Kontakt zu kommen.</p>



<p>Unter der Oberfläche von Gefälligkeit oder (scheinbarer) Ruhe verborgen liegt allerdings die Schicht <strong>tiefer, unerfüllter Sehnsucht</strong>, <strong>wahrgenommen, gemeint und geliebt zu werden</strong>. Und <strong>das schmerzhafte Gefühl, es nicht wert zu sein</strong>, diese Zuwendung zu bekommen.</p>



<p>Die Entstehung von <strong>Entwicklungstrauma</strong> habe ich bereits in einem anderen Blogartikel beschrieben. Den Link findest du unter diesem Artikel.</p>



<p><strong>Die Folgen intensiven Medienkonsums von Eltern auf die Entwicklung der Kinder können ganz erheblich, gar traumatisch sein. </strong>Häufig kompensieren die Eltern mit ihrem Konsum auch ihr eigenes Leid.</p>



<p>Ich verweise dazu auch auf einen Text über <a href="https://www.andreakoschier.at/Babys-und-Medienkonsum-Artikel-Report-Psychologie.pdf" target="_blank" rel="noopener">Bindung und digitalen Medienkonsum</a> der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Dr. Andrea Koschier, welche die Ursachen und Folgen klar und ausführlich beschrieben hat.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Sicher gebundene Menschen sind weniger anfällig für die suchterzeugende Gestaltung sozialer Medien.“</p>
</blockquote>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Social Media und Bindungsstile</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Soziale Medien sind so gestaltet, dass sie einerseits Beziehung erlauben, andererseits aber auch Distanz ermöglichen. Menschen mit verschiedenen Bindungsstilen reagieren unterschiedlich darauf.&nbsp;</p>



<p>Über die verschiedenen Aspekte von Bindung habe ich in meinem Blogartikel über <strong>Bindungstrauma</strong> geschrieben. Link siehe unten.</p>



<p>Menschen, welche die Welt insgesamt als unsicher empfinden (vermeidend gebunden), werden aus Bindungsangst eher die Möglichkeit zur Distanzierung schätzen. <strong>Häufig beamen sie sich durch die Reizüberflutung weg und betäuben sich.</strong></p>



<p>Für Menschen mit einem <strong>ängstlich-ambivalenten Bindungsstil ist eher die permanente Verfügbarkeit von Kontakt- und Kontrollmöglichkeiten</strong> und die damit verbundene Vermeidung von Verlustängsten attraktiv.</p>



<p><strong>Insgesamt sind die sozialen Medien so gestaltet, dass sie Verlustängste schüren.</strong> Ich gehe später genauer darauf ein, wie und warum das geschieht.</p>



<p>Unabhängig vom Bindungstyp der Nutzer <strong>erzeugt die intensive Nutzung sozialer Plattformen chronischen Stress und kann zu Abhängigkeit führen</strong>.&nbsp;</p>



<p>Besonders Menschen, die mit Bindungs- und Entwicklungstrauma zu tun haben, sind anfällig dafür. Denn ihr Nervensystem gerät schneller unter Stress, der kompensiert werden muss, wenn er nicht reguliert werden kann.</p>



<p><strong>Sicher gebundene Menschen</strong> sind meist ausreichend gut im realen Leben und in ihren Beziehungen verankert, um <strong>soziale Medien zu nutzen, ohne in den Strudel der Algorithmen und des endlosen Scrollings zu geraten</strong>.</p>



<p>Mit einer guten Verbindung im realen, verleiblichten Leben ist es möglich, die digitale Welt als das einzuordnen, was sie ist – ein oft idealisiertes und verzerrtes Abbild der analogen Wirklichkeit.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Social Media und Perfektionismus – eine inszenierte Welt</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In den sozialen Medien kann jeder Mensch sichtbar werden. Dies lässt zunächst hoffen, dass sich Menschen auch authentisch zeigen. Leider ist diese „Authentizität“ jedoch häufig inszeniert.</p>



<p>Denn Aufmerksamkeit wird in der digitalen Welt in Reichweite bemessen. Die Anzahl der Abonnenten oder Aufrufe eines Posts bestimmt, wie die eigenen Beiträge – algorithmisch gesteuert – ausgespielt werden.&nbsp;</p>



<p>Um die eigene Sichtbarkeit zu steigern und im Feed anderer Nutzer sichtbar zu werden, stellen sich viele Menschen oder Paare so dar, wie die Abonnenten es sehen wollen. Perfekt für den Algorithmus, aber eben nicht echt.</p>



<p>Gesichter und Körper werden mittels Filtern geschönt, die Pose muss stimmen und der Hintergrund auch. Es gibt mittlerweile Reiseführer mit „den schönsten Insta-Spots“. Leider sind diese auf den Bildern idyllisch anmutenden Orte häufig so überlaufen, dass dort keine Ruhe mehr zu finden ist.</p>



<p><strong>Durch die Filterkultur findet eine starke Normierung statt.</strong> Was anders ist als die eigene Filterblase, wird häufig als fremd empfunden oder gar abgelehnt.</p>



<p>Influencer stilisieren ihre Online-Identität zur persönlichen Marke und geraten darüber in „<strong>Authentizitätsdruck</strong>“. Was die Klickzahlen nicht erhöht, wird nicht gezeigt. Doch was gezeigt wird, soll echt sein.</p>



<p><strong>Dies kreiert eine Diskrepanz zwischen gelebter Realität und der Darstellung vom perfekten Leben – und damit innere Spannung</strong>. Mit anderen Worten – Stress.</p>



<p>Einige bekannte Influencer sind aus diesem Dilemma ausgestiegen und haben sich offen dazu geäußert, wie sie diese Diskrepanz erlebt haben.</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="533" src="https://anyalange.de/images2/Frauen-machen-Selfie-–-Social-Media-und-Bindung.jpg" alt="" class="wp-image-7161" srcset="https://anyalange.de/images2/Frauen-machen-Selfie-–-Social-Media-und-Bindung.jpg 800w, https://anyalange.de/images2/Frauen-machen-Selfie-–-Social-Media-und-Bindung-300x200.jpg 300w, https://anyalange.de/images2/Frauen-machen-Selfie-–-Social-Media-und-Bindung-768x512.jpg 768w, https://anyalange.de/images2/Frauen-machen-Selfie-–-Social-Media-und-Bindung-480x320.jpg 480w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Sozialer Vergleich – analog und digital</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Sozialer Vergleich und Idealisierung bestimmter Merkmale sind Phänomene, die es auch in der analogen Welt gibt. Doch in den sozialen Medien potenziert sich die Tragweite.&nbsp;</p>



<p>Denn während der Vergleich früher unter den Menschen lief, die in unmittelbarer Nähe waren, findet er mittlerweile global statt.</p>



<p>Sich mit immer mehr Menschen (international) zu vergleichen, die sich selbst immer perfektionierter (Filterkultur) darstellen, erhöht den inneren Druck, besonders bei Menschen, die mit innerer Unsicherheit zu tun haben – was bei frühem Trauma häufiger der Fall ist.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Qualität von Beziehungen – analog und digital</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Art, wie Menschen im analogen und digitalen Raum miteinander in Kontakt treten, ist – allgemein betrachtet – sehr unterschiedlich.</p>



<p>Im <strong>analogen Raum</strong> entstehen Beziehungen durch <strong>gemeinsame Erfahrungen</strong>. Dazu gehört es auch, einen guten Umgang mit Unterschieden zu finden und Konflikte zu meistern. Durch jede geklärte Konfliktsituation entwickelt sich Vertrauen.</p>



<p>Auf <strong>sozialen Plattformen</strong> ist es relativ leicht, sich miteinander zu vernetzen. Meist geschieht dies, weil Menschen <strong>an ähnlichen Themen interessiert</strong> sind. Genauso einfach ist es, sich wieder zu entfolgen.&nbsp;</p>



<p>Häufig werden digitale Beziehungen beendet, indem man sich einfach nicht mehr meldet.</p>



<p>Im gemeinsamen Chat <strong>fehlen</strong> jedoch <strong>Sinneseindrücke</strong>. Wie bewegt sich eine Person? Wie riecht sie? Wie groß ist sie? Wie positioniert sie sich im Raum zu mir?&nbsp;</p>



<p>Viele Qualitäten können im digitalen Raum nicht so präzise erfasst werden. Dadurch fehlt dann die Möglichkeit zur Realitätsprüfung. Mehr dazu habe ich im Blogartikel über <strong>Digitalität und das Nervensystem</strong> geschrieben.</p>



<p><strong>Permanente Erreichbarkeit</strong> ermöglicht zwar eine Vernetzung und (etwa durch Lesebestätigungen) ein Gefühl der Kontrolle, führt aber gleichzeitig auch zu <strong>Stress und Überforderung</strong>.</p>



<p><strong>Parasoziale Beziehungen</strong> sind einseitige Beziehungen zu Prominenten, Influencern, Celebrities, Chatbots oder KI. Die Nutzer bauen eine emotionale Bindung zu Menschen oder fiktiven Entitäten auf, die sie nicht persönlich kennen.&nbsp;</p>



<p>Solche Beziehungen fühlen sich für die Nutzer häufig real an. Sie <strong>können Einsamkeitsgefühle lindern</strong> oder die Nutzer inspirieren, aber auch <strong>zu emotionaler Abhängigkeit führen</strong>, wenn reale Beziehungen nicht ausreichend vorhanden sind.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Social Media und Geschlechterrollen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In Bezug auf Geschlechterrollen findet auch in der digitalen Welt eine starke Polarisierung statt.</p>



<p>Bestimmte Merkmale und Verhaltensweisen werden zunehmend an Geschlechterrollen gekoppelt. Dadurch entsteht einerseits eine starke Verunsicherung in Bezug auf die Geschlechtsidentität.</p>



<p>Allerdings werden durch die starke Tendenz zur Idealisierung bestimmter Merkmale und Verhaltensweisen in den sozialen Medien die Geschlechterrollen stark normiert.&nbsp;</p>



<p><strong>Die Darstellungen sowohl von Männern als auch von Frauen sind häufig perfektioniert</strong>. Gesichts- und Körperfilter, die richtige Pose kreieren ein Ideal, das ein bis ins Groteske verzerrtes Abbild der Wirklichkeit ist.&nbsp;</p>



<p>Nicht selten versuchen Menschen dann im analogen Leben, diesem Idealbild zu entsprechen. Eine <strong>Zunahme von Körperschemastörungen und Schönheitseingriffen</strong> ist die Folge.</p>



<p><strong>Paare </strong>zeigen inzwischen viele Ereignisse ihrer Beziehung in sozialen Medien. <strong>Beziehung wird also nicht nur gelebt, sondern auch online dokumentiert.</strong> Häufig werden diese Momente ästhetisch aufbereitet und inszeniert, bevor sie online gestellt werden – was zu mehr Arbeit und weniger Authentizität in der Beziehung führt.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Inszenierte Weiblichkeit auf Social Media</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Weil Frauen noch immer primär über ihr Aussehen bewertet werden, sind sie stärker von <strong>Schönheitsdruck und Körpernormierung</strong> betroffen. Sie verwenden eher Filter und <strong>inszenieren sich häufiger sexualisiert</strong>, was sie im digitalen Raum verletzlich macht.&nbsp;</p>



<p>Nicht selten werden sie objektifiziert, aufgrund äußerer Merkmale be- und abgewertet, ernten eher Hasskommentare als Männer und sind eher der <strong>Gefahr digitaler Gewalt</strong> (Cybermobbing) ausgesetzt.</p>



<p><strong>Momfluencer </strong>inszenieren ihre Mutterschaft als Content. <strong>Wenn die Kamera ständig mitläuft, damit ein ideales Bild präsentiert werden kann, beeinträchtigt dies die unbefangene Bindung von Eltern und Kind.</strong> Die Kinder müssen performen, während die Eltern an der perfekten Familien- und Selbstdarstellung arbeiten.&nbsp;</p>



<p>Wenn dann noch <strong>Content über die Kinder ins Netz</strong> gestellt wird (Sharenting), <strong>verletzt dies die Privatsphäre der Kinder</strong> und setzt sie wider Willen dem ungeschützten digitalen Raum aus.</p>



<p>Eine weitere Inszenierung idealisierter Weiblichkeit findet sich bei den <strong>Tradwives</strong>. Doch hinter der Fassade der traditionellen Hausfrau, die sich – makellos und perfekt gestylt – um das Wohl ihrer Lieben kümmert, finden sich häufig zuvor erworbener Wohlstand oder ein Unternehmen, das die „hausgemachten“ Produkte verkauft.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Inszenierte Männlichkeit in den sozialen Medien</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Auch Männer sind im digitalen Raum einem hohen Normierungsdruck ausgesetzt. <strong>Muskeln, Erfolg, Hustle-Kultur und emotionale Unnahbarkeit</strong> verhelfen ihnen auch in sozialen Netzwerken zu hohen Klickzahlen.&nbsp;</p>



<p>Hier herrscht ein enormer Konkurrenzdruck, der zwar auch im analogen Raum existiert, sich im digitalen Raum aber potenziert – und zu stärkerer Polarisierung führt. Wer gut präsentiert, bekommt hohes Ansehen und wird häufig von Frauen bevorzugt.</p>



<p>Männer, die hier nicht zu den Erfolgreichen gehören und häufiger unter Einsamkeit leiden, vernetzen sich mit anderen Leidensgenossen und kultivieren eine Anspruchs- und Opferhaltung. Der Frust und die Kränkungswut entladen sich häufig an Frauen in Form von Hasskommentaren bis hin zu Bedrohung.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Algorithmen und ihre Voreinstellung</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Programmierung der Algorithmen trägt ebenfalls zur Verstärkung der Polarisierung bei.</p>



<p><strong>Hierzu sei zunächst erwähnt, dass die Mehrzahl der Programmierer männlich ist und die Mehrzahl der Nutzerinnen weiblich</strong>. Während Jungen und Männer bei digitaler Nutzung eher zu Onlinespielen neigen, werden soziale Plattformen überwiegend von Mädchen und Frauen genutzt.</p>



<p>Frauen sind jedoch nur zu einem geringen Anteil an der Entwicklung beteiligt. Dadurch ist eine weibliche Erlebens- und Sichtweise dort unterrepräsentiert. <strong>Die Algorithmen werden also überwiegend durch eine männlich sozialisierte Sichtweise bestimmt.&nbsp;</strong></p>



<p>Häufig werden sie mit Daten trainiert, die historische Ungleichheiten der Geschlechter widerspiegeln.&nbsp;</p>



<p>Dies kann zu einem <strong>Gender-Bias</strong> führen, der Frauen benachteiligt und zu unfairen Ergebnissen führt.</p>



<p>Hinzu kommt, dass die Algorithmen so programmiert werden, dass die Nutzer möglichst lange auf den Plattformen verweilen und so möglichst viele Daten liefern. Daher werden ihnen individuell abgestimmte Inhalte vorgeschlagen – was die Polarisierung weiter vorantreibt.</p>



<p><strong>Empörung</strong> ist ein häufiger Motor für Nutzer, weiter auf der Plattform zu verbleiben und den nächsten Beitrag anzuklicken (Ragebait). Daher werden Nutzern immer extremere Beiträge vorgeschlagen, je länger sie auf der Plattform verweilen.</p>



<p><strong>Bad News are Good News – auch auf Social Media.</strong> Reißerische Titel und Beitragsbilder sorgen für den nächsten Klick. Was schon in den Printmedien funktioniert hat, potenziert sich nun im digitalen Raum.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Aufmerksamkeitsökonomie in sozialen Medien</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Während die <strong>Funktionalität</strong> der sozialen Plattformen <strong>mehrheitlich von Männern gestaltet</strong> wird, geschieht die <strong>Nutzung überwiegend durch Frauen. </strong>Diese stellen durch ihr Engagement auf den Plattformen den Betreibern Daten zur Verfügung. (Die Ausnahme hier ist X, das mehrheitlich von Männern genutzt wird.)</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die <strong>Erstellung von Content</strong>, also Inhalten auf Plattformen, bindet Energie und Aufmerksamkeit, ebenso wie das <strong>Planen und Organisieren von Inhalten</strong>.&nbsp;</li>



<li>Häufig wird der <strong>Alltag nach veröffentlichungstauglichen Situationen gescannt</strong>, was häufig zulasten unbeschwerter Momente im Hier und Jetzt geht.</li>



<li>Das <strong>eigene Spiegelbild</strong> wird plattformtauglich gemacht, um dem internationalen Vergleich standzuhalten und dem Algorithmus zu schmeicheln.</li>



<li>Auch der <strong>Umgang mit Kommentaren und Interaktionen mit anderen Nutzern</strong> bindet Zeit und Kraft.</li>
</ul>



<p><strong>Die emotionale und geistige Arbeit, welche die Plattformen am Laufen hält, wird mehrheitlich und häufig unbezahlt von Frauen geleistet.</strong></p>



<p>Ausnahme hier sind die wenigen Influencer und Influencerinnen, die tatsächlich von ihren Kooperationen leben können. Und Social-Media-Manager, von denen ca. 70–80 % weiblich sind.</p>



<p><strong>Davon profitieren in erster Linie die – meist männlichen – Plattformbetreiber. </strong>Social Media ist ein Multimilliardengeschäft.</p>



<p>Die Erschöpfung der Frauen wird im analogen Raum durch unbezahlte oder unterbezahlte Care-Arbeit vorangetrieben. Durch die oben beschriebene Mehrarbeit im digitalen Raum verstärkt sie sich weiter.</p>



<p>Eine ausführliche Analyse weiblicher Erschöpfung durch die versteckte Arbeit hinter Posts, Likes und Kommentaren hat Alexandra Polunin in ihrem Buch <a href="https://www.socialmediafrei.com/buecher" target="_blank" rel="noopener">She Works Hard For No Money</a> geschaffen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Aufmerksamkeit als Währung</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Während die Plattformbetreiber auch monetär profitieren, ist seitens der Nutzer <strong>Aufmerksamkeit die Währung</strong>. Diese kann durch Werbung, die auf die Anzeigen geschaltet wird, auch vergütet werden.</p>



<p>Je mehr ein Mensch auf einer Plattform interagiert (also je mehr Daten er liefert), desto freundlicher wird er vom Algorithmus behandelt. Die eigenen Beiträge werden häufiger ausgespielt.&nbsp;</p>



<p>Die <strong>Anerkennung kann an der Anzahl der Follower, Likes oder Views gemessen werden</strong>. Die Reichweite steigt. Das führt dazu, dass sich viele Nutzer den Algorithmen anpassen, um nicht an Sichtbarkeit zu verlieren. Dafür verlieren sie an Authentizität.</p>



<p>Die <strong>Algorithmen</strong> sind derart gestaltet, dass sie bei den Nutzern <strong>an Gefühle wie Angst, Sehnsucht oder Empörung appellieren</strong>. So werden die Nutzer länger auf der Plattform gehalten und liefern den Betreibern mehr Daten – welche mit großem Gewinn an Werbetreibende verkauft werden.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Social Media und Sucht</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Weil die Algorithmen den Feed für jeden Nutzer individuell anpassen, appellieren sie an das (dopaminerge) Belohnungssystem im Gehirn und können damit ein suchtartiges Verhalten fördern. Wie genau dies geschieht, erkläre ich gleich.</p>



<p>Über die Verbindung von <strong>Trauma, Sucht und Sehnsucht</strong> habe ich einen eigenen Artikel geschrieben, den ich unten verlinke.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Social-Media-Sucht und Diagnosen</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In den derzeitigen diagnostischen Manualen (ICD 11 und DSM V) wird suchtartiges Verhalten in Bezug auf soziale Medien nicht als eigenständige Diagnose geführt.</p>



<p>Während die Sucht nach Online-Spielen eigens diagnostiziert werden kann, wird in Bezug auf Social Media meist eine Verhaltenssucht oder problematische Nutzung diagnostiziert.</p>



<p>Warum das so ist, bleibt mir ein Rätsel. Denn im Gehirn finden die gleichen Abläufe statt wie bei anderen Süchten.</p>



<p>Und immer häufiger berichten Klientinnen und Klienten davon, dass sie wider Willen endlos scrollen und auf den Plattformen „hängen bleiben“.</p>



<p>Dass es keine Diagnose gibt für ein Phänomen, das sich so breit und destruktiv zeigt, kann auch zu einer Bagatellisierung der Problematik führen. Doch normal ist nicht notwendigerweise gesund.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Design, das abhängig macht</h3>



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<p>Wie bereits beschrieben, sorgen die Gestalter der Algorithmen dafür, die Nutzerinnen möglichst lange auf der Plattform zu halten.&nbsp;</p>



<p>Dazu bedienen sich sogenannte <strong>„Attention Engineers“</strong>, also Aufmerksamkeitsingenieure, vieler Mittel, die an das dopaminerge Belohnungssystem in unserem Gehirn appellieren – und mit einem <strong>großen Abhängigkeitspotenzial</strong> einhergehen.&nbsp;</p>



<p>Alleine dieser Begriff zeigt, wie viel Manipulation hier im Spiel ist – zum Zwecke der Gewinnmaximierung. Verkauft wird den Nutzern dies als „bessere Nutzererfahrung“.</p>



<p>Wenn Menschen immer wieder neuen Inhalten ausgesetzt sind, ruft dies im Gehirn wiederholt die Ausschüttung von Dopamin hervor.&nbsp;</p>



<p>Gewöhnen wir uns an diesen High-Zustand, erscheint das Gefühl eines geringeren Dopaminspiegels langweilig und fad. Und bald wollen wir den nächsten Dopaminkick, weil wir die Langeweile nicht aushalten. Und den bekommen wir dann mit dem nächsten Klick.</p>



<p>Die Aufmerksamkeitsingenieure der sozialen Plattformen bedienen sich dabei verschiedener Mittel, um die Nutzer dazu zu bringen, möglichst lange zu verweilen:&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Zeitlich begrenzte Angebote</strong> oder Posts appellieren an die Angst, etwas zu verpassen.</li>



<li><strong>Algorithmen</strong> steuern, welche Nachrichten für welche Nutzer zur Verfügung gestellt werden. Damit es möglichst interessant bleibt, sehen einzelne Nutzer Inhalte, die auf dem basieren, was sie zuvor angeschaut haben.</li>



<li><strong>Infinite Feed</strong> – jeder Nutzer bekommt seinen personalisierten Feed. Diese neuen Informationen tauchen unbegrenzt auf. Der Feed geht immer weiter, ohne Ende. Nicht selten verleitet er seine Nutzer zum endlosen Scrollen, dem sogenannten <strong>Doom-Scrolling</strong>.</li>



<li>Bei <strong>Kurzvideos</strong>, der am stärksten suchterzeugenden Form von Inhalten, werden immer nur einige angezeigt. Durch die Funktion <strong>Pull-to-refresh</strong> werden durch kurzes Ziehen am Feed immer wieder neue Inhalte ausgespielt.</li>



<li><strong>Push-Benachrichtigungen</strong> unterbrechen die Aufmerksamkeit im analogen Raum und ziehen die Nutzer immer wieder auf die Plattform oder in den Chat zurück. Auch <strong>Lesebestätigungen</strong> führen dazu, immer wieder zu <strong>kontrollieren</strong>, ob das Gegenüber schon geantwortet hat – und binden so Aufmerksamkeit. Meist lassen sich die Funktionen ausschalten, doch häufig überwiegt bei den Nutzern die Angst, etwas zu verpassen. Dazu gleich mehr.</li>



<li><strong>Gamification</strong>&nbsp;– Hier werden Elemente, die typischerweise im Spiel zur Belohnung verwendet werden, in Kontexten außerhalb des Spiels verwendet. Hierzu können die Verteilung von Punkten, Abzeichen, Ranglisten oder Fortschrittsbalken gehören, welche die Motivation steigern und die Nutzer bei der Stange halten sollen.</li>
</ul>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Soziale Medien nutzen den Bindungsinstinkt und arbeiten mit der Angst, die Zugehörigkeit zu verlieren, um Nutzer länger auf der Plattform zu halten.“</p>
</blockquote>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">FOMO – die Angst, außen vor zu sein</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Der Begriff FOMO steht für Fear of Missing Out – die Angst, sozial außen vor zu sein und etwas Wesentliches zu verpassen.</p>



<p><strong>Zugehörigkeit ist ein menschliches Grundbedürfnis. </strong>Als Bindungswesen sind wir auf die Zugehörigkeit in unserer Familie oder später der Peergroup angewiesen. Babys oder Kleinkinder sind ohne den Schutz der Familie oder Bezugspersonen nicht lebensfähig.&nbsp;</p>



<p><strong>Daher wird die Angst, aus der Gruppe zu fallen, von vielen als existenziell bedrohlich erlebt.</strong> Besonders Menschen, die in den ersten Lebensjahren mit Bindungsverletzungen zu tun hatten, entwickeln häufig nicht viel Grundvertrauen und Selbstsicherheit.</p>



<p>Wenn Menschen sich ihrer selbst nicht sicher sind, brauchen sie mehr Bestätigung und Orientierung im Außen. Das kann dazu führen, dass sie sich stärker mit anderen vergleichen, weil der innere Kompass fehlt.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Social Media und FOMO</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>FOMO geht häufig mit der Annahme einher, dass andere ein besseres Leben führen als die Person selbst. Wenn sich ein realer Mensch mit perfektionierten Gesichtern, Körpern und Inhalten in sozialen Medien vergleicht, kann schnell der Eindruck entstehen, das eigene Leben sei weniger spannend.</p>



<p>Sozialen Vergleich gab es bereits im analogen Zeitalter. Wahrscheinlich ist er so alt wie die Menschheit. Doch dadurch, dass der Vergleich mittlerweile nicht mehr in der eigenen Stadt, sondern global stattfindet, erhöht sich der Druck.</p>



<p>Das Bedürfnis, sich immer wieder rückzuversichern, zu kontrollieren und abzugleichen, kann suchtartige Züge annehmen. Denn die gefühlte Not dahinter erscheint so groß, dass sie durch permanente Kontrolle abgewehrt werden muss.</p>



<p><strong>Ständige Erreichbarkeit</strong> und <strong>permanentes Kontrollieren des Smartphones</strong>, <strong>Nervosität</strong>, wenn das Handy nicht in der Nähe ist, und <strong>soziale Verunsicherung</strong> sind einige Gesichter von FOMO und ihrer bisweilen suchtartigen Anmutung.</p>



<p>Plattformbetreiber nutzen FOMO systematisch, damit die Nutzer möglichst lange dort verweilen – und möglichst viele Daten liefern, die sie dann an Werbetreibende verkaufen. Damit nehmen sie die suchtartige Verwendung sozialer Medien billigend in Kauf.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="533" src="https://anyalange.de/images2/Beauty-Influencerin-filmt-sich-–-Social-Media-und-Bindung.jpg" alt="" class="wp-image-7159" srcset="https://anyalange.de/images2/Beauty-Influencerin-filmt-sich-–-Social-Media-und-Bindung.jpg 800w, https://anyalange.de/images2/Beauty-Influencerin-filmt-sich-–-Social-Media-und-Bindung-300x200.jpg 300w, https://anyalange.de/images2/Beauty-Influencerin-filmt-sich-–-Social-Media-und-Bindung-768x512.jpg 768w, https://anyalange.de/images2/Beauty-Influencerin-filmt-sich-–-Social-Media-und-Bindung-480x320.jpg 480w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>



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<h2 class="wp-block-heading">Social Selling und Influencer-Marketing</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Digitale Vernetzung in den sozialen Medien ist nicht nur für die Betreiber lukrativ. Auch viele Nutzer verwenden ihre Social-Media-Präsenz zu – angeblich kostenfreien – Marketingzwecken.</p>



<p>Damit sie Vertrauen zu ihren potenziellen Kunden aufbauen, stilisieren sie sich zur Personenmarke, zur Personal Brand, um das Vertrauen ihrer Kunden zu gewinnen.</p>



<p>Die Reichweite (Anzahl der Abonnenten, also Kundenbindung) wird dabei häufig als Gradmesser der Glaubwürdigkeit angesehen. Je mehr Reichweite, desto besser die Monetarisierung ihrer Kanäle durch eingespielte Werbung oder Sponsoren.&nbsp;</p>



<p>Über Rabattcodes und In-App-Käufe wird FOMO geschürt. So werden die Abonnenten zu Spontankäufen animiert, und <strong>der Bindungsinstinkt wird für kommerzielle Zwecke ausgebeutet</strong>.</p>



<p><strong>Doch was als kostenlose Werbestrategie erscheint, ist in Wirklichkeit eine Menge unbezahlter Arbeit.</strong> Denn für eine gute Kundenbindung braucht es regelmäßige Posts in ausreichend guter Qualität.&nbsp;</p>



<p>Da die Posts auf sozialen Plattformen nur kurz ausgespielt werden, und die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer immer kürzer wird, muss durchgehend für Nachschub gesorgt werden. Das erhöht den Druck, ständig abzuliefern, um sichtbar zu bleiben und nicht an Reichweite zu verlieren.&nbsp;</p>



<p><strong>FOMO wirkt also auch bei den Influencern, die sich den Regeln der Algorithmen unterwerfen, um ihre Reichweite auszubauen</strong> – und so möglichst gut zu verkaufen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Social Media und Privatsphäre</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wer Social Media nutzt, <strong>gibt nicht nur seine eigenen Daten preis, sondern häufig auch die seiner Kontakte</strong>. Jeder kann sehen, wer mit wem vernetzt ist. Diese Daten sind die Währung, mit der du die Nutzung der Plattformen bezahlst.</p>



<p><strong>Messenger lesen das gesamte Adressbuch im Telefon der Nutzer aus</strong>, wenn die Funktion nicht ausgeschaltet wird (standardmäßig ist sie eingeschaltet). Viele Nutzer deaktivieren jedoch aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit diese Funktion nicht. So erhalten die Betreiber auch Daten von Menschen, die ihre Produkte nicht nutzen.</p>



<p>Über die <strong>Gesichtserkennung</strong> auf Fotos lassen sich auch Zusammenhänge erkennen, die jenseits von offiziellen Freundschaftsanfragen oder Abonnenten bestehen.</p>



<p>Wer in sozialen Medien Inhalte online stellt, gibt damit die <strong>Nutzungsrechte von Fotos, Videos oder Texten</strong> an die Plattformbetreiber ab und erteilt ihnen die Erlaubnis, das Material gebührenfrei zu verwenden und auszuwerten.&nbsp;</p>



<p>Meist tun sie das, indem sie die Daten auslesen, für personalisierte Werbung aufbereiten und gewinnbringend vermarkten.</p>



<p>Wenn das Private jederzeit online gestellt wird, bleibt wenig Raum für den Wunsch nach Rückzug und Privatsphäre – und echter Authentizität.</p>



<p>Menschen, die auf Fotos zu sehen sein können, präsentieren sich im richtigen Licht und Winkel, in der passenden Pose. Denn wer nicht ins normschöne Bild passt, muss mit abwertenden Kommentaren rechnen.</p>



<p>Eltern, die Content über ihre Kinder online stellen (sharenting), verletzen damit die Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte der Kinder.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Gefahren von Social Media</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Generell werden Persönlichkeitsrechte verletzt, wenn andere ohne die eigene Einwilligung Fotos oder Videos online stellen.&nbsp;</p>



<p>Geht es hierbei um kompromittierendes oder beleidigendes Material, handelt es sich um <strong>Cybermobbing</strong>. Nicht selten zieht dann ein Hasskommentar weitere nach sich. Betroffene können darüber derart in Scham, Panik und Verzweiflung geraten, ihre psychische Gesundheit darunter leidet.</p>



<p>Eine perfide Art des Cyberbetrugs ist das sogenannte <strong>Cybergrooming.</strong> Häufig sind es Erwachsene, die sich als gleichaltrige Kinder und Jugendliche ausgeben und von ihren ChatpartnerInnen Fotos erbitten. Später können sie die Betroffenen damit unter Druck setzen, diese oft kompromittierenden Fotos zu veröffentlichen.</p>



<p><strong>Daten</strong>, die in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, können also auch <strong>missbräuchlich verwendet</strong> werden.</p>



<p>Immer häufiger finden sich in sozialen Netzwerken <strong>Inhalte, die mithilfe von KI erstellt wurden</strong>. Häufig ist der Ursprung von Beiträgen nicht ganz eindeutig zu identifizieren. Außerdem wird es immer schwieriger zu unterscheiden, was wahre und was <strong>Falschnachrichten</strong> sind.</p>



<p>Weil die Algorithmen so programmiert werden, dass die Nutzer personalisierte Inhalte zu sehen bekommen, bilden sich sogenannte <strong>Filterblasen</strong>. Menschen mit ähnlichen Interessen werden ähnliche Inhalte gezeigt. Das kann zur Annahme verleiten, dass die Welt so sei, wie der eigene Feed dies darstellt. Einer <strong>Polarisierung</strong> der Nutzer wird somit Vorschub geleistet.</p>



<p>Durch die Nutzung von Gesichts- und Körperfiltern kann das eigene Gesicht im Spiegel fremder sein als das perfektionierte Konterfei. Es besteht die Gefahr von <strong>Körperschemastörungen</strong>, in deren Folge die Anzahl an Schönheitseingriffen drastisch gestiegen ist.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Jugend und Social Media – zwischen Faszination und Skepsis</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Digital Natives, also die nach ca. 1995 Geborenen, sind im Durchschnitt täglich 6–7 Stunden online. Laut einer <a href="https://yougov.com/de-de/artikel/52242-suchtfaktor-social-media-15-prozent-der-deutschen-sind-gefahrdet" target="_blank" rel="noopener">Studie von YouGov</a> steigt die Suchtgefährdung, je jünger die Bevölkerungsgruppe ist.</p>



<p>Während für viele Jugendliche der bevorzugte Berufswunsch Influencer ist, sind sich andere der suchterzeugenden Wirkung von Social Media bewusst.</p>



<p>Laut der <strong>Jugend-Digitalstudie 2025</strong> erkennen 82 % der Mädchen und 68 % der Jungen zwischen 16 und 18 Jahren das Suchtpotenzial sozialer Medien. Drei Viertel der Befragten halten Freude für Social-Media-süchtig. Immer mehr junge Menschen ziehen sich von Plattformen wie Instagram oder TikTok zurück.</p>



<p>Manche nehmen im Digital Detox Auszeiten von ihren leuchtenden Vierecken. Andere verzichten völlig auf ein Smartphone und sind wieder mit einem Tastenhandy und ohne Apps unterwegs. So etwa Benno Flügel, der Gründer der radikalen Anti-Smartphone-Front RASF, der mit seinen Aktionen zu mehr Leben und Begegnung im analogen Raum aufruft.</p>



<p>In den sozialen Medien – wie überall im digitalen Raum – tauchen zunehmend KI-generierte Inhalte auf. Diese zunehmend künstliche, perfektionierte und verfälschte Darstellung der Welt sorgt zunehmend für Verunsicherung und bringt Menschen wieder mehr dazu, sich in der echten Welt zu begegnen.</p>



<p>Sarah Marie findet in ihrer Poesie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=QelBtUbMQwM&amp;list=PL-hr0fpe4L8wdbrbYicM7zqB3odg3BZQ9&amp;index=1" target="_blank" rel="noopener">Das Beste, was KI je geschaffen hat</a> treffende und sehr berührende Worte für die Rückkehr hauptsächlich junger Menschen in die echte Welt. Auch wenn das analoge Leben „oft zu wahr ist, um schön zu sein“.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Sozial oder nur vernetzt?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In der Zusammenfassung lässt sich sagen, dass <strong>soziale Medien an den Bindungsinstinkt appellieren, ohne den Bindungswunsch zu erfüllen</strong>. Digitale Vernetzung ist kein gleichwertiges Äquivalent zu echter Beziehung und Begegnung.&nbsp;</p>



<p>Denn statt eines echten, Gegenübers mit Ecken und Kanten finden wir in den Profilen häufig perfektionierte Bilder und Personen, in denen Unliebsames oder Unerwünschtes nicht gezeigt wird. Die Diskrepanz zwischen idealisierten Bildern und dem Empfinden der eigenen inneren Leere kann zu Selbstabwertung und in der Folge zu Abhängigkeit führen.</p>



<p>Ängste und Emotionen, die wir in Bezug auf Bindung haben, werden für kommerzielle Zwecke genutzt. Unsicher gebundene Menschen sind anfälliger für die suchterzeugende Gestaltung sozialer Medien als sicher gebundene Menschen mit ausreichend analogen, nährenden Kontakten.&nbsp;</p>



<p>Wer sich seiner selbst sicher ist und seinen Platz in der realen Welt kennt, fällt weder den idealisierten Geschlechterrollen noch der Einseitigkeit der Filterblasen auf den Plattformen anheim.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Soziale und emotionale Kompetenz entwickeln</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Insofern bedeutet Medienkompetenz auch Lebenskompetenz und die <strong>Entwicklung emotionaler Reife</strong>.</p>



<p>Menschen, die ihre <strong>Emotionen regulieren</strong> können, benötigen weniger Kompensationsstrategien und sind somit auch weniger anfällig für den potenziell suchterzeugenden „Lebens- und Liebesersatz“, den die sozialen Medien bieten.&nbsp;</p>



<p>Wer in sich selbst unterschiedliche Emotionen halten kann, trainiert damit auch die Fähigkeit, sich mit anderen Haltungen wohlzufühlen. Diese Fähigkeit zur Differenzierung ist meines Erachtens eine grundlegende Voraussetzung für gelingende Beziehungen und friedliche Koexistenz – analog wie auch digital.</p>



<p>Fühlt sich ein Mensch mit seiner inneren Vielfalt sicher, muss er unliebsame Gefühle nicht abwehren. Dann ist auch die Andersartigkeit von Mitmenschen keine Bedrohung, die bekämpft werden muss, sondern eine willkommene Bereicherung.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><br>Ich hoffe, ich konnte dir einiges vermitteln über die Wechselwirkungen von Social Media und Bindung. Wenn du deine Bindungsmuster erforschen willst,&nbsp;schau dir gerne mein <a href="https://anyalange.de/angebot/" data-type="page" data-id="6587">Angebot</a> an.</p>



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<p class="has-small-font-size">Bildnachweis<br>Paar mit Smartphones – AndrewTovstyzhenko@depositphotoscom<br>Junge Frauen machen Selfies&nbsp;– gstockstudiodepositphotos.com<br>Beauty-Influencerin filmt sich – adr&#105;a&#116;&#105;cp&#104;&#111;&#116;o&#64;&#100;&#101;&#112;os&#105;&#116;p&#104;&#111;&#116;os.&#99;om</p>



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			</item>
		<item>
		<title>Digitalität und Nervensystem</title>
		<link>https://anyalange.de/digitatitaet-und-nervensystem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anya Lange]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 22:28:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kaum ein Thema wird seit einigen Jahren so intensiv und kontrovers diskutiert wie der Umgang mit digitalen Medien und künstlicher Intelligenz – und ihren Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Ständig haben wir mit Neuerungen im digitalen Bereich zu tun.&#160;Während dies einerseits große Arbeitserleichterungen bedeuten kann, fordert es uns jedoch auch heraus, uns permanent an neue Standards [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[


<p>Kaum ein Thema wird seit einigen Jahren so intensiv und kontrovers diskutiert wie der Umgang mit digitalen Medien und künstlicher Intelligenz – und ihren Auswirkungen auf unser Wohlbefinden.</p>



<p>Ständig haben wir mit Neuerungen im digitalen Bereich zu tun.&nbsp;Während dies einerseits große Arbeitserleichterungen bedeuten kann, fordert es uns jedoch auch heraus, uns permanent an neue Standards anzupassen.</p>



<p>Für Kinder und Jugendliche, deren Nervensystem noch in der Entwicklung ist, hat Digitalität eine andere Tragweite als für Menschen, die im analogen Zeitalter herangewachsen sind.</p>



<p>In diesem Artikel möchte ich kritisch beleuchten, welche Auswirkungen ein zunehmend digitaler Lebensstil auf die Entwicklung und Veränderung des Nervensystems hat. Und auch, welche Konsequenz dies für den sozialen Umgang miteinander haben kann.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="1-warum-langsamer-oft-schneller-ist-und-weniger-oft-mehr">Digitalität und Nervensystem – warum eine gemeinsame Betrachtung?</h2>



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<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Seit Jahrzehnten befinden wir uns in einem kulturellen Wandel, der sich vom Analogen hin zum Digitalen vollzieht.&nbsp;</p>



<p>Dieser Wandel wirkt sich nicht nur unmittelbar darauf aus, wie wir als Individuen die Welt erleben. Er hat als Massenphänomen die Tragweite einer grundlegenden kulturellen Veränderung, weil wir alle damit konfrontiert sind.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Digitalisierung und Digitalität</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Unter <strong>Digitalisierung</strong> verstehen wir die Umwandlung analoger in digitale Prozesse. Früher haben wir in ein Lexikon geschaut, wenn wir eine Frage hatten. Heute verwenden wir eine Suchmaschine, um die entsprechenden Antworten zu bekommen.</p>



<p><strong>Digitalität</strong> beschreibt die Konsequenz der Digitalisierung auf unser kulturelles und soziales Leben. Das bedeutet, neue Handlungs- und Kommunikationsnormen, veränderte soziale Strukturen und auch die Auswirkung auf die eigene Identität.</p>



<p>Wurden etwa im Analogzeitalter Briefe geschrieben, in denen die eigene Befindlichkeit ausführlich beschrieben wurde, braucht es dazu im Zeitalter der Messenger maximal ein Emoji. Kommunikation im digitalen Alltag wird kürzer und fragmentierter – das ist die heutige Normalität.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Was definiert Digitalität?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In seinem Buch „Kultur der Digitalität“ definiert der Zürcher Professor Felix Stalder drei Kernprinzipien, die Digitalität definieren: Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmitzität.</p>



<p>Um mit immer mehr Information und Unvorhersehbarkeit umzugehen, versuchen Menschen, sich mithilfe der neuen Technologien in virtuellen Gemeinschaften zusammenzuschließen.</p>



<p>Das Entstehen von Filterblasen, die durch Algorithmen bestimmt werden und Menschen mit ähnlichem Suchverhalten miteinander vernetzen, kreiert ein Empfinden von virtueller Gemeinschaft.</p>



<p>Allerdings fehlen dort häufig Verschiedenartigkeit und Differenzierung, weil Menschen jeder Couleur sich vorrangig in ihrer eigenen Blase informieren und vernetzen und daher wenig mitbekommen vom Rest der Welt.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="2-langsamer-ist-schneller">Wie entwickelt sich das Nervensystem?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wenn wir auf die Welt kommen, sind wir mit einem Überfluss an Nervenzellen ausgestattet. Im Laufe unserer Entwicklung vernetzen sich die Nervenzellen, die häufiger gemeinsam aktiv sind, zu neuronalen Netzwerken. <strong>Neurons that fire together, wire together.</strong></p>



<p>Diese Entwicklung vollzieht sich in einer bestimmten Reihenfolge.</p>



<p>Ganz grob vereinfacht, entwickeln sich zunächst (in den ersten anderthalb Lebensjahren) die <strong>motorischen und sensorischen Hirnareale</strong>. Babys wollen alles in die Hand nehmen oder in den Mund stecken, um das Objekt ihres Interesses sinnlich zu erfassen. Sie wollen die Welt buchstäblich be-greifen.</p>



<p>In dieser Phase entwickelt sich das <strong>limbische System, das mit Emotionsregulation</strong> zu tun hat. In den ersten drei Lebensjahren benötigen Kleinkinder andere Menschen, die sie unterstützen, mit ihren Emotionen zurechtzukommen.</p>



<p>Wenn sie in einer liebevollen, co-regulierenden Umgebung aufwachsen, lernen sie etwa, das Unwohlsein zu halten und zu spüren: Gerade ist es schlimm. Und es geht wieder vorbei.</p>



<p>Ungefähr vom dritten bis zum sechsten Lebensjahr beginnt der <strong>präfrontale Kortex</strong> (ein Teil des Großhirns), sich zu entwickeln. In diesem Alter lernen Kinder, selbst mit Frustration und anderen Emotionen umzugehen. Von der Co-Regulation über die Bezugspersonen entwickeln sie sich zur Selbstregulation hin.</p>



<p>Im freien Spiel entwickeln wir Fantasie und lernen, in Metaphern zu denken. Dies sind Fähigkeiten, die wir benötigen, um kreativ zu werden (Lösungen zu finden) und uns selbst zu regulieren.</p>



<p><strong>Die vollständige Entwicklung des Großhirns zieht sich bis ins frühe Erwachsenenalter</strong>. Während der Pubertät ist das limbische System noch sehr aktiv, während sich die Vernunft noch entwickelt. Der Botenstoff Dopamin, der mit Belohnung zu tun hat, spielt hier eine große Rolle.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Der Hausputz im Gehirn</h2>



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<p>So wie wir Pflanzen regelmäßig beschneiden, damit die Kraft in die stärksten Triebe geht, gibt es in der Hirnentwicklung ein ähnliches Phänomen: das <strong>synaptische Pruning</strong>.&nbsp;</p>



<p>Immer wieder werden <strong>Synapsen, die nicht regelmäßig genutzt werden, getrennt</strong>. Use it or lose it, heißt hier die Devise. Die bestehenden synaptischen Verbindungen (und in der Konsequenz unsere Prägungen oder Gewohnheiten) werden so gestärkt.</p>



<p><strong>Der größte Hausputz findet in der Jugend statt. Daher wirken Prägungen, die wir bis zu dieser Zeit erleben, intensiver als die Gewohnheiten, die wir später entwickeln.</strong></p>



<p>Menschen, die nicht lernen konnten, sich selbst zu beruhigen (Entwicklung des Präfrontalkortex), verlieren eher den Blick auf die längerfristigen Konsequenzen ihres Handelns. Sie werden stärker von ihren Emotionen und Kompensationsstrategien gesteuert und sind somit anfälliger für die kurzfristige Bedürfnisbefriedigung.</p>



<p>Mit anderen Worten: Sie werden suchtanfälliger, weil sie ihre Not durch innere Leere kompensieren müssen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Use it or lose it</h2>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In der Konsequenz bedeutet dies: <strong>Was wir regelmäßig tun, prägt unser Nervensystem</strong>, und wir entwickeln darin Routine. Je früher wir eine Gewohnheit entwickeln, desto mehr verfestigt sie sich. Was wir nicht regelmäßig tun, fällt uns schwerer. </p>



<p><strong>Was wir nicht tun, weil wir es delegieren, lernen wir nicht.</strong> Wenn das prozedurale Gedächtnis, das Körpergedächtnis, nicht am Lernprozess beteiligt ist, kann sich Wissen nicht nachhaltig verankern.</p>



<p>Hierzu ein kleines Beispiel aus dem Alltag. Als es noch Telefone ohne Rufnummernspeicher gab, konnte ich mindestens zwanzig Telefonnummern auswendig, weil ich sie regelmäßig gewählt habe. Der Bewegungsablauf über die Wählscheibe oder später die Tasten hat sich dabei besser eingeprägt als die Zahlen selbst.&nbsp;</p>



<p>Seitdem ich ein Smartphone habe und die Nummern speichere, ist mir diese Fähigkeit abhanden gekommen. Zwar sehe ich die Zahlen, aber sie prägen sich mir nicht ein, weil sie nicht mit einem Bewegungsablauf verknüpft sind.</p>



<p>Wie viele Telefonnummern weißt du auswendig?</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Auswirkungen von Digitalität auf das Nervensystem</h2>



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<p><br>Ein zunehmend digitaler Lebensstil wirkt sich auf sämtliche Lebensbereiche aus. Dabei wirken vielfältige Faktoren.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Entkörperung und sensorische Verarmung</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In einem Alltag, der zunehmend von digitalen Geräten und dem Umgang damit bestimmt ist, geht sensomotorische Wahrnehmung verloren. <strong>Unser Erleben wird entsinnlicht.</strong> Das Gefühl für den eigenen Körper und dessen Handlungsfähigkeit hat einen unmittelbaren Zusammenhang mit unserem Selbstgefühl.&nbsp;</p>



<p>Wie wir uns in der Umgebung wahrnehmen und wie wir uns dabei innerlich fühlen, hilft uns bei der Orientierung in der Welt und stärkt unser Selbstgefühl und Selbstbewusstsein.</p>



<p>Je weniger wir Welt „begreifen“ (ganzheitlich wahrnehmen) und je mehr wir Welt „verstehen“, also rein intellektuell erfassen und analysieren, desto mehr berauben wir uns der Fähigkeit, die Welt sinnlich zu erleben. <strong>Damit geht häufig auch das Empfinden von Verbundenheit verloren.</strong></p>



<p><strong>Wenn wir etwas tun und damit erfolgreich sind</strong> (etwa einen Text verfassen oder eine mathematische Gleichung lösen), <strong>entwickeln wir dadurch ein Gefühl der Selbstwirksamkeit.</strong> Delegieren wir hingegen konstant Aufgaben, können wir dieses Gefühl nicht erlangen.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Reizüberflutung und Dysregulation</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Leben im zunehmend digitalen Raum bedeutet auch Leben mit einer <strong>zunehmenden Flut von Reizen</strong>. Ein Mitteleuropäer der heutigen Zeit verarbeitet am Tag so viele Informationen wie ein Mensch im Mittelalter in seinem ganzen Leben!</p>



<p>Gleichzeitig mit der stetig zunehmenden Flut an v.a. visuellen und akustischen Reizen werden unsere sozialen Kontakte immer weniger. Das bedeutet auch, dass wir <strong>mehr Input und weniger Möglichkeit zur Co-Regulation </strong>haben. (Warum ich zur Co-Regulation Menschen aus Fleisch und Blut für geeigneter halte als virtuelle Kontakte, erkläre ich später.)</p>



<p>Besonders Menschen, die unter den Folgen von frühem Trauma leiden und deren Stresstoleranzfenster nicht besonders groß ist, sind anfällig dafür, bei diesem Missverhältnis von Reiz und Verarbeitungsmöglichkeit aus der Präsenz zu fallen.</p>



<p>Häufig wird die digitale Reizmenge auch gezielt wie ein Suchtmittel benutzt, um sich wegzubeamen, zu betäuben.</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="533" src="https://anyalange.de/images2/Digitalitaet-und-Nervensystem-–-Junge-spielt-online.jpg" alt="Digitalität und Nervensystem – Junge spielt online" class="wp-image-6742" srcset="https://anyalange.de/images2/Digitalitaet-und-Nervensystem-–-Junge-spielt-online.jpg 800w, https://anyalange.de/images2/Digitalitaet-und-Nervensystem-–-Junge-spielt-online-300x200.jpg 300w, https://anyalange.de/images2/Digitalitaet-und-Nervensystem-–-Junge-spielt-online-768x512.jpg 768w, https://anyalange.de/images2/Digitalitaet-und-Nervensystem-–-Junge-spielt-online-480x320.jpg 480w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Folgen der Entkörperung</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Lernen, das den Körper außen vorlässt, bewirkt meist nur eine kurzfristige Ansammlung von Wissen und ist nicht nachhaltig. Wer sich je das Wissen für eine Klausur „draufgeschaufelt“ hat, und es ein Jahr später nicht mehr präsent hatte, weiß, wovon ich spreche.</p>



<p>Ganzheitliches Lernen schließt neben Augen und Ohren auch unsere anderen Sinne ein. Siehe das Beispiel der Telefonnummern. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.&nbsp;</p>



<p>Lernen braucht auch Pausen, in denen sich das Gelernte integrieren kann. Und Pausen sind Mangelware in der digitalen Welt mit ihrer konstanten Verfügbarkeit von Input.</p>



<p>Auffällig ist auch die rasante <strong>Zunahme der Diagnosen ADS/ADHS. </strong></p>



<p><strong>Schnell wechselnde Inhalte, hauptsächlich Kurzvideos, trainieren das Gehirn auf eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und ein schnelles Tempo</strong>. Mit anderen Worten: Das Nervensystem ist durch die permanente Überstimulation chronischem Stress ausgesetzt.&nbsp;</p>



<p>Wer ständig mit Bildern und Kurzvideos überflutet wird, entwickelt außerdem weniger eigene innere Bilder. Ohne die Fähigkeit zur Fantasie aber wird es schwieriger, kreativ zu werden und Lösungen zu finden. Beides sind Fähigkeiten, die unsere Selbstwirksamkeit steigern.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Denken, Gedächtnis und Imagination unter digitalen Bedingungen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wenn wir digitale Unterstützung nutzen, hängt die Qualität der Antworten häufig davon ab, welche Fragen wir stellen.&nbsp;</p>



<p>Wer über sein Fachgebiet etwas weiß, stellt andere Fragen als jemand, der dieses Wissen nie erworben hat. Und kann auch prüfen, ob die Antworten der KI stimmig sind.&nbsp;</p>



<p>Immer wieder geben Sprachmodelle wie ChatGPT, Claude oder Gemini falsche Antworten. Wer das nicht prüfen kann, weil ihm oder ihr die Expertise fehlt, läuft Gefahr, mit diesen Fehlinformationen weiterzuarbeiten.</p>



<p><strong>Wer alles der KI überlässt, büßt seine eigene Urteilskraft ein, weil die Wissensgrundlage dazu nicht vorhanden ist.</strong> Besonders gravierend kann sich dies auswirken, wenn es um Gesundheitsfragen geht.</p>



<p><strong>Wer hingegen über ein Wissen zum angefragten Thema verfügt, kann die KI ergänzend einsetzen.</strong></p>



<p>Die Konsequenz der Externalisierung und Digitalisierung von Wissen ist eine zunehmende Unterentwicklung kognitiver Fähigkeiten. <strong>Was du nicht selbst tust, lernst du nicht.</strong></p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Lernen mit und ohne digitale Unterstützung</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Eine <a href="https://arxiv.org/abs/2506.08872" data-type="link" data-id="https://arxiv.org/abs/2506.08872" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie des MIT in Boston von Kosmyna et al.</a> kam zu dem Fazit, dass der Lerneffekt, den wir mit Internet- oder KI-Unterstützung haben, signifikant geringer ausfällt, als wenn wir uns selbst mit Themen auseinandersetzen.</p>



<p>Probanden, welche Aufsätze ohne digitale Unterstützung erstellt hatten, waren später am besten mit dem Stoff vertraut. Die Probanden, welche Suchmaschinen verwendeten, hatten deutlich weniger Wissen über den Inhalt. Die Probanden, die ihren Aufsatz mit einem Sprachmodell verfasst hatten, waren kaum mit dem Inhalt „ihres“ Werkes vertraut.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>„Wir helfen Menschen so lange beim Laufen, bis sie nicht mehr laufen können. Und wir helfen ihnen so lange beim Denken, bis sie nicht mehr denken können.“</em></p>
<cite><em>Joachim Bauer</em></cite></blockquote>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Digitalität und Beziehungen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Leben im zunehmend digitalen Raum wirkt sich auch auf unsere Beziehungen aus.</p>



<p>Während es einfacher wird, auch über größere räumliche Entfernungen mit seinen Lieben in Kontakt zu bleiben, wird häufiger über Gefühle der Einsamkeit berichtet.&nbsp;</p>



<p>Wie erfüllend sind also Beziehungen, die immer mehr digital gepflegt werden? Und was führt dazu, dass digitale Kommunikation nicht die gleiche Erfüllung bietet wie leibhaftige Begegnung?</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Einschränkung nonverbaler Kommunikation</h3>



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<p>Während wir in einer persönlichen Begegnung den anderen Menschen umfassend wahrnehmen können, ist dies in der digitalen Kommunikation nur eingeschränkt möglich.</p>



<p>Wenn sich zwei Menschen im analogen Leben begegnen, lesen sie zunächst den körpersprachlichen Ausdruck. Welche Körperhaltung hat das Gegenüber? Wie ist der Gesichtsausdruck? Wie bewegt sich die Person? Wo positioniert sie sich in Bezug auf mich? Wahrt sie Abstand? Kommt sie näher? Zu nah?</p>



<p><strong>Körpersprache </strong>macht ungefähr <strong>zwei Drittel</strong> der Kommunikation mit einer anderen Person aus.</p>



<p>Auch die <strong>Stimme</strong> verrät einiges über uns und unser Gegenüber. Das bekommen wir in Sprachnachrichten oder Videos relativ gut mit. <strong>Ungefähr ein Viertel</strong> der Kommunikation erleben wir über die Stimme. Klingt sie weich oder hart? Leise oder laut? Spricht die Person schnell? Macht sie viele Worte oder äußert sie sich knapp?</p>



<p><strong>Sieben Prozent</strong>, die dann noch verbleiben, sind <strong>Daten, Zahlen und Fakten</strong>. Das, was wir in einer Textnachricht ausdrücken können, ist also nur ein Bruchteil der insgesamt möglichen Kommunikation.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Digitalität und Einsamkeit</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Sinnlich verarmte Kommunikation birgt das Risiko von <strong>Missverständnissen und Entfremdung</strong>. Und wer von sich und den anderen entfremdet ist, fühlt sich eher einsam.</p>



<p>Viele Menschen, die regelmäßig im digitalen Raum unterwegs sind, berichten daher trotz eines großen digitalen „Freundeskreises“ über <strong>Einsamkeitsgefühle</strong>. Besonders dann, wenn sie nur wenige oder keine analogen Kontakte pflegen.</p>



<p>Seit der Verbreitung von Smartphones berichten immer mehr Menschen über massive Gefühle der Isolation. Um echte Verbundenheit zu empfinden, braucht es offensichtlich mehr als eine Textantwort.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Synthetische Beziehungen</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Andere Menschen bauen eine <strong>synthetische Beziehung </strong>zu einem Sprachmodell auf oder verlieben sich in personalisierte Chatbots (Companion-Chatbots).</p>



<p>Die Frustration über unerfüllende analoge Beziehungen kann dazu führen, dass sich Menschen eher digital „verbinden“.</p>



<p><strong>Weil diese virtuellen Entitäten keine eigenen Bedürfnisse haben und sich im Laufe der Zeit immer besser an das analoge Gegenüber anpassen, bieten sie die scheinbar „perfekte“, weil konfliktfreie Beziehung an.</strong></p>



<p>Wenn es im „echten Leben“ nicht läuft, bieten digitale Beziehungen eine Gelegenheit zur Flucht in den virtuellen Raum. Leider fehlt damit aber die Möglichkeit, die eigene soziale Kompetenz zu erweitern.&nbsp;</p>



<p>Dazu benötigen wir die Reibung, die in Begegnungen zwischen Menschen gelegentlich entsteht, ebenso wie echte Resonanz und Spiegelung.</p>



<p><strong>Wer überwiegend gelernt hat, ein gefälliges und chronisch freundliches „Gegenüber“ zu haben, kann später Schwierigkeiten haben, leibhaftigen Menschen zu begegnen</strong>.&nbsp;</p>



<p>Denn kein Mensch aus Fleisch und Blut ist perfekt, permanent freundlich und gewillt, sich dauerhaft auf uns abzustimmen. Das kann in der analogen Welt zu Frustration führen.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Der Chatbot als Therapeut</h3>



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<p>Dies hat auch für das therapeutische Feld Konsequenzen. Ich finde es angesichts der desolaten Versorgung mit Therapieplätzen mehr als verständlich, dass immer mehr Menschen KI auch als therapeutische Begleitung nutzen.</p>



<p>Immer häufiger bekomme ich Anfragen, die mit den Worten beginnen: Die KI hat gesagt…</p>



<p>Doch die Aufgabe einer guten Therapie ist neben Verständnis auch, die Klienten sanft zu konfrontieren und sie damit behutsam zu Entwicklungsschritten einzuladen. Eine chronisch freundliche KI tut genau dies nicht.</p>



<p>Durch die Zunahme synthetischer Beziehungen wird auch deutlich, wie essenziell es ist, sich in der Not an jemanden wenden zu können und nicht mit dem eigenen Leid allein zu bleiben. In der Not greift unser Bindungsinstinkt.</p>



<p>Dass unser Bedürfnis nach Bindung in synthetischen Beziehungen in voller Tiefe erfüllt wird, stelle ich jedoch entschieden infrage.&nbsp;</p>



<p><strong>Weil die Körperresonanz fehlt, fühlen wir uns nicht gefühlt. Diese Art echter Empathie kann ein Chatbot nicht leisten, sondern bestenfalls imitieren.</strong></p>



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<h3 class="wp-block-heading">Enthemmung und Entmenschlichung</h3>



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<p>Durch den Mangel an unmittelbarer sinnlicher Rückmeldung im digitalen Raum fällt häufig die Hemmschwelle, die Menschen davon abhält, anderen zu schaden.</p>



<p>Wer nicht in das Gesicht seines Gegenübers schauen muss, hat es wesentlich leichter, einen abwertenden Kommentar zu hinterlassen oder die Person anderweitig zu diskreditieren.</p>



<p>Im Cybermobbing potenziert sich das Aggressionspotenzial. <strong>Denn in den unendlichen Weiten des Internets gibt es keinen Schutzraum.</strong> Was einmal online geht, ist kaum wieder zu löschen. Und selbst dann ist es auffindbar.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Der digitale Raum ist selektiv, nicht unendlich</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wenn wir uns über das Internet oder KI informieren, sollten wir uns dessen bewusst sein, dass nicht sämtliches Wissen, das es in der analogen Welt gibt, auch im digitalen Raum repräsentiert ist.&nbsp;</p>



<p><strong>Die analoge Welt ist wesentlich umfassender als das Internet.</strong> Folglich wird im Internet nur ein Ausschnitt der analogen Welt abgebildet.</p>



<p>KI-Sprachmodelle werden mit Informationen aus dem Internet trainiert. Da sich dort nicht in gleicher Dichte Informationen sämtlicher Schichten und Haltungen finden, geht das Anlernen der KIs automatisch mit einem Vorurteil einher.</p>



<p>Bevölkerungsgruppen, die nicht schwerpunktmäßig mit Sprache zu tun haben, werden mit großer Wahrscheinlichkeit weniger im Internet repräsentiert sein als jene, die ohnehin mit dem gesprochenen oder geschriebenen Wort umgehen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Algorithmen und Selbstreferenzialität</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ein weiterer Punkt, der in der Betrachtung von Digitalität nicht zu unterschätzen ist, ist die Auswirkung der Algorithmen. Insbesondere in den sozialen Medien, doch auch auf Plattformen wie YouTube bestimmen Algorithmen, was du siehst.</p>



<p><strong>Denn das Geschäftsmodell der Plattformbetreiber basiert darauf, dass du möglichst viel Zeit auf der Plattform verbringst. Das führt dazu, dass du mehr von deinen Lieblingsinhalten zu sehen bekommst und dadurch in einer Filterblase landest.</strong></p>



<p>Leider verführt dies bei intensiver Online-Zeit zu der irrigen Annahme, dass die Welt (auch die analoge) so aussieht, wie unser persönlicher Feed es uns glauben lässt.&nbsp;</p>



<p><strong>Die Bereitschaft, sich mit Andersartigkeit auseinanderzusetzen, lässt nach, weil sie nicht geübt wird.</strong> Durch den Mangel an Dialog mit Andersdenkenden wird einer Spaltung auch auf gesellschaftlicher Ebene Vorschub geleistet – was einem demokratischen Miteinander nicht unbedingt förderlich ist.</p>



<p>Ein weiteres Mittel, um Nutzer auf den Plattformen zu halten, sind <strong>immer extremere Inhalte</strong>. Was bereits in den Printmedien funktioniert hat, potenziert sich im digitalen Raum.</p>



<p>Angstmache hält die Menschen im Bann. Der Hook (die Titelzeile) muss stimmen. Ein reißerischer Titel sorgt für viele Aufrufe, und die Zahl der Klicks ist der Gradmesser für den Erfolg des Kanalbetreibers. Besonders in den sozialen Medien wird dabei an die Angst, ausgeschlossen zu sein (FOMO), appelliert.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Auswirkungen auf das Nervensystem</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Das Nervensystem ist die Summe unserer Gewohnheiten. Was wir Tag für Tag erleben, formt unser Gehirn. Dies entwickelt seine grundlegenden Fähigkeiten bis ins frühe Erwachsenenalter.&nbsp;</p>



<p>Wer sich in dieser Lebensphase <strong>analoges Basiswissen</strong> aneignet (Welt be-greift), entwickelt ein <strong>besseres Körper- und Selbstgefühl</strong> und ist somit auch weniger anfällig für die digitalen Ersatzangebote.</p>



<p><strong>Wer eher digital unterwegs ist, setzt sich</strong> durch eine Mischung aus Reizüberflutung, Algorithmen und persönlicher Isolation <strong>chronischem Stress aus</strong>, in der sich Fähigkeiten wie Selbst- und Emotionsregulation bestenfalls unter erschwerten Bedingungen, oft aber auch nicht entwickeln können.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Digitalität und Suchtverhalten</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Auch in der analogen Welt ist Suchtverhalten eine weitverbreitete Kompensationsstrategie. Wer nicht in sich ruht, greift häufiger zu Substanzen, Alkohol, Essen, Sport, Sex, Arbeit – oder eben dem digitalen Endgerät, um der inneren Leere zu entfliehen.</p>



<p>Warum Menschen, die unter den Folgen von frühem Trauma leiden, stärker zu suchtartigen Verhaltensweisen neigen, habe ich in einem eigenen Blogartikel über <strong>Trauma, Sucht und Sehnsucht</strong> beschrieben.</p>



<p><strong>Digitalsucht wird von den Plattformbetreibern billigend in Kauf genommen, damit die Nutzer mehr Zeit auf den Plattformen bleiben und ihnen mehr Daten liefern – an denen sie gut verdienen.</strong> Die Betreiber kreieren durch die Algorithmen das Problem und bieten gleichzeitig die Lösung an – undendliche Feeds und Betäubung durch Doom-Scrolling.</p>



<p>Auch diese Strategie gibt es in der analogen Welt. In der digitalen Welt wirkt sie sich wegen der Menge der Reize und der sich ständig erhöhenden Taktzahl noch massiver aus – nicht zuletzt deshalb, weil Menschen sich mit ihren digitalen Endgeräten isolieren und aus analogen, leibhaftigen Kontakten lösen.</p>



<p>Besonders deutlich wird mir das, wenn ich etwa im Café Paare sehe, die kaum miteinander sprechen, aber bei jeder Gelegenheit nach dem Smartphone greifen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Digital Natives und digitale Immigranten</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Digital Natives, also nach ca. 1995 Geborene, sind die erste Generation, die mit Digitalität aufgewachsen ist.&nbsp;</p>



<p>Menschen der sogenannten Generation Z verbringen im Durchschnitt täglich 6–7 Stunden vor ihrem Endgerät in digitaler Konnektivität, aber häufig ohne ausreichende echte Bindungen.</p>



<p><strong>Dabei interessieren sich die Jungen eher für Onlinespiele, die Mädchen nutzen eher Social Media.</strong></p>



<p>Dies bedeutet: <strong>mehr Input, weniger Co-Regulation und in der Folge ein dauergestresstes Nervensystem</strong>. Dabei können sie nicht auf eine vorherige analoge Erfahrung zurückgreifen.</p>



<p>Die Folge sind exponentiell zunehmende Gefühle von <strong>Einsamkeit und grundlegender Sinnentleerung</strong>. Damit einhergehend haben auch <strong>Ängste und Depressionen</strong> zugenommen.</p>



<p>Ähnlich wie frühes Trauma dazu führt, dass sich das Nervensystem anders entwickelt als in einer sicheren Umgebung, bewirkt auch das Aufwachsen mit Digitalität ein stressgeladeneres Nervensystem als in einer analogen Umgebung mit echter Begegnung und einem langsameren Tempo.&nbsp;</p>



<p>Mit digitalen Geräten aufzuwachsen, produziert eine ähnliche Diskrepanz zwischen Dauerstress und Mangel an Co-Regulation.</p>



<p>In der Jugend ist der präfrontale Kortex, das Großhirn, noch nicht vollständig ausgereift. Lernen funktioniert in dieser Zeit noch über das Belohnungssystem, das von Dopamin gesteuert wird. <strong>Durch den digitalen Dauerkonsum bekommt das Nervensystem immer wieder Dopaminschübe</strong>.&nbsp;</p>



<p>Die analoge Welt mit weniger Reizen und langsamerem Tempo bewirkt eine geringere Dopaminausschüttung. <strong>Wer viel Zeit vor dem leuchtenden Viereck verbringt, vermisst im realen Leben häufig den Kick, und der analoge Alltag erscheint langweilig und sinnlos.</strong></p>



<p>Überwiegend analog durch die Pubertät zu kommen, und leibhaftige Kontakte zu pflegen, bildet offensichtlich ein gutes Fundament, sich später im digitalen Raum bewegen zu können, ohne allzu sehr aus dem Gefühl der Verbundenheit zu fallen. Selbstsicherheit verringert die Suchtgefahr – und die ist groß in der digitalen Welt.</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="533" src="https://anyalange.de/images2/Digitalitaet-und-Nervensystem-–-junge-Frau-am-Smartphone.jpg" alt="Digitalität und Nervensystem – junge Frau am Smartphone" class="wp-image-6743" srcset="https://anyalange.de/images2/Digitalitaet-und-Nervensystem-–-junge-Frau-am-Smartphone.jpg 800w, https://anyalange.de/images2/Digitalitaet-und-Nervensystem-–-junge-Frau-am-Smartphone-300x200.jpg 300w, https://anyalange.de/images2/Digitalitaet-und-Nervensystem-–-junge-Frau-am-Smartphone-768x512.jpg 768w, https://anyalange.de/images2/Digitalitaet-und-Nervensystem-–-junge-Frau-am-Smartphone-480x320.jpg 480w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>



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<h2 class="wp-block-heading">Digitalität und Körperbild</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Im digitalen Raum erleben wir kein entsprechendes Bild der analogen Welt, sondern eine perfektionierte Verzerrung. Diese führt zu immer extremeren Normen, höherem Leistungsdruck und Selbstentfremdung.</p>



<p>Durch die Entkörperung des Erlebens im digitalen Raum geht das Gefühl für den eigenen inneren Kompass verloren und wird durch Außenorientierung ersetzt.</p>



<p><strong>Wer sich selbst täglich mehrere Stunden lang durch einen Filter sieht, dem ist sein eigenes Spiegelbild fremd.</strong> Körperschemastörungen und eine drastische Zunahme von Schönheitseingriffen sind die Folge. </p>



<p>Übersexualisierte Darstellungen von Männern und Frauen verzerren den Blick auf den eigenen Körper. Dieser muss dann angepasst werden. Ich sehe im Stadtbild immer mehr Frauen, die sich immer ähnlicher sehen. Wie schade!</p>



<p>Die starke Normierung bestimmter körperlicher Merkmale uniformiert die digitale wie die analoge Welt auf eine groteske Weise. Die Freude an der Vielgestaltigkeit menschlichen Seins geht darüber häufig verloren.&nbsp;</p>



<p>Haben wir uns früher mit den anderen im Viertel verglichen, gleichen wir uns heute mit dem Rest der Welt ab. Das erhöht den Druck gewaltig.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Sexualität und der digitale Raum</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Auch auf die Entdeckung und Ausgestaltung der Sexualität hat das zunehmende Verweilen im digitalen Raum massiven Einfluss. Kaum ein 12-Jähriger, der nicht schon im Netz mit sexuellen Inhalten in Kontakt gekommen ist.&nbsp;</p>



<p>Damit möglichst viel konsumiert wird, werden auf den gängigen Plattformen immer extremere Inhalte gezeigt. So wird auch hier Suchtverhalten begünstigt.</p>



<p>Jungen, die über das Internet selbstbezogene Formen der Sexualität entwickeln, haben es schwerer, Sexualität im Kontakt zu erleben. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum sie später keine Partnerin finden. Die Diskrepanz zwischen digitalen Idealbildern und der analogen Unerreichbarkeit kann zu gewaltiger Frustration führen. </p>



<p>Im Internet finden sie Gleichgesinnte, mit denen sie ihr Erleben teilen. Wie etwa in der Gruppe der Incel – unfreiwillig zölibatär lebende Männer, deren Wut sich häufig gegen Mädchen und Frauen richtet.</p>



<p>Das zärtliche Entdecken eigener Vorlieben und Grenzen im körperlichen und sexuellen Miteinander wird im Netz kaum bis gar nicht repräsentiert. Stattdessen orientieren sich Jungs wie Mädchen an klickoptimierten Inhalten.&nbsp;</p>



<p>Mitunter entwickeln sie große Unsicherheiten, wenn ihr inneres, zartes Empfinden nicht mit den drastischeren Darstellungen im Netz korrespondiert.&nbsp;</p>



<p>Dies kann dazu führen, dass sie über ihre eigenen Grenzen gehen, weil sie Angst haben, außen vor zu sein (FOMO). Andere junge Menschen entwickeln ihre Körperlichkeit und Sexualität nicht oder kaum. &nbsp;</p>



<p>Im digitalen Raum findet somit auch eine Bahnung bestimmter Formen von Sexualität statt, der sich einige beugen, andere entziehen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Der digitale Raum als Zuflucht</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Im digitalen Raum ist es möglich, Gleichgesinnte zu finden, wenn sich in der näheren Umgebung niemand findet. Wenn Menschen niemanden Ähnlichen in ihrer Nähe haben (etwa eine queere Person in einem sehr konservativen Umfeld), können sie sich digital mit Menschen ähnlicher Haltung vernetzen und Verbundenheit finden.</p>



<p><strong>In einer Welt, die zunehmend von Krisen geprägt ist, wird der digitale Raum jedoch auch genutzt, um realen Nöten zu entfliehen.</strong>&nbsp;</p>



<p>Joachim Bauer spricht in diesem Zusammenhang von „digitaler Mystik“ als säkularer Ersatzreligion, die Unsterblichkeit verheißt und Schmerz lindert. Flüchteten Menschen früher in religiöse oder spirituelle Welten, erfüllt heutzutage der digitale Raum diese Funktion.</p>



<p><strong>Zukunftsängste durch den immer komplexer werdenden Alltag und Dauerkrisenstimmung können so zumindest zeitweise ausgeblendet werden.</strong> Allerdings geht dies zulasten der Energie, die gebraucht wird, um den Alltag bestmöglich zu gestalten.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Zusammenfassung</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Mit der Verschiebung in den digitalen Raum verändern sich Lernen, Arbeiten und unsere Beziehungen – sowohl zu uns selbst als auch zu Anderen.</p>



<p><strong>Grundfähigkeiten</strong> wie Handschrift, Grundrechnen oder analoges Denken und Denken in Metaphern <strong>werden nicht entwickelt oder gehen verloren</strong>, wenn sie nicht zuvor analog erlernt wurden.</p>



<p>Das <strong>Nervensystem ist</strong> durch permanente Überstimulation und mangelnde Co-Regulation <strong>im Dauerstress</strong>.</p>



<p><strong>Wissen wird konsumiert statt verinnerlicht</strong>, weil es nicht durch verkörperte Erfahrung vertieft wird.</p>



<p>Digitale Arbeitsplätze und private Digitalzeit <strong>isolieren Menschen</strong>. Wir brauchen jedoch analoge Begegnungen. In der Folge erleben mehr Menschen Ängste oder Depressionen, weil sie weniger co-reguliert sind.</p>



<p>In einer Welt, in der Lösungen von außen kommen, geht die eigene Fähigkeit, Lösungen zu entwickeln, <strong>gehen Fantasie und Kreativität verloren</strong> – wenn wir sie nicht immer wieder trainieren.</p>



<p><strong>Eine Welt, die durch soziale Medien und digitalen Konsum geprägt ist, verbindet eine perfektionierte Außendarstellung mit dem Empfinden innerer Leere.</strong> Während der Zugang zum eigenen Inneren abnimmt, wird die Persona, der Avatar zur Marke stilisiert und überhöht. Je erfolgreicher die Personal Brand, desto mehr Follower hat sie. Häufig geht dies zulasten echter Kontakte.</p>



<p><strong>Digitale Welten bieten die Gelegenheit, der realen Welt zu entfliehen,</strong> und sind gleichzeitig ein lukratives Geschäftsmodell. Über die Zusammenhänge von Social Media, Bindung und Erschöpfung wird es einen separaten Blogartikel geben.</p>



<p><strong>Ohne den Widerstand, den die analoge Welt bietet, haben wir wenig Gelegenheit für Wachstum.</strong> Wir müssen buchstäblich unsere Muskeln und unser Gehirn aktivieren, um über uns hinauszuwachsen und uns zu entwickeln.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Gesundes Nervensystem in der Digitalität – wie ist das möglich?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Auch wenn ich in diesem Artikel die Auswirkungen digitalen Lebens sehr kritisch beleuchte – wir werden nicht wieder in ein analoges Zeitalter zurückkehren. Wir benötigen einen guten Umgang mit den digitalen Entwicklungen und der wachsenden Flut von Reizen. </p>



<p>Unser Nervensystem hat sich jedoch seit der Steinzeit nicht wesentlich weiterentwickelt. Es ist noch immer für ein langsameres, reizärmeres Leben konzipiert und konnte sich bisher nicht an unsere sich rasant entwickelnde Welt anpassen.&nbsp;</p>



<p><strong>Daher sind wir als Gesellschaft und als Menschheit gestresster als unsere Vorfahren. Der technische Fortschritt geht schneller voran, als wir uns als Spezies daran adaptieren können.</strong></p>



<p>Wie können wir also mit einem „steinzeitlichen“ Nervensystem möglichst gut mit den Herausforderungen der Digitalität und ihrer Komplexität umgehen?</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Sichere Bindung</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die beste Grundlage, sich entspannt und sicher in der analogen wie in der digitalen Welt zu bewegen, sind <strong>sichere Beziehungen</strong>.</p>



<p>Für Eltern kann dies bedeuten, ihr Kind nicht zu früh digitalen Medien auszusetzen. Noch wesentlicher ist jedoch, selbst <strong>präsent zu sein und eingestimmten Kontakt mit dem Kind</strong> <strong>aufzunehmen</strong>.</p>



<p>Immer wieder sehe ich Eltern, die ihr Kind tragen und den Spaziergang nutzen, um zu telefonieren oder unentwegt auf ihr Smartphone zu schauen, während sie den Kinderwagen schieben. </p>



<p>Wie mögen sich diese Kinder wohl dabei fühlen, wenn sie die elterliche Stimme hören, die an ihnen vorbeispricht? Wenn Eltern statt in ihr Gesicht auf ihr Smartphone schauen? Fühlen sie sich gefühlt? Fühlen sie sich gemeint? Fühlen sie sich verbunden? </p>



<p><strong>Soziale Anbindung im echten Leben, über Freunde und Gemeinschaft</strong>, ist essenziell dafür, dass wir uns nicht in den sogenannten sozialen Medien oder der Welt der Onlinespiele verlieren, sondern sie als Ergänzung nutzen können – wenn wir das wollen.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Verkörperte Erfahrung – analog first</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Lernen vollzieht sich nicht nur im Gehirn, sondern im ganzen Menschen. <strong>Daher lernen wir nachhaltiger, wenn der Körper einbezogen ist.</strong> Handschrift zu lernen ist ein anderer Schreibprozess als zu wischen oder zu tippen.</p>



<p>Praktisch angewandte Theorie bringt nicht nur Freude, sondern auch nachhaltigere Lernergebnisse und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.&nbsp;</p>



<p>Gemeinsam ein Baumhaus zu bauen und darüber Mathematik, Baustoffkunde und Miteinander zu lernen, ist wesentlich erfüllender, als Formeln zu büffeln und dabei übers Tablet zu wischen.</p>



<p>Weil wir verkörperte Wesen sind, ist <strong>regelmäßige Bewegung</strong> essenziell. Unser Körper will in Gebrauch sein, um nicht zu verkümmern. Auch hier gilt: use it or lose it. Bewegung wirkt auch gegen Depressionen.&nbsp;</p>



<p>Ähnlich wie eine KI mit guten Prompts bessere Ergebnisse liefert, tut dies unser Körper mit <strong>ausgewogener Ernährung</strong>. Ohne ausreichende Zufuhr von Nährstoffen können unser Körper und auch unser Nervensystem nicht gut arbeiten.&nbsp;</p>



<p>Das ist nichts Neues, kann aber nun, da wir durch immer mehr Virtualität das Gefühl für den Körper zu verlieren drohen, nicht genug betont werden.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Digital second – and limited</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wie verheerend eine primär digital erlebte Kindheit ist, ist sattsam bekannt. Die Nutzung von algorithmisch gesteuerten Apps kapert das Suchtzentrum/Dopaminsystem besonders bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen.</p>



<p><strong>Australien</strong> hat Anfang 2026 die Nutzung von <strong>Social-Media-Apps für Jugendliche unter 16 Jahren verboten</strong>. Ob dieser Weg erfolgreich ist, wird sich zeigen. Immerhin ist es ein Zeichen, dass die Suchtgefahr, welche von ihnen ausgeht, erkannt wurde.</p>



<p><strong>Schweden und Dänemark gehen in ihren Schulen einen Weg der De-Digitalisierung.</strong> Es werden wieder Schulbücher statt Tablets genutzt, und Smartphones müssen draußen bleiben. In Grundschulen soll sogar vollständig auf digitales Lernen verzichtet werden.</p>



<p>Zu sehen, dass analoge Entwicklung hier wieder mehr Raum bekommt, erfüllt mich mit Freude. Es gibt mir Hoffnung darauf, dass diese Generationen größere Chancen haben, sich zu ihrem Besten zu entwickeln. Und diese Entwicklung beinhaltet eine Begrenzung digitaler Nutzung.</p>



<p><strong>Für Arbeitsplätze</strong> kann dies bedeuten: <strong>Orte der Begegnung und/oder Bewegung</strong>. In der Klinik, für die ich lange tätig war, gab es für die Mitarbeiter regelmäßig angeleitetes Qigong in der Mittagszeit.</p>



<p>Individuell kann diese Begrenzung bedeuten: <strong>Smartphone-Zeiten einschränken, Digital Detox und digitalfreie Schlafzimmer und Esstische</strong>.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Digitalität und Menschlichkeit – ein hybrider Weg?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wir werden unsere Zukunft mit digitalen Geräten, KI und weiteren Innovationen erleben. Die Frage ist, ob wir die Gestaltung in die Hand nehmen oder sie denen überlassen, die an der Digitalität verdienen. Die Ergebnisse dürften sehr unterschiedlich ausfallen.</p>



<p>Wenn wir uns eine Zukunft wünschen, welche Menschlichkeit in unser Erleben einschließt, ist es notwendig, dass wir diese in uns entwickeln.&nbsp;</p>



<p>Denn wenn wir die digitale Zukunft menschlich prägen wollen, brauchen wir verkörperte, resonanzfähige Menschen, damit sie ihre Verbundenheit mit sich und der Welt in diesen Prozess einbringen. Um diese Fähigkeiten zu erlangen, braucht es entsprechend analoge Räume, in denen Verkörperung und Resonanz stattfinden können.</p>



<p>Falls du dich nun fragst, ob ich digitale Unterstützung in Anspruch nehme – auf jeden Fall. Technik fasziniert mich sehr – doch nur, wenn sie mir dient und nicht umgekehrt. </p>



<p>Ich lasse mir z.&nbsp;B. beim Schreiben gerne die Sortierarbeit bei der Gliederung und teils auch bei der Recherche abnehmen. Doch die prüfe ich genau. Meine Texte schreibe ich am liebsten selbst, dabei habe ich die besten Ideen und Einsichten.</p>



<p><br><br>Ich hoffe, ich konnte dir etwas mitgeben über meine Gedanken zu den Zusammenhängen von Digitalität und unserem inneren Empfinden. Wenn du Interesse hast, dich mehr mit deiner Entwicklung zu beschäftigen, schau dir gerne mein <a href="https://anyalange.de/angebot/" data-type="page" data-id="6587">Angebot</a> an.</p>



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<p class="has-small-font-size">Bildnachweis<br>Hände auf dem Laptop – LukaFunduk@depositphotoscom<br>Junge beim Online-Spiel – ma&#112;&#111;&#45;&#106;a&#112;an&#64;&#100;&#101;p&#111;&#115;i&#116;&#112;hot&#111;&#115;&#46;c&#111;m<br>Junge Frau am Smartphone – Y-&#66;oy&#99;h&#101;&#110;ko&#64;d&#101;&#112;os&#105;&#116;&#112;hotos.&#99;&#111;&#109;</p>



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<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://anyalange.de/digitatitaet-und-nervensystem/">Digitalität und Nervensystem</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://anyalange.de">Anya Lange | Somatische Resilienz</a>.</p>
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		<title>Trauma, Sucht und Sehnsucht</title>
		<link>https://anyalange.de/trauma-sucht-und-sehnsucht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anya Lange]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Feb 2025 20:27:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Trauma, Sucht und Sehnsucht sind untrennbar miteinander verwoben. Während suchtartiges Verhalten gesamtgesellschaftlich immer mehr zunimmt, wird der Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen jedoch meist nur unzureichend adressiert. Mögliche Gründe hierfür werde ich in diesem Artikel beleuchten. Sucht kann viele Gesichter haben und zeigt sich nicht nur im übermäßigen Konsum bewusstseinsverändernder Substanzen. Die neueste Serie auf Netflix [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[


<p>Trauma, Sucht und Sehnsucht sind untrennbar miteinander verwoben. Während suchtartiges Verhalten gesamtgesellschaftlich immer mehr zunimmt, wird der Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen jedoch meist nur unzureichend adressiert. Mögliche Gründe hierfür werde ich in diesem Artikel beleuchten.</p>



<p>Sucht kann viele Gesichter haben und zeigt sich nicht nur im übermäßigen Konsum bewusstseinsverändernder Substanzen. Die neueste Serie auf Netflix in Dauerschleife mit anschließendem Schlafdefizit, in Social Media zu versinken, die Chipstüte, die unbedingt geleert werden muss oder das Stück Kuchen am Nachmittag als Muss sind Beispiele für ganz alltägliches und weitverbreitetes Suchtverhalten.</p>



<p>Chronischer Stress durch nicht integrierte belastende Gefühle kann durch einzelne Ereignisse wie Unfälle, OPs etc. ausgelöst werden. Häufig ist es jedoch auch der stete Tropfen mangelnder Einstimmung und Verbundenheit bei frühem Trauma, der den Stein des Urvertrauens in Menschen aushöhlt und sie von sich selbst entfremdet.</p>



<p>In diesem Artikel beleuchte ich die Zusammenhänge zwischen traumatischem Erleben, Suchtverhalten und Sehnsucht, die manchmal leidvoll, manchmal aber auch ein Leitstern für den Heilungsprozess sein kann.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="1-warum-langsamer-oft-schneller-ist-und-weniger-oft-mehr">Trauma, Sucht und Sehnsucht – warum eine gemeinsame Betrachtung?</h2>



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<p>Die Themen Trauma, Sucht und Sehnsucht tauchen oft gemeinsam auf. Viele Menschen mit suchtartigen Verhaltensweisen leiden unter den Folgen von traumatischen Erlebnissen.&nbsp;</p>



<p>Häufig geraten sie über ihre suchtartigen Verhaltensweisen in eine Abwärtsspirale, die sie immer weiter von ihrem ursprünglichen Sehnsuchtsziel – und von sich selbst – entfernt.&nbsp;</p>



<p>Um diesen Zirkel zu unterbrechen, ist es wichtig, die Zusammenhänge zwischen erlebtem Trauma und dem Suchtverhalten zu erkennen. Rein mit Willenskraft und ohne Gespür für die oft leidvollen Hintergründe der Sucht wird Genesung schwierig.</p>



<p>Zunächst möchte ich einmal betrachten, was Sucht eigentlich ist. Dann gehe ich darauf ein, warum traumatische Erlebnisse Menschen anfälliger machen für suchtartiges Verhalten. Zum Schluss betrachte ich mögliche Wege aus diesen Verhaltensweisen – und welche Rolle die Sehnsucht in allem spielt.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Was ist überhaupt Sucht?</h2>



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<p>Beim Thema Sucht denken wir meist an Alkohol, Nikotin, Kaffee oder Drogen. Doch Menschen können nicht nur vom Gebrauch bestimmter Substanzen (auch Medikamente) abhängig werden.&nbsp;</p>



<p>Auch Verhaltensweisen wie Shoppen, Spielen, bestimmte Arten von Essverhalten oder Scrolling prägen sich als hirnphysiologisch besänftigende Gewohnheiten so tief ein, dass wir irgendwann nicht anders können, als uns immer wieder so zu verhalten – wider besseres Wissen. Unser Verstand ist diesen Gewohnheiten gegenüber dann machtlos.</p>



<p><strong>In diesem Sinne kann alles</strong> <strong>zur Sucht werden</strong>. Auch übermäßiges Arbeiten, Sammeln, exzessiver Sport, Sex oder Romanzen.&nbsp;</p>



<p>Hier weiche ich von der Suchtdefinition in den diagnostischen Manualen (ICD 11 oder DSM V) ab. Dort werden neben substanzgebundenen Süchten auch einige wenige suchtartige Verhaltensweisen beschrieben.&nbsp;</p>



<p>Meines Erachtens ist die Bandbreite von Suchtverhalten jedoch viel größer, als sie dort dargestellt wird.&nbsp;</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Sucht als Traumakompensation im Alltag</h2>



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<p>Suchtverhalten bewegt sich auf einem Spektrum. Die entscheidende Frage ist: dient es wirklich dem Genuss, ist es eine Kompensation von Leid und bist du noch in der Lage, dein Verhalten zu steuern? Oder steuert es dich? Oft ist das gar nicht so leicht zu sagen.</p>



<p>Vielleicht kennst du das auch: Nur noch eine Folge der neuesten Netflix-Serie, obwohl es schon so spät ist. Und wieder bekommst du in dieser Nacht zu wenig Schlaf.</p>



<p>Oder du bleibst zu lange am Handy und scrollst immer weiter, obwohl du eigentlich etwas ganz anderes vorhattest, das dann liegenbleibt. So bleibt die To-do-Liste gleich lang und erzeugt weiter Stress.</p>



<p>Möglicherweise fällt es dir schwer, bei der Arbeit regelmäßig Pausen zu machen und zu regenerieren, obwohl du weißt, dass du dann am Abend vollkommen erschöpft bist – und den Yoga-Kurs an dir vorbeiziehen lässt.</p>



<p>Deine Kraft verbraucht sich in permanenter Geschäftigkeit (auf Englisch sehr treffend Busyholism genannt), und für etwas Erbauliches und Freude schenkendes reicht die Energie dann nicht mehr.</p>



<p>So kannst du auf vielfältige Weisen dein Licht dimmen und deine Kraft mindern.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="2-langsamer-ist-schneller">Zentrale Merkmale der Sucht</h2>



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<p>Wenn du einschätzen willst, ob es bei deinem Verhalten um Kompensations- oder Suchtverhalten geht, helfen dir vielleicht die folgenden Anhaltspunkte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Du hast das Gefühl, bestimmte Dinge zwanghaft tun oder konsumieren zu müssen – und kannst das nicht über den Verstand steuern.</li>



<li>Im Laufe der Zeit nimmt die beruhigende oder erleichternde Wirkung deines Suchtverhaltens ab.</li>



<li>Daher machst du mehr vom Gleichen. Mehr Serien, mehr Bildschirmzeit, mehr Shopping, Sport, Alkohol, Zucker, Kaffee oder …</li>



<li>Im Laufe der Zeit verbraucht das suchtartige Verhalten viel Geld, Energie, Zeit oder Aufmerksamkeit. Diese Ressourcen fehlen dir dann, um deinen Alltag und deine Beziehungen gut zu gestalten. Deine Gedanken kreisen stark um dein Suchtverhalten.</li>



<li>Wenn du damit aufhörst oder es reduzierst, wirst du unruhig, ängstlich, schlaflos oder gereizt und übellaunig. Entzugssymptome können viele Gesichter haben. Dazu gehören neben körperlichen Stressreaktionen (häufig beim Substanzentzug) auch Veränderungen der Stimmung.</li>



<li>Also machst du weiter, obwohl du mittlerweile spürst, dass dein Alltag durch dein Verhalten eingeschränkt ist.</li>



<li>Weil du dich dem zwanghaften Suchtverhalten gegenüber ohnmächtig fühlst, schämst du dich und versuchst, es zu verbergen oder kleinzureden. „Ich hab&#8217;das im Griff“, ist eine Standardfloskel vieler Menschen mit Suchtthemen – auch wenn sie leider oft nicht stimmt.</li>



<li>Noch mehr vom Gleichen zu tun, ist für viele Menschen dann ein Weg, die Scham über das eigene Suchtverhalten nicht zu spüren.</li>
</ul>



<p><strong>Du weißt genau, was dir guttut und verfällst dennoch immer wieder in die gleichen hartnäckigen (schädlichen) Verhaltensweisen. </strong>Das hat etwas damit zu tun, wie dein Gehirn funktioniert und was diese Gewohnheiten darin bewirken. <strong>Sie beruhigen das Nervensystem – zumindest kurzzeitig</strong>. Auch wenn sie langfristig schaden.</p>



<p>Wenn du wissen willst, wo du auf dem Spektrum Genuss – Kompensation (Sucht) stehst, findest du das am ehesten heraus, indem du mit deinem Verhalten pausierst und dich beobachtest. Geht es dir besser oder schlechter ohne deine Gewohnheit?</p>



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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Frage ist nicht, warum es so viel Sucht gibt. Die Frage ist vielmehr, warum es so viel Schmerz gibt.“</p>
<cite>Gabor Maté, PhD</cite></blockquote>



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<h2 class="wp-block-heading">Sucht und Schmerzkompensation</h2>



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<p>Generell liegt nämlich jedem Suchtverhalten ein unaushaltbar erscheinendes Gefühl, ein Schmerz, zugrunde. Unser Gehirn unterscheidet hierbei nicht, ob es um ein körperliches oder seelisches Leid geht. Schmerz, gleich welchen Ursprungs, wird im selben Hirnareal verarbeitet.</p>



<p>Intensive und überwältigende Gefühle erzeugen Stress im Körper. Und weil das Nervensystem nicht für längere Stressphasen geschaffen ist, sucht es nach einer – möglichst kurzfristigen – Linderung dieser Gefühle.</p>



<p>Viele abhängig machende Substanzen (etwa Opiate oder Cannabis) sind ihrem Ursprung nach schmerzlindernd. Doch auch verhaltensgebundene Süchte bringen das Gehirn – zumindest kurzfristig – in einen Zustand von Erleichterung.</p>



<p>Welche Strategie auch immer uns dabei hilft, unseren Zustand erträglicher zu machen: Was einmal geholfen hat, darauf greifen wir bei der nächsten Gelegenheit wieder zurück.</p>



<p>Denn wenn die Kompensationsstrategie aufgeht, wird im Gehirn <strong>Dopamin</strong> ausgeschüttet. Das Glücks- oder Erleichterungsgefühl, das damit einhergeht, motiviert uns dann, beim nächsten Mal wieder dieselbe Strategie zu verfolgen.&nbsp;</p>



<p>Die Verbindung der Nervenzellen, die daran beteiligt sind, festigt sich so mit jeder Wiederholung. Damit automatisiert sich unser Verhalten, und wir entwickeln – mehr oder weniger dysfunktionale – Gewohnheiten.&nbsp;</p>



<p>Kann der Verstand nicht (mehr) regulierend eingreifen, wird die Gewohnheit zur Sucht. Wir machen auch dann weiter, wenn wir wissen, dass uns dieses Verhalten langfristig schadet – weil es uns kurzfristig erleichtert.</p>



<p>Dann hat die Gewohnheit uns im Griff, anstatt dass wir die Gewohnheit haben. Die Grenzen zwischen Genuss und Kompensation oder Sucht sind dabei fließend.</p>



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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Sucht ist nicht, <strong>was</strong> du tust oder konsumierst, sondern <strong>warum</strong>.</p>
</blockquote>



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<h2 class="wp-block-heading">Sucht, Nervensystem und inneres Erleben</h2>



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<p>Wir werden also nicht abhängig von dem, was wir tun oder konsumieren, sondern davon, was dabei in unserem Nervensystem geschieht. Und weil wir glauben, diese bestimmte Strategie zu brauchen, um uns so zu fühlen.</p>



<p><strong>Sucht ist demzufolge ein unkontrollierbares Verlangen nach einem bestimmten inneren Erleben, das nicht über den Verstand zu regeln ist.</strong></p>



<p>Es ist also nicht die Substanz oder das Verhalten selbst, sondern die biophysikalischen Vorgänge im Nervensystem und die Gefühle, die sie in uns auslösen, die süchtig machen. Insofern hat jede Art der Sucht, egal ob substanz- oder verhaltenbasiert, eine körperliche Komponente.</p>



<p>Solange wir nicht lernen, uns zu regulieren und unseren (scheinbar überwältigenden) Gefühlen weiterhin ausweichen müssen, besteht die Gefahr, dass wir eine Kompensationsstrategie nahtlos durch eine andere ersetzen.</p>



<p>Dann kann es sein, dass es etwa gelingt, auf Alkohol oder Kaffee zu verzichten, dafür aber regelmäßig Zucker zu konsumieren oder die Bildschirmzeit zu verlängern. Oder weniger zu arbeiten, dafür aber exzessiv zu sporteln.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Trauma und Sucht</h2>



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<p>Gerade Menschen, die unter Traumafolgen leiden, sind anfälliger dafür, suchtartige Verhaltensweisen zu entwickeln. Denn sie tragen als Folge leidvoller Erlebnisse, meist in der Kindheit, einen überwältigend erscheinenden Schmerz, eine tiefe Scham in sich.</p>



<p>Je früher oder extremer das Erlebte war, desto größer sind das Leid und die Scham. Häufig scheinen sie so stark, dass sie nicht auszuhalten sind.</p>



<p>Menschen mit frühem Trauma wurden als Kinder nicht ausreichend beruhigt, also co-reguliert.&nbsp; Dieser Mangel an eingestimmter Zuwendung löst bei ihnen das Gefühl aus, es nicht wert zu sein, diese Aufmerksamkeit nicht zu verdienen.</p>



<p>Weil sie damals nicht co-reguliert wurden, ist bei ihnen häufig auch später im Leben das Vermögen, sich selbst zu regulieren (<a href="/selbstregulation">Selbstregulation</a>) und so den Schmerz zu lindern, eingeschränkt.&nbsp;</p>



<p>Da ihnen diese Fähigkeit fehlt, nutzen sie dann häufig die Kompensation über suchtartige Verhaltensweisen oder Substanzen, um mit dem eigenen Leid zurechtzukommen.</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="533" src="https://anyalange.de/images2/Trauma-Sucht-und-Sehnsucht-–-Frau-verschlingt-Kuchen.jpg" alt="" class="wp-image-6375" srcset="https://anyalange.de/images2/Trauma-Sucht-und-Sehnsucht-–-Frau-verschlingt-Kuchen.jpg 800w, https://anyalange.de/images2/Trauma-Sucht-und-Sehnsucht-–-Frau-verschlingt-Kuchen-300x200.jpg 300w, https://anyalange.de/images2/Trauma-Sucht-und-Sehnsucht-–-Frau-verschlingt-Kuchen-768x512.jpg 768w, https://anyalange.de/images2/Trauma-Sucht-und-Sehnsucht-–-Frau-verschlingt-Kuchen-480x320.jpg 480w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>



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<h2 class="wp-block-heading">Sucht und Schmerz gehören zusammen</h2>



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<p><strong>Suchtverhalten ist also eine Strategie, nicht aushaltbarem Schmerz zu entkommen – zumindest kurzzeitig.</strong> Insofern ist nicht die Sucht selbst das Problem, sondern das darunterliegende Leid.&nbsp;</p>



<p>Solange der Schmerz nicht gelindert wird, kann die Strategie, ihn in Schach zu halten, variieren, und es kommt zur Suchtverlagerung.</p>



<p>Der in Kanada lebende Arzt Dr. Gabor Maté hat sich ausgiebig mit den Zusammenhängen von Sucht und Trauma beschäftigt. Er formuliert das so: Die Sucht beginnt mit dem Schmerz und endet mit dem Schmerz. Es ist ein Teufelskreis der Scham, der mit Sucht einhergeht.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Umgang mit Schmerz in der Suchttherapie</h2>



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<p>Weil extremer, nicht aushaltbarer Schmerz (häufig die Folge früher Traumatisierungen) das Hintergrundgeräusch jeder Sucht ist, wirken Therapien, die den Schwerpunkt auf das Suchtverhalten selbst legen, oft nicht nachhaltig.&nbsp;</p>



<p><strong>Liegt der Fokus der Therapie hauptsächlich in der Konsum- oder Verhaltenskontrolle und Abstinenz, bleibt das Risiko eines Rückfalls recht hoch.</strong></p>



<p>Werden die Menschen zusätzlich beschämt, isoliert und stigmatisiert (was in unserer Gesellschaft insbesondere bei Menschen mit Substanzmissbrauch häufig vorkommt), verstärkt sich das Leid – und demzufolge auch der Suchtdruck.</p>



<p>Wenn jedoch der Schmerz der Einsamkeit und Isolation hinter der Sucht Raum bekommt, erhöhen sich die Chancen für eine nachhaltige Integration alter Verletzungen.</p>



<p><strong>Gelingt es Menschen, ihre alten Wunden zu heilen und den ursprünglichen Schmerz zu lindern, wird die Notwendigkeit der Kompensation durch Suchtverhalten geringer.&nbsp;</strong></p>



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<h2 class="wp-block-heading">Schmerz durch fehlende Verbundenheit</h2>



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<p>Was Menschen durch Suchtverhalten zu kompensieren versuchen, ist in den meisten Fällen der Schmerz, der durch einen <strong>Mangel an Verbindung</strong>, durch ein Gefühl tiefer Isolation und Einsamkeit entsteht.&nbsp;</p>



<p>Johann Hari erklärt das in seinem TED Talk über Sucht (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=PY9DcIMGxMs" target="_blank" rel="noopener">Everything you know about addiction is wrong</a>) sinngemäß so: Wir sind als soziale Wesen dazu geschaffen, uns miteinander zu verbinden. Wenn uns dies nicht mit unseren Mitmenschen gelingt, verbinden wir uns mit etwas anderem, das uns Erleichterung verschafft.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Verbundenheit als Heilungschance</h2>



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<p>Wenn es gelingt, sich dem eigenen Schmerz (dosiert) zu stellen und ihm nicht mehr ausweichen zu müssen, ist das ein wesentlicher Schritt in Richtung Heilung und Integration.</p>



<p>Was Menschen dazu brauchen, ist das, was damals gefehlt hat, als der Schmerz entstanden ist: die Co-Regulation durch eine eingestimmte, zugewandte Person oder Gruppe.</p>



<p>Wenn wir uns mit anderen verbunden fühlen, können wir auch mit unserer eigenen Kraft im Inneren Kontakt aufnehmen. Dann können Einsamkeit und Isolation sich wandeln in Verbundenheit und ein Gefühl von Heimat – in uns selbst und in der Welt.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Welche Rolle spielt die Sehnsucht?</h2>



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<p>Viele Menschen mit Traumahintergrund tragen in sich eine tiefe Sehnsucht danach, dass es in ihrem Leben noch etwas anderes geben möge als das, was sie als Kinder erlebt haben – und oftmals auch heute noch erleben.</p>



<p>Häufig ist es diese Sehnsucht, etwa nach gelingenden statt dysfunktionalen Beziehungen, die Menschen motiviert, sich auf die innere Reise zu begeben.</p>



<p>Manchmal kann es im Laufe des Heilungsprozesses auch schmerzhaft sein, zu spüren, dass sie von ihrem Sehnsuchtsziel (noch) entfernt sind. Dieser Schmerz kann sehr heftig sein und ebenfalls anfällig machen für Kompensations- und Suchtverhalten. Wenn er sich zeigt, ist es wichtig, sich gehalten zu fühlen und damit nicht allein zu sein.</p>



<p>Wenn er als „Trauer um das ungelebte Leben“ einen guten Platz bekommt, kann die Sehnsucht als innerer Leitstern den Weg zu mehr Verbundenheit weisen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Sucht, Beschämung und die Schwierigkeit, sich zu verbinden</h2>



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<p>Wie wir gesehen haben, sind Scham und ein geringes Selbstwertgefühl häufig der Hintergrund für Suchtverhalten.</p>



<p>Menschen mit suchtartigen Verhaltensweisen wird häufig ein Mangel an Willensstärke oder ein moralisches Fehlverhalten unterstellt – was eine weitere Beschämung darstellt.</p>



<p>Spätestens wenn die Folgen der Sucht sichtbar werden (etwa bei Menschen mit starkem Übergewicht oder Substanzmissbrauch und dessen Folgen), wenden sich viele Mitmenschen ab und distanzieren sich. Vielleicht auch, weil sie durch Mitgefühl für das Leid der anderen an ihren eigenen Schmerz erinnert würden.&nbsp;</p>



<p>Sucht zu stigmatisieren (und zu kriminalisieren), erschwert jedoch für viele Betroffene den Weg zur Heilung. Denn wenn sie ausgegrenzt werden, können sie nicht wieder in die Verbundenheit kommen – die Scham verstärkt sich und verlangt wieder nach Kompensation.&nbsp;</p>



<p><strong>Je verletzter Menschen sind, desto mehr versuchen sie, dem Schmerz zu entkommen.</strong> Damit verstärkt sich dann auch die Selbstentfremdung und das Gefühl tiefer Isolation.</p>



<p>Zusätzlich adressieren viele Hilfsangebote die Ursache der Sucht nicht und arbeiten rein auf der Symptomebene (z.&nbsp;B. Weight Watchers bei Übergewicht). Wenn dann der Gewichtsverlust ausbleibt, ist eine häufige Annahme, die Person wäre nicht diszipliniert genug etc.</p>



<p>Die Beschämung durch die Distanzierung bei gleichzeitiger Erwartung, ein unzureichendes Hilfsangebot müsste doch zur Besserung beitragen, bedeutet für viele Betroffene eine scheinbar unlösbare Situation, denn Integration und ein Gefühl der Verbundenheit zu entwickeln, ist so nicht möglich.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Trauma, Sucht und Sehnsucht – gesellschaftlich betrachtet</h2>



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<p>Die individuelle Heilung von suchtartigem Verhalten setzt das Gefühl von Verbundenheit in einem größeren Rahmen voraus. Wie aber können wir uns miteinander verbinden in einer Gesellschaft, die stark auf Individualismus setzt und in der Menschen sehr isoliert und häufig mehr nebeneinander her- als miteinander leben?&nbsp;</p>



<p>Ein Leitmotiv unserer heutigen Kultur ist die sofortige Bedürfnisbefriedigung und schnelle Erleichterung – durch Konsum jedweder Art. Somit besteht auch gesamtgesellschaftlich ein hohes Suchtpotenzial. Das gibt Menschen generell wenig Gelegenheit, mit den eigenen Emotionen sichtbar zu werden.</p>



<p>Wenn es eine unerwünschte Emotion, also „ein Problem“ gibt, besteht die Unterstützung häufig darin, Menschen so bald als möglich wieder zum Funktionieren zu bringen – mit allen Mitteln. Integration und Wachstum sind so aber nicht möglich und verstärken den Druck nach schneller Erleichterung.</p>



<p>Die Allgegenwärtigkeit der „leuchtenden Vierecke“ trägt ebenfalls dazu bei, dass wir zwar mit unseren Freunden am anderen Ende der Welt, aber nicht mehr mit unseren Mitmenschen nebenan in Kontakt sind.&nbsp;</p>



<p>Die Bilder, welche Werbespots und Influencer in uns wecken, dienen bestenfalls als Konsumanreiz und haben selten etwas mit unseren tiefsten Bedürfnissen nach Nähe und Verbundenheit zu tun. Dennoch appellieren sie an unsere Sehnsüchte.</p>



<p>Die mannigfaltigen Bilder und Videos von glücklichen Menschen und Vorzeigefamilien wecken in uns die Sehnsucht vom (anscheinend) perfekten Leben, während schweigende Paare in Restaurants ihre Smartphones vor das Gesicht halten – und nur einen Meter von möglicher Verbundenheit entfernt sind.</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="533" src="https://anyalange.de/images2/Trauma-Sucht-und-Sehnsucht-–-Paar-mit-Handys-im-Restaurant.jpg" alt="" class="wp-image-6377" srcset="https://anyalange.de/images2/Trauma-Sucht-und-Sehnsucht-–-Paar-mit-Handys-im-Restaurant.jpg 800w, https://anyalange.de/images2/Trauma-Sucht-und-Sehnsucht-–-Paar-mit-Handys-im-Restaurant-300x200.jpg 300w, https://anyalange.de/images2/Trauma-Sucht-und-Sehnsucht-–-Paar-mit-Handys-im-Restaurant-768x512.jpg 768w, https://anyalange.de/images2/Trauma-Sucht-und-Sehnsucht-–-Paar-mit-Handys-im-Restaurant-480x320.jpg 480w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>



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<h2 class="wp-block-heading">Normal ist nicht unbedingt gesund</h2>



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<p>Eine Gesellschaft, die kollektiv suchtartigen Kompensationsstrategien folgt, erlaubt Menschen nur eingeschränkt, sich ihren Emotionen zu stellen und sich verbunden zu fühlen. Sie trägt damit eher zur Verstärkung der Isolation als zur Erfüllung unerfüllter Sehnsucht nach Verbindung bei.&nbsp;</p>



<p>Hinzu kommt, dass Menschen in einer Leistungsgesellschaft für Suchtverhalten wie Arbeitssucht oder chronische Geschäftigkeit viel Anerkennung bekommen.&nbsp;</p>



<p>Letztere wird auf Englisch Busyholism genannt. Dass wir im Deutschen keinen entsprechenden Begriff dafür haben, könnte vielleicht damit zu tun haben, dass wir insgeheim stolz auf unsere Dauergeschäftigkeit sind.</p>



<p>Auch Alltagssüchte wie Kaffee, Zucker und Weißmehl werden oft nicht als solche erkannt. Wenn es alle tun, kann es ja nicht so schlimm sein.&nbsp;</p>



<p>Menschen lernen am Modell und brauchen Vorbilder für positives Verhalten. Leider wird dabei häufig der innere Kompass, das eigene Gefühl, übersehen. <strong>Dann beginnen Menschen, zu</strong> <strong>tracken, was sie tun (sollen), statt zu fühlen, was sie brauchen</strong>.&nbsp;</p>



<p>Der Boom von Wearables – Fitnesstracker, Smartwatches etc. –, die unsere Vitalfunktionen abfragen und uns etwa sagen, wann wir genug gelaufen sind –, ist Zeugnis davon. Ebenso wie die große Nachfrage an 7-Schritte-Coaching-Programmen, die eine möglichst klare Struktur vorgeben sollen, wo die Orientierung nach innen fehlt.</p>



<p>Statt sich an sich selbst zu und ihren Bedürfnissen zu orientieren, werden sie anfällig für die Scheinbedürfnisse einer konsumorientierten Kultur. Leider verlagern sie dabei den Weg zur Lösung samt der Verantwortung dafür nach außen, anstatt in ihrem Inneren zu lauschen und ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.</p>



<p>Heilung kann so unter erschwerten Bedingungen stattfinden. Gabor Maté beleuchtet dieses Phänomen ausführlich in seinem Buch „The myth of normal“ – Vom Mythos des Normalen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Wie gelingt Genesung?</h2>



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<p>Schnelle Lösungen, um unangenehme Gefühle nicht zu spüren, sind zur nachhaltigen Integration von Schmerz und Trauma nicht geeignet.</p>



<p>Ebenso wenig hilft es, strikte Programme abzuarbeiten, ohne sich den darunter liegenden Gefühlen zu widmen. Der Schlüssel zur Genesung ist es, die Ursache des Suchtverhaltens zu erkennen und zu beruhigen.</p>



<p>Suchtartige Verhaltensweisen entwickeln sich häufig durch einen überwältigenden Schmerz, durch das traumatische Erleben, zutiefst allein und verlassen zu sein in schwierigen, ausweglos erscheinenden Situationen.</p>



<p>Wenn es gelingt, in ein Erleben von Verbundenheit zu gelangen, kann sich das Empfinden von Einsamkeit Stück für Stück lösen.</p>



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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Das Gegenteil von Sucht ist nicht Nüchternheit. Das Gegenteil von Sucht ist Verbindung.“</p>
<cite>Johann Hari</cite></blockquote>



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<h2 class="wp-block-heading">Verbundenheit als Schlüssel zur Heilung</h2>



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<p>Die wohlwollende Präsenz einer anderen Person oder Gruppe kann viel dazu beitragen, dass sich Betroffene mit ihren inneren Nöten nicht alleine fühlen. Das Gefühl, mit dem eigenen Leid gesehen zu werden und damit sein zu können, ist häufig genau das, was damals in der ursprünglichen Situation gefehlt hat.&nbsp;</p>



<p>Menschen sind Bindungswesen und wenden sich instinktiv in ihrer Not an andere – es sei denn, sie haben die Erfahrung gemacht, dass andere Menschen nicht vertrauenswürdig sind.&nbsp;</p>



<p>Dann gilt es, sehr behutsam, dieses Vertrauen wieder zu entwickeln. Wenn das Urvertrauen in andere Menschen sehr erschüttert wurde, ist dies ein häufig kleinschrittiger und langwieriger Weg.</p>



<p>Manchmal gelingt Verbundenheit nicht mit Menschen, dafür aber mit geliebten Tieren, der Natur, der Kunst oder Musik.</p>



<p>Einen Platz, eine Anlaufstelle und ein Gefühl von Zugehörigkeit zu haben, hilft uns auch, den Platz in uns wiederzufinden. Wenn die Ressource der Co-Regulation zur Verfügung steht, wird es auch zunehmend leichter, in die Selbstregulation zu kommen.</p>



<p>Das bedeutet auch, immer mehr in der Lage zu sein, innezuhalten, wenn sich ein unangenehmes Gefühl zeigt, und damit präsent zu bleiben, ohne sofort etwas dagegen unternehmen zu müssen. Mehr zum Thema <a href="https://anyalange.de/emotionen-verkoerpern/">verkörperte Emotionen</a> findest du in einem eigenen Blogbeitrag.</p>



<p>Sich dem eigenen Schmerz (sehr behutsam und dosiert) zuzuwenden, statt ihn abzuspalten, kann dafür sorgen, dass suchtartige Kompensationsstrategien weniger wichtig werden.</p>



<p>Wenn du spürst, was du brauchst, kannst du eher dafür sorgen, dein ursprüngliches Bedürfnis zu erfüllen. Dann bist du nicht mehr so sehr auf Kompensation angewiesen.&nbsp;</p>



<p>So können wir den Kreislauf von unerfüllter Sehnsucht und Leid, Abspaltung des Schmerzes und Scham unterbrechen. Wir können gelassener auf Alltagssituationen reagieren und mit unseren Mitmenschen besser in Kontakt bleiben. Das verbessert auch unsere Beziehungen.</p>



<p><strong>Je mehr wir uns in uns selbst zu Hause fühlen, desto stärker spüren wir auch die Verbindung mit der Welt. </strong>Das bedeutet auch, dass jeder Mensch, der mit sich in Kontakt ist, zu einem größeren Rahmen von Verbundenheit beiträgt.</p>



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<p><br>Ich hoffe, du konntest einen Einblick über die Wirkmechanismen der Sucht und deren Allgegenwärtigkeit gewinnen. Wenn du das Gefühl hast, dich auf deinem Genesungsweg eine Weile begleiten zu lassen, schau dir gerne mein <a href="https://anyalange.de/angebot/">Angebot</a> an.</p>



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		<title>Trauma und Diagnosen</title>
		<link>https://anyalange.de/trauma-und-diagnosen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anya Lange]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jan 2025 18:18:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Trauma und Diagnosen – ein kontroverses Thema. Für den einen kann es ein Segen sein, wenn das eigene Leid anerkannt wird. Für manch andere bedeutet es zusätzlichen Schmerz, mit mehr oder weniger präzisen Diagnosestellungen und deren Konsequenzen fertig werden zu müssen. Viele Menschen sind traumatisiert und wissen es nicht. Denn Traumafolgen zeigen sich nicht immer [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[


<p>Trauma und Diagnosen – ein kontroverses Thema. Für den einen kann es ein Segen sein, wenn das eigene Leid anerkannt wird. Für manch andere bedeutet es zusätzlichen Schmerz, mit mehr oder weniger präzisen Diagnosestellungen und deren Konsequenzen fertig werden zu müssen.</p>



<p>Viele Menschen sind traumatisiert und wissen es nicht. Denn Traumafolgen zeigen sich nicht immer nur in der Psyche, sondern häufig auch über den Körper.&nbsp;</p>



<p>Andere wissen um ihre Traumatisierung, bekommen aber keine passende Diagnose und damit auch oft keine adäquate Therapie.&nbsp;</p>



<p>Hinzu kommt, dass Psycho-Diagnosen häufig mit Stigmatisierung und damit auch Scham einhergehen. Das führt dazu, dass viele Menschen ihr Leid lieber verstecken, als damit sichtbar zu werden. Dies wirkt sich nicht nur auf sie selbst, sondern auch auf ihr Umfeld aus – und kann damit selbst im gesellschaftlichen Rahmen beachtliche Konsequenzen haben.&nbsp;</p>



<p>In diesem Blogartikel beleuchte ich das Thema Diagnosen aus mehreren Perspektiven.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="1-warum-langsamer-oft-schneller-ist-und-weniger-oft-mehr"><br>Trauma und Diagnosen – Last oder Erleichterung?</h2>



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<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Für manche Menschen kann eine Diagnose entlastend sein. Denn sie werden in ihrem Leid gesehen und haben Aussicht auf eine angemessene Behandlung.</p>



<p>Gerade wenn eine Person in Bezug auf den eigenen Schmerz nicht ernst genommen wurde, kann es sehr heilsam sein, wenn das Leid gewürdigt und adäquate Unterstützung bereitgestellt wird.</p>



<p>Andere Menschen bekommen eine Diagnose, welche körperliche Symptome beschreibt, ohne mögliche darunterliegende Traumafolgen zu berücksichtigen. Dann erfolgt meist eine rein symptombezogene Therapie, ohne die traumatischen Ursachen zu adressieren. Das sorgt oft dafür, dass sich die Situation der Betroffenen lange nicht verändert.</p>



<p>Ebenso kann eine Diagnose auch stigmatisierend sein, wenn die betroffene Person über ihre (nicht immer stimmige) Diagnose identifiziert wird. Und oft genug wird die Therapie primär auf diese Diagnosestellung abgestimmt und nicht auf das aktuelle Erleben der Person.</p>



<p>Gerade psychische Diagnosen haben eine sehr lange Halbwertszeit. Einmal gestellt, bleibt die Diagnose in der Krankenakte – manchmal ein Leben lang. Denn viele Ärzte oder Psychologen übernehmen die Diagnosen einer Vorbehandlerin, ohne sie zu hinterfragen. Doch warum ist das so?</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Diagnosestellung in Psychologie und Psychiatrie</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Diagnosestellung im Bereich der geistigen Gesundheit ist eine vertrackte Sache. Damit die Krankenkasse eine entsprechende Therapie bezahlt, muss ein Befund festgestellt werden.</p>



<p>Ein Arzt oder eine Psychologin benennt das, was Du erlebst, als Diagnose X oder Y. <strong>Im Grunde ist die Diagnose eine Bezeichnung, ein Etikett für Dein Erleben</strong>.</p>



<p>Da die Psyche jedoch keine klar zu messende Größe ist, gibt es in der Befundung einen gewissen Interpretationsspielraum.</p>



<p>Häufig werden Diagnosen dabei so gestellt, dass möglichst viele Therapiestunden erstattet werden. Nicht immer entsprechen diese angepassten Diagnosen deiner tatsächlichen Verfassung.&nbsp;</p>



<p>Manchmal bewirkt das auch, dass sich Menschen entsprechend dieser Diagnose zu verhalten beginnen. Wenn sie sich mit der Diagnose identifizieren, entdecken sie an sich zahlreiche Symptome und Verhaltensweisen, die mit der gestellten Diagnose einhergehen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Mögliche Diagnosen bei Trauma</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Bei Traumatisierungen kann eine <strong>posttraumatische Belastungsstörung</strong> (PTBS) oder <strong>Anpassungsreaktion</strong> diagnostiziert werden. Dies sind Reaktionen, die durch überwältigende Lebensereignisse entstehen können.</p>



<p>Doch viele Menschen, die Traumafolgen tragen, haben nicht alle Symptome, welche die Kriterien für die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung erfüllen. Gerade bei Menschen mit Entwicklungs- und Bindungstrauma ist dies häufig der Fall.</p>



<p>Dementsprechend erhalten sie dann auch keine traumaspezifische Therapie – weil sie im Alltag „funktionieren“. Zum Thema <a href="https://anyalange.de/hochfunktionalitaet/">Hochfunktionalität</a> habe ich einen separaten Blogartikel geschrieben.</p>



<p>Die Auswirkungen zeigen sich bei ihnen anders. Auch <strong>Ängste, Panik, Zwänge, Essstörungen</strong> oder Veränderungen der Stimmungslage (z.&nbsp;B. <strong>Depressionen</strong> oder eine <strong>Bipolare Störung</strong>) können ein traumatisches Erleben als Grundlage haben. Sie können gut behandelt werden, wenn die Behandlerin einen möglichen Traumahintergrund im Blick hat.</p>



<p>Einen großen Anteil an Traumafolgen machen auch die <strong>Suchterkrankungen</strong> aus – unabhängig davon, ob sie sich auf Substanzen oder Verhaltensweisen beziehen.</p>



<p>Bei den sogenannten <strong>Psychosen</strong> wie wahnhaften Störungen oder Schizophrenie erkennen die Betroffenen selbst nicht, wie belastet sie sind. Denn sie sind dazu nicht ausreichend in der Realität verankert.</p>



<p>Gelegentlich werden auch <strong>Persönlichkeitsstörungen</strong> diagnostiziert, vordergründig bei Menschen, die schon früh im Leben traumatisierende Erlebnisse hatten.&nbsp;</p>



<p>Persönlichkeitsstörungen gelten als schlecht therapierbar. Daher kann es problematisch werden, eine entsprechende Behandlerin zu finden, denn nicht alle Therapeuten behandeln Persönlichkeitsstörungen.&nbsp;</p>



<p>Es ist häufig sinnvoll, eine Diagnose kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob es sich um eine „angepasste“ Diagnose handelt. Manchmal ist es auch hilfreich, ggf. eine zweite (oder auch dritte) Meinung einzuholen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="2-langsamer-ist-schneller"><br>Komplexes Trauma und Diagnosen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (kPTBS) kommen Schocktraumata in der frühen Kindheit mit Entwicklungstrauma zusammen. Mehr über <a href="https://anyalange.de/arten-von-trauma/">verschiedene Arten von Trauma</a> kannst du im entsprechenden Blogartikel lesen.</p>



<p>Bisher galt als Diagnostikleitfaden der ICD 10 (International Classification of Diseases). Er enthielt keine Diagnose der komplexen PTBS. Menschen mit komplexen Traumafolgen erhielten daher umschreibende Diagnosen, um eine Therapie zu bekommen.</p>



<p>Im neuen diagnostischen Manual, dem ICD 11, das ab 2025 verfügbar ist, wird auch die <strong>komplexe posttraumatische Belastungsstörung</strong> genannt. Allerdings ist sie so definiert, dass die Betroffenen mindestens das Vollbild einer posttraumatischen Belastungsstörung erfüllen müssen und zusätzlich noch weitere Symptome.</p>



<p>Diese Definition wird aber der Tatsache nicht gerecht, dass viele Menschen, die unter komplexen Traumafolgen leiden, im Alltag hochfunktional sind und nicht alle (oder auch keine) Symptome der PTBS zeigen.</p>



<p>Damit erhalten sie diese Diagnose auch nicht – ebenso wenig wie ein traumaspezifisches Therapieangebot. Insofern ist es fraglich, ob der ICD 11 wirklich besser auf Menschen mit komplexem Traumahintergrund eingeht.</p>



<p>Eine kritische Würdigung dieses Sachverhalts von der Traumapionierin Luise Reddemann findest du in einem Artikel in der Psylife <a href="https://psylife.de/magazin/icd-11-was-bringt-uns-die-neue-diagnose-komplexe-ptbs" target="_blank" rel="noopener">Was bringt uns der ICD11</a>?</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Ist es sinnvoll, Diagnosen zu hinterfragen?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wenn du dein Verhalten, deine Befindlichkeit in einer Diagnose nicht wiedererkennst, ist es sinnvoll, das anzusprechen. Denn die Kriterien für psychische Diagnosen sind oft nicht klar voneinander abgegrenzt.&nbsp;</p>



<p>Somit gibt es einen gewissen Interpretationsspielraum, der es möglich macht, dass verschiedene Behandler unterschiedliche Meinungen zu Deinem Erleben haben – und zu unterschiedlichen Befunden kommen.</p>



<p>Insbesondere wenn Diagnosen durch persönliche Einschätzung gewonnen werden, können Therapeuten auch einmal daneben liegen.</p>



<p>Wenn du mit deiner Behandlerin nicht übereinkommst, konsultiere einen weiteren Behandler. <strong>Denn eine Diagnose hat nicht nur für die Auswahl der passenden Therapie Konsequenzen.</strong></p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr"><br>Die Auswirkung von Diagnosen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wenn einmal eine Diagnose gestellt wurde, damit du therapeutische Unterstützung bekommst, bleibt diese in der Krankenakte. Auch wenn es dir längst wieder besser geht, wirst du nicht „gesundgeschrieben“.</p>



<p>Das wirkt sich auch im Alltag aus. Wenn du etwa eine private Krankenversicherung oder Lebensversicherung abschließen willst, wird deine Krankengeschichte abgefragt. Mit der entsprechenden Diagnose wie einer Depression oder Ängsten kann der Abschluss unter Umständen schwierig werden.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Trauma und somatische Diagnosen</h2>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Nicht immer reagiert ein Mensch mit veränderten Verhaltensweisen auf eine traumatische Situation und den darauffolgenden chronischen Stress. Oft ist es der Körper, der anzeigt, dass etwas nicht stimmig ist. Viele Menschen mit körperlichen Diagnosen sind traumatisiert und wissen es nicht.</p>



<p>In der psychosomatischen Medizin gibt es eine Bezeichnung für psychische und emotionale Ungleichgewichte, die sich nicht über die Stimmung, sondern über den Körper ausdrücken – es heißt dann, die Menschen <strong>somatisieren</strong>. </p>



<p>Auch <strong>psychosomatische Symptome</strong> (wie Erschöpfung, chronische Schmerzen, Magen-/Darmbeschwerden, Herz-/Kreislaufbeschwerden) sind in der Regel Ausdruck von chronischem Stress. Häufig liegt ihnen ein frühes Trauma zugrunde.</p>



<p>Bei Krankheiten wie <strong>Asthma</strong> oder <strong>Autoimmunerkrankungen</strong> oder <strong>Diabetes</strong> kann ebenfalls ein unverarbeitetes Trauma die Ursache für den chronischen Stress sein.&nbsp;</p>



<p>Wird dies jedoch nicht erkannt und in den Behandlungsprozess einbezogen, bleibt die Therapie eine rein symptomatische Behandlung des Körpers, welche die tieferen Ursachen der Symptome nicht adressiert – mit oft mäßigem Erfolg.&nbsp;Keine Therapie scheint effektiv zu wirken, obwohl auf der körperlichen Ebene alle Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft werden.</p>



<p><strong>Wenn Traumafolgen als Grundlage körperlicher Erkrankungen mitbehandelt werden, können sich die somatischen Symptome oft deutlich verbessern.</strong></p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Geschlechtsspezifische Diagnosen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Im Laufe meiner therapeutischen Tätigkeit habe ich festgestellt, dass Diagnosen oft geschlechtsbezogen gestellt – oder auch nicht gestellt – werden.&nbsp;</p>



<p>Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung etwa findet sich häufiger bei Mädchen und Frauen. Bei den Jungen und Männern werden häufiger AD(H)S oder Autismus diagnostiziert. Dabei sind viele Symptome identisch, werden aber je nach Geschlecht unterschiedlich bewertet.&nbsp;</p>



<p>Über die geschlechtsspezifische Deutung von emotionalem Ausdruck habe ich in meinem Beitrag über <a href="https://anyalange.de/emotionen-verkoerpern/">verkörperte Emotionen</a> geschrieben.</p>



<p>Autismus wird bei Mädchen und Frauen häufig gar nicht oder erst im Erwachsenenalter erkannt, da er sich hier anders zeigt. Das führt dazu, dass sie die entsprechende Unterstützung auch erst sehr spät erhalten – wenn überhaupt. Dies kann erhebliche Konsequenzen für ihren Entwicklungsweg bedeuten – bis zum Trauma durch extremen Anpassungsdruck oder Mobbing. </p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Pathologisierung durch Diagnosen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In den diagnostischen Manualen geht die Tendenz bei den Diagnosen dahin, gewöhnliche und nachvollziehbare Prozesse zu pathologisieren, also ihnen einen Krankheitswert zu geben.&nbsp;</p>



<p>Deutlich wird dies beispielsweise beim Umgang mit Trauer. Es ist menschlich und nachvollziehbar, beim Verlust eines geliebten Menschen zu trauern. Und das braucht seine Zeit.</p>



<p>Früher gab das Trauerjahr den Hinterbliebenen einen Rahmen, den Verlust zu verarbeiten. Durch schwarze Kleidung zeigten sie der Welt, dass sie in einem Trauerprozess waren.</p>



<p>Doch wenn heutzutage die Trauer länger als zwei Wochen (!) andauert, kann laut ICD 11 bereits eine Depression diagnostiziert werden.&nbsp;</p>



<p>Damit bekommen natürliche und zutiefst menschliche Prozesse plötzlich Krankheitswert. Wer „zu lange“ nicht funktioniert, wird pathologisiert. Welchen Nutzen hat das? Und welche Konsequenz folgt daraus?</p>



<p>Wenn wir als krank gelten, sobald wir eine menschliche Regung zeigen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir keine professionelle Unterstützung suchen – und eher mit unserem Schmerz alleine bleiben.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Diagnosen und Stigma</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Diagnosen, wenn sie nicht passend sind oder für sie möglicherweise keine (passende) Therapiemöglichkeit besteht, bieten viel Potenzial zur Scham.&nbsp;</p>



<p>Während Menschen mit Knochenbrüchen oder Diabetes offen über ihre Erkrankungen sprechen und dadurch (therapeutische und menschliche) Zuwendung bekommen, ist dies häufig bei Personen mit psychischen Diagnosen nicht der Fall.&nbsp;</p>



<p>Wenn die Gefahr besteht, die Arbeit oder bedeutsame Kontakte zu verlieren, <strong>verstecken viele Betroffene ihre Situation und isolieren sich</strong>.</p>



<p>Unser inneres Erleben, wenn es mit Stigma wie einer entsprechenden Diagnose belegt ist, kann also auch dafür sorgen, dass wir uns damit alleine fühlen.&nbsp;</p>



<p>So finden wir aber nicht das, was wir zur Heilung und Integration am meisten benötigen – das Gefühl der Verbundenheit und des Aufgehobenseins in einem größeren Rahmen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr"><br>Umgang mit psychischen Ungleichgewichten in unterschiedlichen Kulturen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>In unserer Kultur wird eine seelische Befindlichkeit</strong> (hier oft mit dem Etikett einer Psycho-Diagnose belegt) <strong>als persönliche Angelegenheit betrachtet</strong>.</p>



<p>Die meisten Verletzungen entstehen durch einen Mangel an Verbundenheit und Einstimmung im Alltag. Fehlen diese Ressourcen im täglichen Leben, wie es in unserer schnelllebigen, komplexen und unvorhersehbaren Welt häufig vorkommt, können individuelle Therapien als alleiniger Ansatz nur bedingt wirken.</p>



<p>Außerdem bleibt das (trauma)therapeutische Angebot leider weit hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Hier wiederholt sich für viele Betroffene die Frustration, mit dem eigenen Leid alleine zu sein.</p>



<p>Gibt es im Alltag hingegen genug Ressourcen, bedarf es oft keiner Therapie für Menschen in belastenden Situationen.</p>



<p>In Kulturen, welche dysregulierte Menschen nicht isolieren, sondern einbinden, sind die Heilungschancen (etwa für Menschen mit Psychose) doppelt so hoch wie in unserem Kulturkreis. So eindrucksvoll benennt es John Read, PhD Professor of Clinical Psychology in der University of Technology in Swinburne, Neuseeland,&nbsp;in dem Film Crazywise.</p>



<p><strong>Ein größerer Rahmen, in dem sich Menschen aufgehoben fühlen und wirken können, ist eine nicht zu unterschätzende Größe für den Heilungsprozess.</strong></p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Identifikation mit der Diagnose – Hinwendung zum Defizit</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Viele Diagnosen enthalten das Wort Störung – was nicht unbedingt zur Ermutigung der Betroffenen beiträgt. Denn wer will schon als gestört gelten? In der Alltagssprache wird der Begriff sehr abwertend gebraucht.</p>



<p>Wenn Menschen immer wieder durch die diagnostische Brille als Depressive, Borderliner, Angstpatienten etc. wahrgenommen werden (oder sich selbst so betrachten), verhalten sie sich auch zunehmend diesem Bild entsprechend. Denn die Energie folgt der Aufmerksamkeit.</p>



<p>Durch die Überbetonung ihrer „Defizite“ identifizieren sie sich mit der Diagnose und passen ihr Erleben entsprechend an. Darüber verlieren sie manchmal den Blick auf das Unversehrte und Heile in sich.</p>



<p>Dies kann auch dazu führen, dass sie resignieren und den Blick auf neue, andere Perspektiven verlieren. Wie schade ist es, wenn das, was unterstützen soll, genau in die andere Richtung führt!</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Kontakt mit der inneren Kraft – Hinwendung zum Unversehrten</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Auch wenn du therapeutische Unterstützung in Anspruch nimmst und jemand deshalb einen Befund geschrieben hat: <strong>Du bist weit mehr als deine Diagnose</strong>.<strong> Du bist ebenso heil und unversehrt.</strong></p>



<p>Du bist, was du erlebst – und in jedem Moment hast du die Gelegenheit, dein Erleben neu zu gestalten. Manchmal in kleinen Schritten, manchmal in größeren.</p>



<p>Immer gibt es dabei auch Ressourcen. Denn ohne sie wärest du gar nicht bis hier gekommen. Was hat dich getragen, welche Fähigkeiten sind auf deinem Weg entstanden? Und was trägt dich jetzt?</p>



<p><strong>Wenn du dich dem inneren heilen Kern und deinen Ressourcen zuwendest, bekommen sie mehr Wirkkraft in deinem Alltag. Dann helfen sie dir, das Belastende zu integrieren.</strong></p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Den Prozess offenhalten und beides integrieren</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Eine gewisse Neugier für dein inneres Gleichgewicht zu wecken, ist ein wesentliches Element auf dem Heilungs- und Integrationsweg. Was habe ich erlebt? Wie habe ich das damals erlebt? Wie geht es mir jetzt damit? Was wünsche ich mir zu erleben? Welche Wege dahin erscheinen mir gangbar? Wo kann ich gerade wirken und mir etwas Gutes tun?</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In meiner Arbeit kann ich dich unterstützen, mit einem wohlwollenderen, weniger bewertenden Blick auf dich zu schauen und Antworten auf diese Fragen zu finden.</p>



<p>Wenn du Interesse daran hast, dein inneres Erleben zu erkunden, schau dir gerne mein <a href="https://anyalange.de/angebot/">Angebot</a> an.</p>



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<p class="has-small-font-size">Bildnachweis<br>Psychologin macht Notizen – Milkos&#64;&#100;&#101;p&#111;sit&#112;ho&#116;&#111;s&#46;&#99;&#111;&#109;</p>



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		<title>Medizinisches Trauma – kleiner Eingriff, große Wirkung</title>
		<link>https://anyalange.de/medizinisches-trauma/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anya Lange]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jun 2024 09:58:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Medizinisches Trauma wird oft nicht als solches erkannt. Doch auch scheinbar kleine Eingriffe und ungünstige Rahmenbedingungen können dazu führen, dass sich im Rahmen einer Erkrankung und ihrer Therapie – oder auch danach – Trauma-Symptome zeigen. Wenn diese frühzeitig erkannt und / oder möglichst gute Rahmenbedingungen geschaffen werden, begünstigt das den Heilungsprozess der Betroffenen. Wie es [&#8230;]</p>
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<p>Medizinisches Trauma wird oft nicht als solches erkannt. Doch auch scheinbar kleine Eingriffe und ungünstige Rahmenbedingungen können dazu führen, dass sich im Rahmen einer Erkrankung und ihrer Therapie – oder auch danach – Trauma-Symptome zeigen.</p>



<p>Wenn diese frühzeitig erkannt und / oder möglichst gute Rahmenbedingungen geschaffen werden, begünstigt das den Heilungsprozess der Betroffenen. Wie es gelingen kann, warum dies leider häufig nicht der Fall ist und welche Konsequenzen das hat, beleuchte ich in diesem Beitrag.</p>



<p>Ich möchte hier eine Grundlage schaffen, damit Menschen, die einen medizinischen Eingriff vor oder hinter sich haben, möglichst viel Information und Orientierung finden, welche Folgen damit einhergehen können – und wie sie damit bestmöglich umgehen können.</p>



<p>Daher werde ich auch einige Beispiele von potenziell traumatisierenden Situationen beschreiben (ohne dabei ins Detail zu gehen). Bitte prüfe daher für dich, ob du diesen Artikel lesen willst oder lieber nicht.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="1-warum-langsamer-oft-schneller-ist-und-weniger-oft-mehr">Was ist ein medizinisches Trauma?</h2>



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<p>In der Medizin gibt es zwei Definitionen von Trauma. Zum einen versteht man darunter eine körperliche Verletzung (zum Beispiel in der Sporttraumatologie). Zum anderen gibt es die Psychotraumatologie, die sich mit der seelischen Verarbeitung überwältigender Prozesse beschäftigt.</p>



<p>In diesem Blogartikel geht es darum, welche Situationen im medizinischen Kontext häufig zu chronischem Stress, also zu Traumasymptomen führen können. Dabei betrachte ich Trauma weder als rein körperlich noch als rein psychisch. Denn beide Bereiche sind über das vegetative Nervensystem eng miteinander verknüpft und reagieren gemeinsam auf überwältigenden Stress.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Medizinisches Trauma wird oft übersehen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Medizinische Untersuchungen gehören zu unserem Alltag. Es gibt in unserer Kultur nur sehr wenige Menschen, die noch nie beim Arzt oder im Krankenhaus waren.</p>



<p>Leider führt diese Normalität der (manchmal auch leidvollen) Prozeduren dazu, dass die Folgen medizinischer Eingriffe oft nicht als solche erkannt werden. Dann werden andere Ursachen für eventuelle unerklärliche Symptome gesucht.&nbsp;</p>



<p>Doch warum bergen medizinische Eingriffe ein Risiko für Traumafolgen, wo sie doch eigentlich zur Heilung beitragen sollen?</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Risikofaktoren für medizinisches Trauma</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wie ich bereits in meinem Blogartikel <a href="https://anyalange.de/was-ist-trauma/">Was ist Trauma</a> beschrieben habe, entsteht ein Trauma dann, wenn ein Mensch sich in einer Situation befindet, aus der er mit seinen eigenen Handlungsmöglichkeiten nicht hinausfindet.&nbsp;</p>



<p>Dies hinterlässt ihn in einem Zustand der Ohnmacht und Hilflosigkeit, was den Stress im Körper gleichsam „einfriert“. Damit können dann vielfältige Symptome entstehen.</p>



<p><strong>Je größer die Angst und je geringer die eigene Handlungsmacht ist, desto höher ist also das Risiko für eine Traumatisierung.</strong> Krankheit und Schmerzen aktivieren unsere Überlebensreaktionen.</p>



<p>Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen befinden sich bereits in einem Zustand erhöhter Verletzlichkeit und Verunsicherung. Denn sie wissen oft nicht, warum ihr Körper so reagiert, wie er es tut.</p>



<p>Manchmal sind sie auch nicht bei Bewusstsein und haben somit keinerlei Kontrolle über das, was mit ihnen geschieht. Das verstärkt ihre Ohnmacht, und die gesamte Handlungsmacht geht zum medizinischen Personal über.</p>



<p>Hinzu kommt, dass viele medizinische Eingriffe zwar notwendig sind, aber rein körperlich dennoch Grenzverletzungen darstellen. Dazu später mehr.</p>



<p>Last, but not least fehlt es Ärzten, Therapeuten und Pflegepersonal häufig an Zeit und Ressourcen, um mitfühlend auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen.</p>



<p>Die Abläufe in vielen Kliniken und Praxen sind oft sehr stark funktionalisiert. Sie lassen wenig Raum für menschliche Begegnung und Flexibilität. Leider geht dies auch zulasten der Patienten. So fehlt es oft an Co-Regulation für die Patienten in der Zeit erhöhter Verletzlichkeit.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="2-langsamer-ist-schneller">Angst begünstigt medizinisches Trauma</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ein hohes Risiko für medizinisches Trauma bieten Zustände, die mit <strong>Todesangst</strong> einhergehen sowie <strong>Nahtod-Erfahrungen</strong>. Einige Beispiele hierfür sind ein anaphylaktischer Schock, eine Vergiftung, ein Schlaganfall oder Herzinfarkt.&nbsp;</p>



<p>Wenn Erstickungsgefahr besteht oder Patienten reanimiert werden müssen, erhöht dies ebenfalls das Risiko.&nbsp;Doch auch extreme Schmerzen, hohes Fieber und Infektionen gehen oft mit Todesängsten einher.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Notfallmedizin</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Gerade in der Notfallmedizin müssen schnell Entscheidungen getroffen werden. In diesen Situationen ist es wegen der lebensbedrohlichen Situation nicht möglich, den Patienten ausreichend aufzuklären oder sein Einverständnis einzuholen. Dies gilt auch für <strong>Not-Operationen</strong>.</p>



<p>Auch wenn die Patientin nicht bei Bewusstsein ist, registriert der Körper, was geschieht – und wertet es oft als Bedrohung.</p>



<p>Hinzu kommt, dass Menschen manchmal nicht sofort versorgt werden können, zum Beispiel nach einem Unfall oder wenn sie sehr abgelegen wohnen. Dann müssen sie auf die Rettung warten, was unter Umständen die Angst verstärkt.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Operationen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Selbst wenn Operationen geplant werden können und <strong>oft notwendig oder gar lebenserhaltend</strong> sind, stellen sie doch <strong>auf der körperlichen Ebene eine Grenzverletzung</strong> dar. Sie gehen buchstäblich unter die Haut.</p>



<p>Auch wenn der Eingriff unter Narkose stattfindet, wird doch das gesamte Geschehen körperlich erlebt und im Körpergedächtnis gespeichert.&nbsp;</p>



<p>Der Körper unterscheidet nicht zwischen Säbelzahntiger und Skalpell und reagiert instinktiv mit Kampf- oder Fluchtimpulsen, die aber nicht vollendet werden können.</p>



<p>Siehe hierzu auch meine Blogbeiträge über <strong>Stress, Trauma und das Gedächtnis</strong> und die <strong>Neurobiologie von Stress und Trauma</strong>. Was genau in der Narkose passiert, beschreibe ich später noch.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Intensivmedizin – High Tech am Menschen</h2>



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<p>Die Intensivmedizin mit ihren hochtechnischen Maßnahmen zur Überwachung und Erhaltung der Vitalfunktionen ist oft sehr segensreich.&nbsp;</p>



<p>Dennoch bleibt ein Aufenthalt auf der Intensivstation für einige Patienten nicht ohne Folgen. Sie leiden dann am sogenannten Post Intensive Care Syndrome (PICS), das umfangreiche körperliche und seelische Symptome umfassen kann.</p>



<p>Besonders wenn sie <strong>künstlich beatmet</strong> werden oder <strong>im (künstlichen) Koma liegen</strong>, können sich auch Monate später noch vielfältige Symptome zeigen.</p>



<p>Auch die relativ häufige <strong>Sedierung</strong> der Intensivpatienten verstärkt deren Ohnmachtsgefühle und beschneidet ihre Mitbestimmung und Autonomie. Einige Kliniken verzichten bereits – so weit es möglich ist – auf Beruhigungsmittel, um den Patientinnen ein Maximum an Mitbestimmung zu vermitteln.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Kleiner Routineeingriff, große Auswirkungen</h2>



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<p>Doch nicht nur große Operationen können traumatisierend sein. Häufig sind es die Folgen scheinbar „kleiner Routineeingriffe“, deren Folgen nicht entsprechend zugeordnet werden.</p>



<p>Hierzu gehören zuallererst Untersuchungen und Eingriffe in der Mundhöhle mit ihrer räumlichen Nähe zum zentralen Nervensystem. Der <strong>Zahnarztbesuch</strong> ist für viele Menschen so unbeliebt, weil er mit instinktiver Angst vor Schmerz einhergeht.&nbsp;</p>



<p>Doch auch andere, vorwiegend <strong>invasive Standardprozeduren</strong> wie Magen- oder Darmspiegelungen tragen das Potenzial zur Retraumatisierung in sich.</p>



<p><strong>Wiederholte schmerzhafte Therapien</strong> können ebenfalls ein sequenzielles Trauma auslösen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Medizinisches Trauma kann verwechselt werden</h2>



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<p><strong>Eingriffe im Beckenbereich</strong> (auch „ kleinere“ Prozeduren wie Katheter, Zäpfchen o.&nbsp;Ä.) können sich unter Umständen ähnlich auswirken wie ein sexueller Übergriff – insbesondere, wenn Kinder betroffen sind und vielleicht währenddessen noch festgehalten oder fixiert werden.</p>



<p>Daher ist es in der Therapie notwendig, sorgfältig zu differenzieren, worum es geht, und nicht vorzeitig Körpersignale, die auf ein Trauma im Beckenbereich hindeuten, als sexuelle Übergriffe zu interpretieren. Vorschnelle Fehldeutungen von Therapeuten können massive Konsequenzen für das weitere Leben ihrer Klienten haben.</p>



<p>Dennoch ist es wichtig zu bedenken, dass invasive medizinische Eingriffe ähnlich intensive Auswirkungen haben können wie sexuelle Gewalt. Häufig ist diese Tatsache nicht bewusst, und das birgt die Gefahr, das erlebte Leid zu bagatellisieren und herunterzuspielen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Geburten und Neugeborenenversorgung</h2>



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<p>Wenn Geburten in Krankenhäusern stattfinden, werden sie der Taktung im Kreißsaal eingepasst. Für viele Gebärende bedeutet dies (Zeit-)druck, in manchen Fällen auch Mangel an Aufklärung über bevorstehende Maßnahmen. Dies begünstigt dann auch Grenzüberschreitungen durch das behandelnde Team, weil die Zustimmung der Eltern in der Kürze der Zeit nicht eingeholt wird.</p>



<p>Die Situation verschärft sich, wenn es Komplikationen gibt und etwa ein <strong>Notkaiserschnitt</strong> erforderlich wird. Oft ist dann nicht mehr genug Zeit für saubere Aufklärung, während die Eltern klare, ruhige und empathische Begleitung (Co-Regulation) bräuchten, um mit der für sie unvorhergesehenen Situation zurechtzukommen.</p>



<p>Viele Frauen, die sich eine natürliche Geburt wünschen, leiden später unter massiven Schuldgefühlen, wenn doch ein Kaiserschnitt erforderlich wurde.</p>



<p>Häufig wird das <strong>Neugeborene</strong> nach einer komplizierten Geburt zunächst verschiedenen <strong>Untersuchungen</strong> unterzogen und dazu von der Mutter getrennt.</p>



<p>Wenn es weiterer <strong>(intensiv)medizinischer Behandlung</strong> bedarf (beispielsweise nach Frühgeburten oder bei schweren Fehlbildungen, die operiert werden müssen), wird es auch länger von den Eltern getrennt.&nbsp;</p>



<p>Hier entsteht ein <strong>Bindungsbruch</strong>, der in vielen Fällen für Eltern und Kinder traumatisch ist.</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="533" src="https://anyalange.de/images2/Kranker-Teddy-–-medizinisches-Trauma-bei-Kindern.jpeg" alt="Kranker Teddy – medizinisches Trauma bei Kindern" class="wp-image-5744" srcset="https://anyalange.de/images2/Kranker-Teddy-–-medizinisches-Trauma-bei-Kindern.jpeg 800w, https://anyalange.de/images2/Kranker-Teddy-–-medizinisches-Trauma-bei-Kindern-300x200.jpeg 300w, https://anyalange.de/images2/Kranker-Teddy-–-medizinisches-Trauma-bei-Kindern-768x512.jpeg 768w, https://anyalange.de/images2/Kranker-Teddy-–-medizinisches-Trauma-bei-Kindern-480x320.jpeg 480w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>



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<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Medizinisches Trauma bei Kindern</h2>



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<p>Nach einer Operation <strong>aus einer Narkose aufzuwachen</strong>, kann für Kinder sehr bedrohlich sein. Hier braucht es eine empathische Begleitung, idealerweise durch die Bezugspersonen. Auf gar keinen Fall sollte ein Kind allein sein, wenn es aufwacht.&nbsp;</p>



<p>Besonders heftig ist die Trennung von den Eltern für <strong>Kinder, die allein im Krankenhaus sind</strong>. Wenn sie krank und daher oft ängstlich sind und dann ohne die Unterstützung der Eltern medizinischen Eingriffen ausgesetzt werden, kann dies lebensverändernde Folgen haben.</p>



<p>Bis in die 1980er-Jahre hinein war es gängige Praxis, dass Eltern ihre Kinder im Krankenhaus abgeben mussten und nicht besuchen durften. </p>



<p>Für viele dieser Kinder hat dieses Erleben, von den Eltern getrennt und – bei invasiven Eingriffen – medizinisch gepiesackt zu werden, zu einer <strong>komplexen Traumatisierung</strong> geführt.&nbsp;Diese tief prägende Erfahrung kann auch im Erwachsenenalter deutliche Spuren in vielen Lebensbereichen hinterlassen.</p>



<p>Denn die Kinder fühlen sich von den Eltern verlassen, verraten und ausgeliefert. Und bei invasiven Behandlungsmethoden zusätzlich von Ärzten und Behandlern gepeinigt. Ein sehr verwandtes Gefühl also, wie es Menschen empfinden, die im näheren Umfeld emotionaler, körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt sind.</p>



<p>Die Aufarbeitung dieser Traumafolgen war damals schwierig bis unmöglich, weil es ja normal war und die Konsequenzen dieses Vorgehens nicht bewusst waren.&nbsp;</p>



<p>Glücklicherweise hat sich in den Kinderkliniken einiges verändert, und zumindest Kinder bis zum Grundschulalter dürfen heute im Krankenhaus begleitet werden (Rooming-In).</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Nur ein kleiner Pieks?</h2>



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<p>Wenn Kinder vor einem Eingriff <strong>hören, dass es nicht weh tut, und anschließend Schmerz erleben</strong>, kommt dies ebenfalls einem <strong>Verrat</strong> gleich und bewirkt einen massiven <strong>Vertrauensbruch</strong>.</p>



<p>Verschärft wird dieses Empfinden noch, wenn Kinder während des Eingriffs festgehalten werden oder die Behandlung durchgeführt wird, obwohl das Kind in Panik ist.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Chronische Erkrankungen</h2>



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<p>Bei chronischen Erkrankungen findet der Schrecken kein Ende, und es ist offensichtlich, dass es nicht wieder gut wird. Die Angstreaktion kann nicht zum Abschluss kommen und führt u.U. zum sequenziellen Trauma.</p>



<p>Besonders wenn eine Erkrankung mit <strong>chronischen Schmerzen einhergeht, die nicht gelindert werden können</strong>, wirkt dies oftmals traumatisch. Chronische Schmerzen verursachen Dauerstress und machen daher mürbe.&nbsp;</p>



<p>Auch wenn eine <strong>ungünstige Prognose</strong> besteht, löst dies Ängste aus, die bestehen bleiben. Dann gilt es, mit dem erhöhten Stresslevel weiterzuleben.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Diagnoseschock</h2>



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<p>Das Mitteilen von schwierigen Diagnosen wird leider im Medizinstudium nicht explizit geschult. Daher werden Diagnosen von Ärztinnen und Ärzten oft sehr knapp und sachlich – in Form von Daten, Zahlen und Fakten – mitgeteilt.&nbsp;</p>



<p>Häufig haben Patienten (und Angehörige) keine Zeit, diese Information auch emotional zu verarbeiten und werden rasch zu – oft lebensverändernden – Entscheidungen gedrängt. Besonders von Menschen mit einer Krebserkrankung habe ich immer wieder davon gehört.</p>



<p>Da die Zeit der Ärzte im industrialisierten Krankenhausalltag begrenzt ist, fehlt den Patienten Mitgefühl und Co-Regulation, um diese Entscheidungen gut treffen zu können. Dies verstärkt den Stress, den die neue, oft sehr verunsichernde Situation auslöst.</p>



<p>Hinzu kommt, dass die Beratung zu möglichen Therapien meist sehr einseitig ausfällt und die Patienten keine Zeit haben, sich nach alternativen Möglichkeiten zu erkundigen. Ihre Autonomie und Wahlmöglichkeit werden so eingeschränkt und können Gefühle von Starre und Hilflosigkeit verstärken.</p>



<p>Nicht zuletzt werden je nach Geschlecht unterschiedliche Diagnosen bei gleichen Phänomenen vergeben. Teilweise werden lebensbedrohliche Erkrankungen wie ein Herzinfarkt nicht frühzeitig erkannt, weil sie sich bei Männern und Frauen unterschiedlich äußern können. Auch das kann traumatisieren. Mehr zu Diagnosen schreibe ich später in einem eigenen Artikel.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Narkose und mögliche Folgen</h2>



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<p>Für viele operative Eingriffe ist eine Narkose absolut segensreich. Dennoch gibt es einiges zu beachten, um möglichst gut damit umzugehen. Daher möchte ich einige Aspekte zu diesem Thema ausführlicher beschreiben.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Narkose und der Körper</h3>



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<p>Wie ich schon weiter oben erwähnt habe, wirkt sich eine Vollnarkose auf das Bewusstsein aus. Das heißt, in der Narkose bekommt die Person nicht bewusst mit, was geschieht. Der Körper registriert jedoch sehr wohl, was geschieht, und wertet den Eingriff wie einen Angriff. Dies aktiviert die instinktiven Überlebensreaktionen.&nbsp;</p>



<p>Nur können diese während der Narkose nicht zum Ausdruck kommen, sondern erst danach. Daher zittern, weinen oder schreien manche Menschen, wenn sie aus der Narkose aufwachen. Diese Entladung ist also eine ganz normale Reaktion, die nicht unterbunden werden sollte.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Wie sie hineingehen, so kommen sie heraus</h3>



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<p>Dieser Satz stammt aus den Feldlazaretten im 2. Weltkrieg, gilt aber nach wie vor. <strong>Je entspannter ein Mensch sich in die Narkose begeben kann, desto leichter findet er später wieder in den wach-entspannten Zustand zurück.</strong>&nbsp;</p>



<p>Doch je mehr Angst ein Mensch vor dem Eingriff hat, desto mehr Ladung nimmt er mit in die Vollnarkose hinein, die aus der Sicht des Nervensystems ein künstlich herbeigeführter Kollaps ist. Dieser nimmt den Stress nicht weg, sondern hält ihn lediglich „unter dem Deckel“. Siehe hierzu auch meinen Beitrag über die <strong>Polyvagaltheorie</strong>.</p>



<p>Der Stress entlädt sich dann oft nach der Narkose durch Albträume, wildes Gestikulieren oder andere Symptome. Das kann zusätzlich Angst auslösen, vor allem, wenn die Person alleine im Aufwachraum ist.</p>



<p>Insofern ist es essenziell, vor dem Eingriff bestmöglich in die Ruhe zu kommen.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Intraoperative Wachheit</h3>



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<p>Die Kunst der Anästhesie (Narkose) besteht darin, ein gutes Gleichgewicht zwischen einer ausreichenden Betäubung und der geringsten Belastung durch die Narkosemittel zu finden.</p>



<p>Doch gar nicht so selten, (laut Wikipedia) ca. 1-2mal pro 1.000 Operationen wachen Patienten während der OP auf. Bei Kindern geschieht dies 8–10-mal häufiger. Leider wird darüber in OP-Vorgesprächen kaum bis gar nicht aufgeklärt.</p>



<p>Häufig können die Betroffenen sich dann nicht bemerkbar machen. Dennoch erinnern sie sich an das, was im OP geschehen ist, z.&nbsp;B. auch an Gespräche des OP-Teams. In der Folge können u.&nbsp;a. massive Schlafstörungen auftreten.</p>



<p>Leider wird seitens des Behandlerteams kaum aktiv darüber berichtet. Hier hilft es, nachzufragen oder den OP-Bericht anzufordern, wenn nach der Operation ein seltsames Gefühl zurückbleibt.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Durchgangssyndrom – der schwierige Weg zurück</h3>



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<p>Ein Phänomen, das gelegentlich nach Vollnarkosen auftaucht, ist das sogenannte <strong>Durchgangssyndrom</strong> oder <strong>postoperative Delir</strong>.&nbsp;</p>



<p>Obwohl es zu den häufigsten Folgen nach der Narkose gehört, wird es in vielen Krankenhäusern vernachlässigt und daher auch oft nicht erkannt. Auch wird in der Anästhesieaufklärung meist nicht darüber informiert. Siehe hierzu auch den Artikel <a href="https://anaesthesieintensivmedizin.charite.de/metas/meldung/artikel/detail/risiko_narkose/" target="_blank" rel="noopener">Risiko Narkose</a> der Charité.</p>



<p>Es geht oft mit kognitiven Einschränkungen (Vergesslichkeit, Mangel an Fokus), Verwirrung und Angst einher. Viele Menschen erkennen sich nach der Narkose selbst nicht wieder, sind in ihrer Leistungsfähigkeit oft bei Entlassung oder auch noch Monate später eingeschränkt.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Besondere Narkosemittel</h3>



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<p>Bis in die 1960er-Jahre hinein wurden üblicherweise <strong>Äthernarkosen</strong> durchgeführt. Diese sorgten häufig für ähnliche Symptome wie eine Vergiftung, etwa Atemnot. Heute werden sie nicht mehr angewendet, und viele der heutigen Narkosemittel werden besser vertragen.</p>



<p>Dennoch wirken Äthernarkosen manchmal bei Menschen nach, die damals operiert worden sind. Zu dieser Zeit bekamen viele Kinder eine Mandeloperation, gelegentlich auch vorsorglich gemeinsam mit dem Geschwisterkind – selbst wenn keine akuten Beschwerden bestanden. Heute wäre es unvorstellbar, so viel unnötiges Leid zu generieren.</p>



<p>Ein weiteres Mittel ist <strong>Dormicum</strong>, das als Dämmerschlaf oder zur Beruhigung vor Operationen eingesetzt wird, manchmal auch als Beruhigungsmittel in der Notfallmedizin.&nbsp;</p>



<p>Wie auch andere Medikamente aus der Klasse der <strong>Benzodiazepine </strong>kappt es die Verbindung zwischen bewusstem Gedächtnis und Körpererinnerung.&nbsp;</p>



<p>Die bewusste Erinnerung an die Zeit vor und während der OP wird unterbrochen. Das kann dazu führen, dass ein diffuses Gefühl entsteht, dass etwas nicht stimmt, ohne dass sich die Person an etwas Konkretes erinnern kann.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Technisierte und standardisierte Medizin</h2>



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<p>In der Schulmedizin gibt es viele <strong>standardisierte Abläufe, Diagnosestellungen und Behandlungsschemata</strong>. Nicht immer werden diese der Befindlichkeit des Patienten – oder der Patientin – gerecht.&nbsp;</p>



<p>Oft sind auch keine Ressourcen für individuell angepasste Therapien vorhanden. Viele Patientinnen fühlen sich damit nicht ernst genommen oder suchen die Schuld für das Versagen der Methode bei sich selbst.</p>



<p>Dabei ist es vollkommen logisch, dass ein Medikament in identischer Dosierung bei einem 100 kg schweren Handwerker anders wirkt als z.&nbsp;B. bei einer 65 kg schweren Büroangestellten. Im Beipackzettel steht aber häufig nur: Dosis für Erwachsene.</p>



<p>Hinzu kommt außerdem, dass <strong>viele Medikamente zunächst nur an Männern getestet werden und bei Frauen anders wirken – Nebenwirkungen inklusive</strong>. Beschrieben hat dies u.&nbsp;a. Caroline Criado-Perez in ihrem Buch „Unsichtbare Frauen“.</p>



<p>Leider findet diese Tatsache in der Verschreibung oft keine Berücksichtigung. Die Frauen werden häufig als Hypochonder dargestellt, wenn sie über Nebenwirkungen berichten. Manche davon sind im Beipackzettel einfach nicht aufgeführt. Und die behandelnden Ärzte reagieren entsprechend.</p>



<p>Auch unabhängig vom Geschlecht kann es Unterschiede in der Verträglichkeit von Medikamenten geben, weil manche Menschen unter Anzneimittelunverträglichkeiten leiden. Siehe hierzu auch den (sehr fachspezifischen) Artikel im Ärzteblatt, <a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/37331" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Arzneimittelunverträglichkeit: Wie man Betroffene herausfischt</a>.</p>



<p>Etwas mehr Vertrauen in das Gespür der Patientinnen könnte hier Abhilfe schaffen und für eine individuell passende Therapie sorgen. Warum dieses Vertrauen oftmals nicht gegeben ist, beschreibe ich in meinem Blogartikel <a href="https://anyalange.de/verwundete-heiler/">Verwundete Heiler – über die eigene Verletzlichkeit im Heilberuf</a>.</p>



<p>Nicht zuletzt sind viele <strong>Therapiemethoden an sich traumatisierend</strong>. Ein häufiges Beispiel (aber sicher nicht das Einzige) ist die Krebsbehandlung durch Chemotherapie.</p>



<p>Alternative Therapiemethoden, hauptsächlich außerhalb des schulmedizinischen Bereichs, sind Ärzten oft nicht bekannt. Somit erscheint in der ärztlichen Beratung das Standardverfahren alternativlos. Ungünstig für Patienten, die sich umfassende Beratung und damit Entscheidungsmöglichkeiten wünschen.</p>



<p>Nicht zu unterschätzen ist die negative Auswirkung, die <strong>Isolation</strong> auf Menschen und ihren Genesungsprozess hat. Während der Corona-Maßnahmen mussten unzählige Menschen ohne die Co-Regulation ihrer Lieben zurechtkommen, was für viele eine massive zusätzliche Belastung bedeutet hat.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Komplikationen – wenn es anders bleibt als vorher</h2>



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<p>In einigen Fällen erholt sich der Körper nach einer Erkrankung oder Operation nicht wieder vollständig, und es bleiben Veränderungen bestehen. Untersuchungen oder Therapien hinterlassen gelegentlich Narben oder Organschädigungen. Manchmal bleiben auch seelische Veränderungen erhalten.</p>



<p>Je nachdem, wie sehr dadurch der Alltag (und die bisherige Kompensationsstrategie) der Person eingeschränkt ist, kann sich dies auch traumatisch auswirken.</p>



<p>Gelegentlich gilt eine Operation zwar (technisch) als „erfolgreich“, bringt jedoch nicht die erhoffte Verbesserung, und die Symptome bestehen weiter.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Behandlungsfehler</h2>



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<p>Für Ärzte (und Pflegepersonal) gilt seltsamerweise nicht, was für jeden Lkw-Fahrer Normalität ist: nach einer Arbeitszeit von acht Stunden ist eine längere Pause Pflicht.&nbsp;</p>



<p>Die erlaubte Schichtdauer ist bei Ärzten (durch Dienste etc.) erheblich länger. Durch Krankheitsausfälle werden außerdem auch schon einmal Doppelschichten gemacht. Die <strong>Regenerationszeit kommt dadurch viel zu kurz</strong>. Damit wird einer <strong>Fehleranfälligkeit</strong> Vorschub geleistet.&nbsp;</p>



<p>Dies liegt nicht an einzelnen, oft sehr engagierten Ärztinnen und Ärzten, sondern entsteht durch die Organisation des Gesundheitswesens unter Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit.</p>



<p>Wenn jedoch <strong>Fehldiagnosen</strong> gestellt und daher nicht die passenden Therapien angeordnet werden, geht dies zulasten der Patienten. Auch <strong>nicht erkannte Komplikationen</strong> gehören hierher.</p>



<p>Leider fällt es ärztlicherseits (oder seitens der Klinik aus Angst vor Regressansprüchen) oft schwer, Fehler einzugestehen, die Therapie anzupassen und den Patienten umfassend darüber zu informieren.&nbsp;</p>



<p>Häufiger wird das Thema jedoch nicht aktiv angesprochen. Der Patient fühlt sich dann möglicherweise beschämt und sucht die Schuld bei sich. Für Menschen mit frühem Trauma in der Vorgeschichte kann dieser Umgang mit Behandlungsfehlern retraumatisierend sein.</p>



<p>Gerade wenn in den frühen Jahren vieles unerfüllt geblieben ist, kann es schwierig sein, die Identifikation mit der Opferrolle aufzugeben – und damit auch das Gefühl, man hätte von der Welt noch etwas zu bekommen.&nbsp;</p>



<p>Das zu erkennen, kann sehr schmerzhaft sein. Doch der Lohn besteht in dem Gefühl von Selbstermächtigung, wenn du dein Leben in die Hand nimmst.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Stationäre Psychiatrie</h2>



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<p>Dieser Punkt wird häufig nicht erwähnt, wenn es um medizinisches Trauma geht. Doch auch bei psychisch belasteten Menschen kann eine zusätzliche Traumatisierung erfolgen.</p>



<p>Mehrfach habe ich von Patienten gehört, dass sie die Behandlung auf einer psychiatrischen Station traumatisch erlebt haben.</p>



<p>Menschen in Krisensituationen haben ein sehr dysreguliertes Nervensystem. Dies kann sich nicht immer durch Co-Regulation allein wieder beruhigen. Dann besteht die Therapie hauptsächlich in einer Medikation.&nbsp;</p>



<p>Doch besteht häufig das (instinktive) Bedürfnis, sich in der Not an einen anderen Menschen zu wenden. Verbunden ist dies mit der Hoffnung auf Unterstützung durch eine andere, in sich ruhende und wohlwollende Person.</p>



<p>Die Möglichkeit der individuellen Begleitung ist jedoch häufig nicht (ausreichend) gegeben. Einzelkontakte sind oft sehr knapp bemessen, und die Mitpatienten meist auch sehr dysreguliert.</p>



<p>Hier gibt es eine gewaltige Kluft zwischen der eigenen Verletzlichkeit und Ohnmacht einerseits und der fehlenden Möglichkeit, sich zu regulieren andererseits.</p>



<p>Manche Personen in hochakuten Krisen bekommen ihre Medikamente auch zwangsweise unter Aufsicht oder werden fixiert. Auch wenn es in jenem Moment not-wendend sein mag: Wie wirkt sich das auf die Würde der Betroffenen aus? </p>



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<h2 class="wp-block-heading">Behandlung als Auslöser – Patienten mit Traumafolgen</h2>



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<p><strong>Für Menschen mit Traumafolgen bergen medizinische Prozeduren die Gefahr einer Retraumatisierung.</strong></p>



<p>Als Folge des Traumas spüren sie sich häufig nicht im Körper und können demzufolge ihre Symptome nicht gut wahrnehmen oder beschreiben. Daher werden sie oft nicht sichtbar. Dies führt leider auch mit dazu, dass sie ihren Behandlungsprozess nicht mitgestalten können.</p>



<p>Hinzu kommt, dass sich insbesondere bei Menschen mit den Folgen von frühem Trauma psychosomatische Symptome zeigen, die nicht messbar sind oder für deren Häufigkeit oder Heftigkeit es rein medizinisch keine schlüssige Erklärung gibt. Zumindest, solange das persönliche Erleben der Patienten keine Berücksichtigung findet.</p>



<p>Dies kann bei Ärzten und Pflegepersonal Hilflosigkeit hervorrufen. Nicht selten werden diese Patienten als Simulanten hingestellt, wenn die Ärzte ihre eigene Ohnmacht als Kränkung erleben, weil sie keine klare Diagnose stellen können. Siehe hierzu auch den Artikel <a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/78853/Trauma-Wenn-die-Medizin-kraenkt" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Trauma: wenn die Medizin kränkt</a> im Ärzteblatt.</p>



<p>Wenn es körperliche oder sexuelle Gewalt in der Vorgeschichte gibt, können auch Routineuntersuchungen oder -eingriffe zum Auslöser einer Retraumatisierung werden. Dies ist besonders dann der Fall, wenn sie die Körperregion betreffen, die damals verletzt wurde.</p>



<p>Weil Menschen in früheren Gewaltsituationen zum Schweigen gebracht wurden, haben sie auch heute oft Schwierigkeiten, Behandlern gegenüber Grenzen zu benennen – und ertragen – wieder einmal – die Prozedur.&nbsp;</p>



<p>Oder sie lassen sich mit einer abweisenden Antwort des Behandelnden wieder zum Schweigen bringen. Immer wieder höre ich, dass sie nicht sauber aufgeklärt wurden oder ihre Bedenken nicht besprochen, sondern abgewiegelt wurden. Doch wer nicht gelernt hat, dass er Antworten bekommt, fragt oft auch gar nicht nach.&nbsp;</p>



<p>Ich wünsche mir sehr, dass Ärztinnen und andere Behandler hierfür besser sensibilisiert werden. Denn entspannte Patienten haben deutlich bessere Heilungschancen.</p>



<p>Hier könnte es helfen, eine mögliche Traumavorgeschichte im ersten Gespräch ebenso zu erfragen wie körperliche Erkrankungen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Folgen von medizinischem Trauma</h2>



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<p>Als Folge von (medizinischem) Trauma <strong>fehlt</strong> den Betroffenen häufig das <strong>Vertrauen in den eigenen Körper</strong>, und sie nehmen innerlich Abstand von ihrem inneren Empfinden.&nbsp;</p>



<p>Dies kann durch <strong>Depression</strong>, Abstumpfen und <strong>Dissoziation</strong> geschehen, aber auch durch spirituelle (Um-)Wege, die den Geist über den Körper stellen.</p>



<p>In anderen Fällen entwickeln sie ein Frühwarnsystem für mögliche neue Symptome, mit (Krankheits-)<strong>Ängsten</strong> bis hin zur Hypochondrie. Auch Flashbacks oder Albträume können sich zeigen.</p>



<p>Weil das Vertrauen in Ärzte und Behandlerinnen beeinträchtigt sein kann, werden häufig <strong>Nachsorgeuntersuchungen vermieden</strong>. Dadurch ergibt sich ein erhöhtes Risiko, nicht ausreichend versorgt zu werden.</p>



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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Menschlichkeit im medizinischen Alltag, Orientierung und Mitbestimmung sind wichtig für die Prävention von Traumafolgen.</p>
<cite>Anya Lange</cite></blockquote>



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<h2 class="wp-block-heading">Medizinischem Trauma vorbeugen</h2>



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<p>Das A und O einer möglichst entspannten Behandlungssituation ist eine gute <strong>Orientierung</strong>. Diese ist in Notsituationen nicht immer möglich, doch bei geplanten Eingriffen in der Regel machbar.&nbsp;</p>



<p>Hierzu gehört in jedem Fall eine gute <strong>Erfassung der Gesamtsituation </strong>des Patienten, also auch die <strong>Berücksichtigung einer möglichen Traumavorgeschichte</strong>. Diese sollte nicht ins Detail gehen, kann aber Hinweise auf mögliche empfindliche Punkte der Patientinnen geben.&nbsp;</p>



<p>Es ist wichtig, dass Menschen mit dieser Befindlichkeit sichtbar werden dürfen (nicht müssen) und <strong>nicht stigmatisiert werden</strong>, insbesondere in einer Situation der erhöhten Verletzlichkeit.</p>



<p>Ich kann nicht oft genug betonen, wie wesentlich es ist, dass <strong>Behandler eine traumasensible Haltung und einen Blick entwickeln, der über die rein somatischen Symptome hinausgeht</strong>. Hierzu wäre es wichtig, medizinisches Personal traumasensibel zu schulen.</p>



<p>Wichtig ist ebenso eine <strong>sorgfältige Patientenaufklärung</strong> über den bevorstehenden Eingriff, seine Möglichkeiten und Grenzen. Hierbei ist es wichtig, dass der Patientin Möglichkeit gegeben wird, Fragen zu stellen.&nbsp;</p>



<p><strong>Das Ziel bei alldem ist das größtmögliche Empfinden von Sicherheit in einer verletzlichen Situation.</strong></p>



<p>Eine <a href="https://www.springermedizin.de/allgemeine-chirurgie/allgemeine-anaesthesie/mehr-frauen-im-op---weniger-postoperative-komplikationen/27113628#:~:text=Ein%20Frauenanteil%20von%20mindestens%20einem,Reduktion%20der%20postoperativen%20Morbidit%C3%A4t%20assoziiert." target="_blank" rel="noreferrer noopener">kanadische Studie</a> hat gezeigt, dass es seltener zu postoperativen Komplikationen kommt, wenn mindestens ein Drittel der im Operationssaal Anwesenden Frauen sind. Eine gewisse <strong>Geschlechterausgewogenheit im OP</strong> scheint sich also positiv auf den Heilungsprozess auszuwirken.</p>



<p>Hilfreich ist es, wenn die betroffene Person von <strong>vertrauten Menschen umgeben</strong> ist. Diese Co-Regulation hilft ihr, besser mit der Situation zurechtzukommen. Doch auch die <strong>Angehörigen brauchen Begleitung</strong>, sich in ihre unterstützende Situation hineinzufinden, und sollten entsprechend aufgeklärt werden.</p>



<p>Ebenso essenziell ist es, dass die Patienten <strong>Vertrauen in ihren eigenen Körper</strong> haben und sich nicht scheuen müssen, seine Botschaften dem Behandlerteam mitzuteilen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Lösungsansätze</h2>



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<p>Wenn durch Krankheit oder medizinische Eingriffe die Sicherheit im Körper verloren gegangen ist, gilt es, dieses Empfinden wieder zu etablieren.</p>



<p><strong>Körper(psycho)therapeutische Verfahren</strong> können hier hilfreich sein, um der Erinnerung des Körpers zu lauschen und die Erfahrung von Krankheit oder Behandlung zu integrieren.</p>



<p>Dies ist besonders hilfreich, wenn es um Geschehnisse geht, während derer die Person bewusstlos oder in Narkose war. Denn der Körper erinnert sich an das ganze Geschehen, auch wenn es der Verstand nicht tut.</p>



<p>Ebenso wichtig ist ein weiterer, sicherer Rahmen durch <strong>wohlwollende Menschen in der näheren Umgebung</strong>. Durch deren <strong>Co-Regulation</strong> kann das gestresste Nervensystem der Klienten wieder ins Gleichgewicht kommen.</p>



<p>Wenn ein diffuses Gefühl des Unbehagens bleibt, können Informationen wie die <strong>Krankenakte oder</strong> der <strong>OP-Bericht angefordert</strong> werden. Oft geben sie Klarheit darüber, was geschehen ist. Damit kann dann auch therapeutisch weitergearbeitet werden.</p>



<p>Wenn wieder mehr Orientierung entsteht, kann dies auch zu mehr Sicherheit im eigenen Körper und zum Vertrauen in seine Botschaften führen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ich hoffe, ich konnte dir in diesem Artikel wertvolle Informationen über Trauma im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen geben.</p>



<p>In meiner Praxis arbeite ich immer wieder mit Erwachsenen, die als Kinder allein im Krankenhaus waren. In meiner Generation gibt es viele Menschen, die über solche Erlebnisse berichten. Meistens hat das eine tiefe Prägung hinterlassen und wirkt auch heute noch in viele ihrer Lebensbereiche hinein.&nbsp;</p>



<p>Wenn du selbst die Folgen von medizinischem Trauma trägst und beim Lesen den Impuls bekommen hast, dich von mir auf deinem Heilungsweg begleiten zu lassen, schau dir gerne mein <a href="https://anyalange.de/angebot/">Angebot</a> an.</p>



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<p class="has-small-font-size">Bildnachweis<br>Arzt mit Stethoskop – Igor &#84;is&#104;e&#110;&#107;&#111;&#64;&#100;epo&#115;itp&#104;otos.c&#111;&#109;<br>Kranker Teddy – Sy&#100;a_P&#114;&#111;d&#117;&#99;t&#105;o&#110;&#115;&#64;d&#101;&#112;&#111;&#115;&#105;&#116;&#112;h&#111;t&#111;&#115;&#46;&#99;om</p>



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		<title>Die Kraft des inneren Kindes</title>
		<link>https://anyalange.de/die-kraft-des-inneren-kindes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marion Kellner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 May 2024 08:34:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In diesem Gastartikel von Marion Kellner erfährst du, wie die Arbeit mit inneren Anteilen unsere Persönlichkeitsentwicklung fördert. Willkommen zu einem faszinierenden Weg der persönlichen Entfaltung – der Reise zum inneren Kind. In unserer hektischen Welt, geprägt von ständiger Selbstoptimierung und äußeren Anforderungen, verlieren wir oft den Kontakt zu einem essenziellen Teil unserer Selbst: unserem inneren [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[


<p>In diesem <strong>Gastartikel von Marion Kellner</strong> erfährst du, wie die Arbeit mit inneren Anteilen unsere Persönlichkeitsentwicklung fördert.</p>



<p>Willkommen zu einem faszinierenden Weg der persönlichen Entfaltung – der Reise zum inneren Kind. In unserer hektischen Welt, geprägt von ständiger Selbstoptimierung und äußeren Anforderungen, verlieren wir oft den Kontakt zu einem essenziellen Teil unserer Selbst: unserem inneren Kind. Doch die Wiederentdeckung und Heilung dieses inneren Anteils kann transformative Auswirkungen auf unsere Persönlichkeitsentwicklung haben.</p>



<p>Das Konzept des „Inneren Kindes“ ist in der Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung von zentraler Bedeutung. Es bezieht sich auf die unverarbeiteten Emotionen, Bedürfnisse und Erfahrungen aus unserer Kindheit, die in unserem Unterbewusstsein weiterleben und unser Verhalten und unsere Gefühle im Erwachsenenalter beeinflussen. Die Arbeit mit dem inneren Kind ist eine kraftvolle Methode, um diese verborgenen Schichten zu erkunden, zu verstehen und zu heilen.</p>



<p>In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit der Rolle des inneren Kindes in persönlichen Entwicklungsprozessen beschäftigen. Wir werden untersuchen, wie unsere frühkindlichen Bindungserfahrungen die Entstehung unseres inneren Kindes prägen und welche Auswirkungen dies auf unser Erwachsenenleben hat. Darüber hinaus werden wir die Arbeit mit inneren Anteilen, insbesondere die Ego-State-Therapie, genauer betrachten und herausfinden, wie sie uns dabei unterstützt, eine tiefere Verbindung zu unserem inneren Kind aufzubauen.</p>



<p>Begleite mich auf dieser Reise der Selbstentdeckung und lerne, wie die Kraft des inneren Kindes dein Leben bereichern und deine Persönlichkeitsentwicklung auf ein neues Level heben kann.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="1-warum-langsamer-oft-schneller-ist-und-weniger-oft-mehr">Das Konzept des inneren Kindes</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Das Konzept des inneren Kindes bildet das Fundament vieler psychologischer und therapeutischer Ansätze zur persönlichen Entwicklung und Heilung. Es bezieht sich auf eine psychische Struktur innerhalb unseres Selbst, die die unverarbeiteten Emotionen, Bedürfnisse und Erfahrungen aus unserer Kindheit repräsentiert. Diese inneren Anteile, die oft unbewusst bleiben, können einen starken Einfluss auf unser Verhalten, unsere Gedanken und unsere Gefühle im Erwachsenenalter ausüben.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Die Quelle unserer inneren Stärke: Die Essenz des inneren Kindes</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Das innere Kind ist eine metaphorische Darstellung unseres kindlichen Selbst innerhalb des Erwachsenen. Es repräsentiert die ursprüngliche Unschuld, Spontaneität, Kreativität und Authentizität, die wir in der Kindheit besaßen, bevor wir von den Herausforderungen des Lebens geprägt wurden. Die Ursprünge des Konzepts des inneren Kindes lassen sich auf die Tiefenpsychologie zurückführen, insbesondere auf die Arbeit von Carl Gustav Jung und Sigmund Freud. Jung verwendete den Begriff des &#8222;Archetyps des Kindes&#8220;, während Freud Konzepte wie das „Unbewusste“ und die „Wiederholungszwänge“ einführte, die die Grundlage für das Verständnis des inneren Kindes legten.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Warum das innere Kind wichtig ist</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Das innere Kind ist von entscheidender Bedeutung für unsere psychische Gesundheit und unser Wohlbefinden, da es die Grundlage für unsere Beziehungen zu uns selbst und zu anderen bildet. Unverarbeitete Kindheitstraumata, Vernachlässigung oder emotionale Verletzungen können dazu führen, dass das innere Kind verletzt, verängstigt oder unterdrückt wird.&nbsp;</p>



<p>Diese inneren Wunden manifestieren sich oft als negative Glaubenssätze, Selbstsabotage, Beziehungsprobleme oder psychosomatische Beschwerden im Erwachsenenalter. Durch die Arbeit mit dem inneren Kind können wir diese Wunden heilen, uns mit unseren Bedürfnissen versöhnen und einen liebevolleren und mitfühlenderen Umgang mit uns selbst entwickeln.</p>



<p>Die Auseinandersetzung mit dem Konzept des inneren Kindes eröffnet uns die Möglichkeit, uns selbst besser zu verstehen, uns von alten Verletzungen zu befreien und unser volles Potenzial zu entfalten. Es ist eine Reise der Selbstentdeckung und Heilung, die uns zu einem tieferen Verständnis und Mitgefühl für uns selbst führt.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="1-warum-langsamer-oft-schneller-ist-und-weniger-oft-mehr">Die Rolle der Bindung</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Bindung, die wir in unseren frühen Lebensjahren erfahren, hinterlässt einen tiefgreifenden Einfluss auf die Entwicklung unseres inneren Kindes. Diese ersten Begegnungen mit unseren Bezugspersonen prägen nicht nur unsere emotionale Sicherheit, sondern formen auch die Art und Weise, wie wir uns selbst und andere in der Welt wahrnehmen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Einfluss der frühkindlichen Bindungserfahrungen auf die Entwicklung des inneren Kindes</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Qualität unserer frühkindlichen Bindungserfahrungen, wie sie von renommierten Psycholog*innen wie John Bowlby und Mary Ainsworth erforscht wurde, formt die Grundlage für das emotionale Fundament unseres inneren Kindes. Eine sichere Bindungserfahrung, geprägt von Fürsorge, Trost und emotionaler Verfügbarkeit seitens der Bezugspersonen, fördert das Wachstum eines gesunden und stabilen inneren Kindes.&nbsp;</p>



<p>Im Gegensatz dazu können unsichere Bindungsmuster, wie sie bei Vernachlässigung, Missbrauch oder inkonsistenter Fürsorge auftreten, zu inneren Konflikten und Verletzungen führen, die das innere Kind prägen und beeinflussen.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="2-langsamer-ist-schneller">Zusammenhang zwischen Bindungsmustern und persönlicher Entwicklung: Die Spiegelung des Selbst</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Bindungsmuster, die wir in unserer Kindheit entwickeln, manifestieren sich im Erwachsenenalter in unseren Beziehungen zu anderen Menschen und zu uns selbst. Unsichere Bindungsmuster können zu einem geringen Selbstwertgefühl, Beziehungsproblemen und einem Gefühl der Unsicherheit führen. Indem wir uns mit unseren inneren Bindungsmustern auseinandersetzen und sie verstehen, können wir die Grundlage für persönliches Wachstum legen und unsere Beziehungen zu anderen und zu uns selbst transformieren.</p>



<p>Die Rolle der Bindung ist somit von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung und Heilung unseres inneren Kindes. Indem wir uns der Dynamik unserer frühen Bindungserfahrungen bewusst werden, können wir den ersten Schritt auf dem Weg zu einer tieferen Verbindung mit unserem inneren Kind machen und uns auf eine Reise der Selbstentdeckung und Heilung begeben.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Integration der inneren Welt: Auf dem Pfad der Ego-State-Arbeit</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Arbeit mit inneren Anteilen, auch bekannt als Ego-State-Therapie, bietet einen Weg zur tiefen Verbindung mit unserem inneren Kind und anderen inneren Aspekten unserer Persönlichkeit. Diese innovative therapeutische Methode ermöglicht es uns, die verschiedenen Teile unseres Selbst zu erkunden, zu verstehen und in Einklang zu bringen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Einführung in die Ego-State-Therapie: Die Reise ins Innere</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Ego-State-Therapie basiert auf der Idee, dass unsere Persönlichkeit aus verschiedenen „Ego-States“ oder Persönlichkeitsanteilen besteht, die unterschiedliche Rollen, Gefühle und Verhaltensmuster repräsentieren. Diese Ego-States können sowohl bewusst als auch unbewusst sein und entstehen als Reaktion auf bestimmte Lebenserfahrungen und Herausforderungen. Durch gezielte Techniken und Interventionen ermöglicht die Ego-State-Therapie den Zugang zu diesen inneren Anteilen und die Integration von dissoziierten oder traumatisierten Aspekten unserer Persönlichkeit.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Techniken und Ansätze zur Arbeit mit inneren Anteilen: Die Kunst der Selbstbegegnung</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In der Ego-State-Therapie werden verschiedene Techniken eingesetzt, um den Kontakt zu den verschiedenen Ego-States herzustellen und ihre Bedürfnisse, Ängste und Überzeugungen zu erkunden. Dazu gehören Visualisierungsübungen, Dialoge zwischen den Ego-States und kreative Ausdrucksmethoden wie Kunsttherapie oder Bewegungstherapie. Durch diese integrativen Ansätze können wir unsere inneren Konflikte verstehen, innere Ressourcen aktivieren und eine tiefere Selbstakzeptanz entwickeln.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Wie die Integration des inneren Kindes die Persönlichkeitsentwicklung unterstützt: ein Weg zur Ganzheit</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Integration des inneren Kindes ist ein zentraler Bestandteil der Ego-State-Therapie und ein Schlüssel zur persönlichen Entwicklung und Heilung. Indem wir uns liebevoll und mitfühlend unserem inneren Kind zuwenden, können wir alte Wunden heilen, Selbstakzeptanz kultivieren und eine tiefere Verbindung zu uns selbst und anderen herstellen. Die Integration des inneren Kindes unterstützt uns dabei, authentischer zu sein, unsere Beziehungen zu verbessern und unser volles Potenzial zu entfalten.</p>



<p>Durch die Arbeit mit inneren Anteilen und insbesondere dem inneren Kind können wir einen Weg der Selbstentdeckung und Transformation einschlagen, der uns zu einer tieferen Verbindung mit uns selbst und zu einem erfüllteren Leben führt.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Die Wärme der Selbstliebe: Ein Schlüssel zur Heilung des inneren Kindes</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Heilung des inneren Kindes ist ein zentraler Aspekt der persönlichen Entwicklung und ein Weg zur tiefen Selbstakzeptanz und inneren Harmonie. Durch die Kultivierung von Selbstmitgefühl und Selbstfürsorge können wir liebevoll und fürsorglich mit unserem inneren Kind umgehen und es auf seinem Weg der Heilung unterstützen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Bedeutung von Selbstmitgefühl und Selbstfürsorge: Das Geschenk der Selbstannahme</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Selbstmitgefühl und Selbstfürsorge sind essenzielle Komponenten auf dem Weg zur Heilung des inneren Kindes. Indem wir uns selbst mit der gleichen Freundlichkeit und Güte behandeln, die wir einem geliebten Kind entgegenbringen würden, können wir die inneren Verletzungen und Schmerzen unseres inneren Kindes anerkennen und ihnen mit Mitgefühl begegnen. Selbstmitgefühl ermöglicht es uns, uns selbst in schwierigen Zeiten zu unterstützen und uns selbst bedingungslos anzunehmen.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Praktische Übungen zur Stärkung der Beziehung zum inneren Kind</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Es gibt eine Vielzahl von praktischen Übungen und Techniken, die uns dabei unterstützen können, eine liebevolle und unterstützende Beziehung zu unserem inneren Kind aufzubauen. Dazu gehören Meditationen zur inneren Kind-Arbeit, kreative Ausdrucksformen wie Malen oder Schreiben, innere Dialoge und Visualisierungsübungen. Diese Übungen helfen uns dabei, uns mit unserem inneren Kind zu verbinden, seine Bedürfnisse zu verstehen und ihm die liebevolle Fürsorge zu geben, die es braucht, um zu heilen.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Wie die Heilung des inneren Kindes zu persönlichem Wachstum führt</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Heilung des inneren Kindes ist nicht nur ein Akt der Selbstliebe, sondern auch ein Weg des persönlichen Wachstums und der Transformation. Indem wir uns liebevoll und achtsam unserem inneren Kind zuwenden, können wir alte Wunden heilen, hinderliche Glaubenssätze und Verhaltensmuster auflösen und eine tiefere Verbindung zu uns selbst und anderen herstellen. Die Heilung des inneren Kindes ermöglicht es uns, authentischer zu sein, unsere Beziehungen zu verbessern und ein erfülltes und authentisches Leben zu führen.</p>



<p>Durch die Praxis von Selbstmitgefühl, Selbstfürsorge und praktischen Übungen zur Stärkung der Beziehung zum inneren Kind können wir einen Weg der Heilung und persönlichen Entwicklung einschlagen, der uns zu einer tieferen Verbindung mit uns selbst und zu einem Leben in mehr Leichtigkeit und Freude führt.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">In die Tiefe geblickt: Anwendungsbereiche und Erfahrungen mit der inneren Kind-Arbeit</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Arbeit mit dem inneren Kind findet in verschiedenen Lebensbereichen Anwendung und hat bereits zahlreichen Menschen geholfen, tiefe Heilung und persönliches Wachstum zu erfahren. Fallbeispiele und Erfahrungsberichte veranschaulichen die Wirksamkeit dieser transformativen Methode und bieten Einblicke in die vielfältigen Anwendungsbereiche in Therapie, Coaching und persönlicher Entwicklung.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="4-fazit">Die Kraft der inneren Heilung</h3>



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<p>In Fallbeispielen wird deutlich, wie die Arbeit mit dem inneren Kind konkrete Veränderungen im Leben von Menschen bewirken kann. Ein Coachee von mir hat durch die Heilung ihres inneren Kindes gelernt, sich selbst zu lieben und alte Verletzungen zu überwinden. Durch das Coaching mit mir konnte sie ihre Beziehung zu sich selbst und anderen transformieren und ein erfüllteres Leben führen.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Persönliche Transformation im Fokus</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Viele Erfahrungsberichte bieten einen Einblick in die persönlichen Reisen einzelner Personen, die sich auf den Weg der inneren Kind-Arbeit begeben haben. Diese Berichte zeigen, wie die Arbeit mit dem inneren Kind Menschen dabei unterstützt hat, tief verwurzelte Muster und Blockaden zu lösen, Selbstvertrauen aufzubauen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Von der Überwindung von Traumata bis hin zur Entfaltung des eigenen Potenzials – die Erfahrungen der Einzelnen zeigen die Vielfalt und Wirksamkeit der inneren Kind-Arbeit.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Wege zur Selbstentfaltung</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Arbeit mit dem inneren Kind findet in verschiedenen therapeutischen und persönlichkeitsentwicklungsorientierten Kontexten Anwendung. In der Therapie wird sie zur Heilung von Traumata, zur Bewältigung von Ängsten und zur Verbesserung der emotionalen Gesundheit eingesetzt. Im Coaching dient sie dazu, Selbstvertrauen zu entwickeln, persönliche Blockaden zu überwinden und authentische Beziehungen aufzubauen. Darüber hinaus bietet die Arbeit mit dem inneren Kind einen Weg zur persönlichen Entwicklung und Selbstentfaltung, der uns dabei unterstützt, unser volles Potenzial zu entfalten und ein erfülltes Leben zu führen.</p>



<p>Die Anwendungsbereiche und Erfahrungen mit der inneren Kind-Arbeit zeigen, wie diese transformative Methode Menschen dabei unterstützt, tiefe Heilung zu erfahren, persönliche Blockaden zu überwinden und ein Leben in mehr Leichtigkeit, Freude und Authentizität zu führen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Reise der Selbstentdeckung: Ein Blick zurück und nach vorn</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Nach einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit der Rolle des inneren Kindes in persönlichen Entwicklungsprozessen und der Bedeutung der Arbeit mit inneren Anteilen, kommen wir zu einem Schlusspunkt, der uns gleichzeitig den Weg in die Zukunft weist. Das Fazit bietet eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse, während der Ausblick einen Blick auf zukünftige Entwicklungen und Forschungsmöglichkeiten wirft.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse: Die Essenz der inneren Reise</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In diesem Artikel haben wir die Bedeutung des inneren Kindes in persönlichen Entwicklungsprozessen beleuchtet und die vielfältigen Facetten seiner Rolle in der Persönlichkeitsentwicklung erkundet. Wir haben gesehen, wie frühkindliche Bindungserfahrungen das innere Kind prägen und wie die Arbeit mit inneren Anteilen, insbesondere die Ego-State-Therapie, uns dabei unterstützen kann, eine tiefere Verbindung zu unserem inneren Kind aufzubauen. Darüber hinaus haben wir die Bedeutung von Selbstmitgefühl und Selbstfürsorge für die Heilung des inneren Kindes hervorgehoben und Möglichkeiten zur Stärkung der Beziehung zum inneren Kind aufgezeigt. Die Integration des inneren Kindes eröffnet uns die Möglichkeit zur persönlichen Transformation und zur Entfaltung unseres vollen Potenzials.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Forschungsmöglichkeiten: Die Reise geht weiter</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Während wir auf die Erkenntnisse der Vergangenheit zurückblicken, werfen wir auch einen Blick in die Zukunft und erkennen das Potenzial für weiterführende Forschung und Entwicklungen auf dem Gebiet der Inneren Kind-Arbeit.&nbsp;</p>



<p>Zukünftige Studien könnten sich darauf konzentrieren, die Wirksamkeit verschiedener therapeutischer Ansätze zur Arbeit mit dem inneren Kind zu untersuchen und neue Methoden zur Unterstützung der Heilung und Integration des inneren Kindes zu entwickeln.&nbsp;</p>



<p>Darüber hinaus bieten sich Möglichkeiten zur Integration von innerer Kind-Arbeit in verschiedene Bereiche der Psychologie, Therapie und Persönlichkeitsentwicklung, um noch mehr Menschen dabei zu unterstützen, ihre inneren Ressourcen zu entdecken und ihr volles Potenzial zu entfalten.</p>



<p>Mit einem Blick zurück auf die Reise, die wir gemeinsam unternommen haben, und einem Blick nach vorn auf die Möglichkeiten, die uns die Zukunft bietet, schließe ich diesen Artikel ab. Möge die Arbeit mit dem Inneren Kind weiterhin Menschen dabei unterstützen, tiefgreifende Heilung zu erfahren und ein Leben in mehr Selbstliebe, Mitgefühl und Erfüllung zu führen.</p>



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<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



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<p><strong>Marion Kellner</strong> ist eine erfahrene Coachin für female Empowerment, die leidenschaftlich daran arbeitet, Frauen auf ihrem Weg zu einem erfüllten Leben zu unterstützen. Mit ihrem einfühlsamen und unterstützenden Ansatz hilft sie ihren Klientinnen dabei, ihre inneren Stärken zu entdecken, Selbstliebe zu kultivieren und ihr volles Potenzial zu entfalten. Als Expertin für innere Kind-Arbeit bringt Marion eine ganzheitliche Perspektive in ihre Coaching-Praxis ein, die es Frauen ermöglicht, alte Wunden zu heilen, persönliche Blockaden zu überwinden und ein Leben in mehr Leichtigkeit und Freude zu führen. Marion ist bekannt für ihre Empathie, ihre Authentizität und ihre Fähigkeit, Frauen zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen und ihre Träume zu verwirklichen.</p>



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<p class="has-small-font-size">Bildnachweis<br>Mädchen mit Teddy – &#65;ndre&#119;Lo&#122;o&#118;&#121;&#105;&#64;&#100;&#101;pos&#105;&#116;p&#104;&#111;tos.com<br>Portrait – Marion Kellner</p>



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		<title>Sprachlosigkeit als Traumafolge</title>
		<link>https://anyalange.de/sprachlosigkeit-als-traumafolge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anya Lange]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2024 19:24:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://anyalange.de/?p=5591</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sprachlosigkeit als Traumafolge ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Sicher ist es dir auch schon begegnet.&#160; Vielleicht hat es dir die Sprache verschlagen, als du dich in einer Gruppe befunden hast, in der es Konflikte gab. Möglicherweise wusstest du, was du sagen wolltest, hattest aber nicht den Mut zu sprechen, weil die Situation zu gefährlich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[


<p>Sprachlosigkeit als Traumafolge ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Sicher ist es dir auch schon begegnet.&nbsp;</p>



<p>Vielleicht hat es dir die Sprache verschlagen, als du dich in einer Gruppe befunden hast, in der es Konflikte gab. Möglicherweise wusstest du, was du sagen wolltest, hattest aber nicht den Mut zu sprechen, weil die Situation zu gefährlich erschien. Oder dein Kopf war leer, und dir sind die passenden Worte erst später eingefallen, als du aus der Gefahrenzone heraus warst.</p>



<p>Viele Menschen erleben Sprachlosigkeit in ihrem Alltag – aus den unterschiedlichsten Gründen. Keine Worte, keine Stimme zu haben, berührt uns in unserem Innersten. Denn die Fähigkeit, uns über Sprache auszudrücken, ist ein Teil unserer Identität.</p>



<p>In diesem Artikel werde ich beleuchten, warum wir manchmal verstummen, was dabei im Körper und Nervensystem geschieht. Und auch, wie sich Sprachlosigkeit auf unsere Beziehung zu uns selbst und unseren Mitmenschen auswirkt – im kleineren wie im größeren Rahmen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="1-warum-langsamer-oft-schneller-ist-und-weniger-oft-mehr">Sprachlosigkeit als Traumafolge</h2>



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<p>Wenn wir keine Worte finden, kann dies sehr unterschiedliche Ursachen haben. Aphasie, also die Unfähigkeit zu sprechen, zeigt sich manchmal als Folge eines Schlaganfalls, von Diabetes oder bei Durchblutungsstörungen des Gehirns, also bei organischen Erkrankungen.&nbsp;</p>



<p>Doch in diesem Artikel soll es darum gehen, warum wir verstummen, wenn der innere Stress zu groß wird, also bei <strong>traumatischem Stress</strong>. Dieser kann sowohl bei einmaligen überwältigenden Erlebnissen (Schocktrauma) als auch bei wiederkehrendem Stresserleben (Entwicklungstrauma, sequenzielles Trauma) entstehen. Mehr zu den Traumakategorien findest du in meinem Blogartikel über <a href="https://anyalange.de/arten-von-trauma/">verschiedene Arten von Trauma.</a></p>



<p>Im Rahmen von traumatischem Stress können sich sogenannte <strong>psychogene Stimmstörungen</strong> (der Frosch im Hals oder das Wegbleiben der Stimme) bis zum völligen Verstummen (<strong>Mutismus</strong>) zeigen. Manchmal sind sie zeitweilig da, manchmal dauerhaft.</p>



<p><strong>Selektiver Mutismus</strong>, also das Verstummen ausschließlich in bestimmten Situationen, zeigt sich häufig bei Kindern. Sie sprechen etwa zu Hause, doch in der Schule bringen sie kein Wort heraus. Oder andersherum. Die Ursache hierfür ist ein hoher Stresslevel durch Angst.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Sprache, Identität und Zugehörigkeit</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Über Sprache drücken wir aus, wer wir sind und was wir brauchen. Eine gemeinsame Sprache zeigt auch, zu welcher Gruppe wir gehören. Beispiele hierfür sind etwa Jugendsprache oder Medizinerlatein. Wer nicht die richtigen Worte wählt, wird schnell zum Außenseiter.</p>



<p>An der Sprache erkennen wir auch die Herkunft eines Menschen. Besonders deutlich wird dies in Dialekten. Eine Bayerin klingt anders als ein Rheinländer.</p>



<p>Auch innerhalb von Familien gibt es einen speziellen Sprachgebrauch. Bestimmte Worte werden häufig verwendet, andere sind verpönt oder gar verboten.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Sprachlosigkeit als Ursache von Trauma</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Ursachen für die Sprachlosigkeit einzelner Personen und ganzer Bevölkerungsgruppen sind vielfältig. Oft entstehen sie durch Tabus in verschiedenen Zusammenhängen. <strong>Sprachlosigkeit kann sowohl Ursache als auch Folge von Trauma sein.</strong>&nbsp;</p>



<p>Flucht und Migration hinterlassen die Menschen oft sprachlos im neuen Land.</p>



<p>Im kleinen Kreis gelten in vielen Familien Redeverbote z.&nbsp;B. über Familiengeheimnisse oder wenn es Emotionen betrifft, die nicht erwünscht sind. Auch in Peergroups herrscht ein bestimmter Konsens, was erlaubt ist und was den Gruppenrahmen sprengt.</p>



<p>In Krisenzeiten erleben wir immer wieder auch auf der gesellschaftlichen Ebene Redeverbote. Sei es während und nach dem Holocaust, in der DDR oder anderen totalitären Systemen und überall dort, wo bestimmte Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und diskriminiert werden.&nbsp;</p>



<p>Heutzutage trägt die Cancel Culture ebenfalls dazu bei, dass sich Menschen aus Angst vor Ausgrenzung in Schweigen hüllen, anstatt sich frei zu äußern.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="1-warum-langsamer-oft-schneller-ist-und-weniger-oft-mehr">Scham und Schuld bewirken Sprachlosigkeit</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Häufig geht es bei Redeverboten um Scham- und Schuldgefühle. Abgespaltene Emotionen und der entsprechende Stress werden auch nonverbal weitergegeben. Manchmal geschieht das über Generationen hinweg, bis jemand aus dem Kreislauf aussteigt und den Mut findet, das Schweigen zu brechen.</p>



<p>Viele Kriegskinder und Kriegsenkel leiden unter der Sprachlosigkeit ihrer Vorfahren, die transgenerational weitergegeben wurde. Mehr über die Konsequenzen erfährst du in meinem Blogartikel über <strong>Entwicklungstrauma</strong>. Nicht wenige Kriegsenkel sind heute in Psychotherapie oder gehen andere Wege der Selbstreflexion und Selbsterkenntnis.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Sprache als Machtmittel</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wird Sprache als Machtmittel benutzt, bringt dies die Opfer zum Verstummen. <strong>Gewalt macht sprachlos.</strong> Gewalt kann ohne Worte geschehen, ist oft sehr subtil. Täter arbeiten oft sehr bewusst mit diesen Mechanismen und schützen sich so davor, zur Verantwortung gezogen zu werden.&nbsp;</p>



<p>Das funktioniert – leider – in jedem Maßstab. Täter können einzelne Personen oder auch große Institutionen sein.</p>



<p>Menschen, die nicht spüren, dass ihre Stimme zählt, sind häufig sehr anfällig für Kompensationsangebote, die entweder Ablenkung vom eigenen Schmerz (durch Konsum jedweder Art) oder ein Gefühl der Zugehörigkeit versprechen.&nbsp;</p>



<p>Selbst wenn diese Zugehörigkeit den Preis hat, den „ganz normalen Wahnsinn“ als akzeptabel oder gar erwünscht anzusehen. Hans-Joachim Maaz spricht in diesem Zusammenhang von <strong>Normopathie</strong>.</p>



<p>Manipulativer Sprachgebrauch kann auch dazu führen, dass Menschen mehrheitlich gegen ihr eigenes Gewissen handeln und auch extreme Anweisungen ihrer Autoritäten befolgen. Das <strong>Milgram-Experiment</strong> ist ein erschreckendes Zeugnis hierfür.&nbsp;</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="2-langsamer-ist-schneller">Auswirkungen der Sprachlosigkeit</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wo – oft schweigende – Übereinstimmung herrscht, können Menschen sich nicht offen äußern und für sich einstehen, ohne Gefahr zu laufen, ausgegrenzt zu werden.&nbsp;</p>



<p>Die häufige Konsequenz sind Ohnmacht und Hilflosigkeit. Hinzu kommt häufig tiefe Resignation, <strong>das Gefühl, keine Stimme zu haben</strong>. Wer diese nicht als wertvollen Beitrag erlebt, zweifelt oft auch an seinem eigenen Wert.&nbsp;</p>



<p>Dies ist für die Betroffenen oft kaum auszuhalten, so dass diese Gefühle abgespalten werden. <strong>In der Folge entfremden sich Menschen von sich selbst. Sie verlieren den Kontakt zu sich selbst und damit ihre Identität. </strong>Oft haben sie das Gefühl, nicht zu wissen, wer sie sind. Damit sind sie sehr auf die Bestätigung anderer Menschen angewiesen.</p>



<p>Weil sie sich und ihre Bedürfnisse oft nicht spüren oder mitteilen können, leiden auch ihre Beziehungen darunter. Das geht mit einem Gefühl von <strong>Isolation und Unverbundenheit</strong> einher.</p>



<p>In Familien, in denen kein Raum ist, sich mitzuteilen, wird Trauma oft von einer Generation an die nächste weitergegeben.</p>



<p>Leider führt die Sprachlosigkeit der Opfer auch dazu, dass niemand die Täter zur Verantwortung zieht. Dazu später mehr.&nbsp;</p>



<p>Doch was passiert eigentlich im Körper und Nervensystem, wenn es uns die Sprache verschlägt, wenn der Schreck zu groß ist?</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Verstummen und das Nervensystem</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Viele Studien zur Neurobiologie, insbesondere die Arbeit von Bessel van der Kolk, zeigen, dass Trauma einen unmittelbaren Einfluss auf die Sprachzentren im Gehirn hat.</p>



<p>Wenn wir uns wohl und sicher fühlen, sind alle Bereiche unseres Gehirns an der Verarbeitung von Reizen beteiligt. Geraten wir jedoch in Gefahr oder sind gefühlt im Überlebensmodus, nutzen wir nur noch die Bereiche, die für Notfallreaktionen gebraucht werden.&nbsp;</p>



<p>Andere Hirnareale wie der Hippocampus oder die Großhirnrinde werden umso weniger angesteuert, je mehr wir das Stresshormon Cortisol ausschütten. Doch genau im Großhirn sitzen die Sprachzentren.</p>



<p>Mehr dazu, was unter Stress im Nervensystem stattfindet, kannst du in meinem Beitrag über die <a href="https://anyalange.de/neurobiologie-stress-trauma/">Neurobiologie von Stress und Trauma</a> lesen.</p>



<p>Unter Hochstress können auch Erinnerungen nicht mehr im Großhirn gespeichert werden und werden als Erinnerungsfetzen im Körpergedächtnis abgelegt.&nbsp;</p>



<p>Das bedeutet, <strong>wir können keine zusammenhängende Geschichte unserer Erlebnisse berichten</strong>. Die Erinnerung wird fragmentiert. Mehr dazu in meinem Blogartikel <a href="https://anyalange.de/stress-trauma-gedaechtnis/">Stress, Trauma und das Gedächtnis</a>.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Die Konsequenzen des Verstummens für die Opfer</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Für die Opfer hat dies oft fatale Folgen, insbesondere dann, wenn sie vor Gericht aussagen sollen und dies aufgrund der Dissoziation (Abspaltung) des Erlebten nicht können.&nbsp;</p>



<p>Weil ihre Erinnerung fragmentiert ist, sind ihre Aussagen oft nicht zusammenhängend oder je nach Tagesverfassung unterschiedlich (state dependent memory).&nbsp;</p>



<p>Damit ergeben sich Aussagen, die bei der momentanen Rechtslage vor Gericht nicht verwertbar sind. Auch in privatem Rahmen wird den Betroffenen oft nicht geglaubt.</p>



<p>Dies schützt die Täter davor, in die Verantwortung genommen zu werden. Oft hinterlässt dies die <strong>Opfer in noch größerer Resignation</strong>.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Sprache als Auslöser für Stressreaktionen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Hinzu kommt, dass es für die Betroffenen von Gewalt anstrengend ist, ihre Geschichte zu berichten. Denn die wiederholte Erzählung des Erlebten wirkt als potenzieller Auslöser für eine erneute Stressreaktion (Retraumatisierung).</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Sprache als Werkzeug der Heilung</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Doch Sprache kann auch ein mächtiges Werkzeug auf dem Heilungsweg sein. Wenn wir wertschätzend miteinander sprechen, wird es leichter, aus dem Überlebensmodus in ein Empfinden von Sicherheit zu kommen. So fühlen wir uns verbundener und kommen auch besser mit unserer Kraft in Kontakt.</p>



<p>Menschen, die in einer Sprache verletzende Worte gehört haben, tun sich in einer neuen Sprache oft leichter, sich neu zu definieren.</p>



<p>Ich selbst erinnere mich, lange Zeit nur auf Englisch gesungen zu haben. Die deutsche Sprache war mir zu sperrig und schwer (zu beschwert durch meine eigenen Erlebnisse). Mittlerweile singe ich Lieder in allen Sprachen.</p>



<p>Eine andere Sprache zu sprechen, verändert auch die Gedanken, da die Schwerpunkte in jedem Idiom anders gelagert sind. Manche Sprachen sind in einiger Punkten differenzierter, haben also unterschiedliche Begriffe.&nbsp;</p>



<p>Für das deutsche Wort Liebe werden im Griechischen u.&nbsp;a. Eros (stürmische, erotische Liebe), Philia (freundschaftliche Liebe) oder Agape (spirituelle, bedingungslose Liebe) unterschieden. In anderen Sprachen kann ein einzelnes Wort je nach Kontext mehrere Bedeutungen haben. Chinesisch und Aramäisch sind Beispiele hierfür.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Die eigene Stimme wiederfinden</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wichtig für die Integration des Traumas ist nicht unbedingt, über das Erlebte zu sprechen. Dies könnte erneuten Stress bedeuten.&nbsp;</p>



<p>Doch es ist hilfreich für den Heilungs- und Integrationsprozess, wenn wir jemandem berichten oder zeigen können, wie wir uns heute damit fühlen.</p>



<p>Wenn uns dazu die Worte fehlen, können wir unmittelbar <strong>mit der Stimme arbeiten</strong>, uns in <strong>Bildern, Musik oder Bewegung</strong> ausdrücken. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.&nbsp;</p>



<p>Interessant ist, dass Menschen, die stottern oder Tics haben (z.&nbsp;B. beim Tourette-Syndrom), sich beim Singen ganz geschmeidig ausdrücken können.&nbsp;</p>



<p><strong>Körpertherapeutische Ansätze</strong>, die sich mit der Stimme beschäftigen, sind ebenfalls hilfreich für Menschen, deren Selbstausdruck eingeschränkt ist.</p>



<p>Auch das <strong>Schreiben</strong> ist ein kraftvolles Instrument, mit der eigenen Stimme sichtbar zu werden. Daher ist Journaling für viele Menschen so attraktiv.</p>



<p>Welches Medium wir auch wählen: die Möglichkeit, uns mitzuteilen und darin von einer wohlwollenden Person (oder Gruppe) bezeugt zu werden, ist es, was heilsam ist. So gelangen wir aus dem Überlebensmodus zurück in ein Empfinden von Sicherheit.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Sprachlosigkeit als Traumafolge ist ein komplexes Phänomen, das Menschen in ihrem tiefsten Inneren berührt. Doch es gibt vielfältige Wege, die eigene Stimme wiederzufinden.</p>



<p>Sprache ist in unserer Welt ein wesentliches Mittel zum Selbstausdruck. Daher ist es die Verantwortung aller Menschen, ein Feld zu schaffen, in dem Heilung und Integration durch die eigene Stimme möglich sind.&nbsp;</p>



<p>Denn letztlich ist es die menschliche Verbindung, die heilsam ist. Eine wohlwollende Verbindung, die dadurch stärker wird, dass wir einen sicheren Raum erleben, in dem wir unsere Geschichten, unser Leid und unsere Hoffnung teilen können.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wie du siehst, ist das Thema Sprachlosigkeit und unterbrochener Selbstausdruck allgegenwärtig. Wenn dich dieser Artikel inspiriert hat, deine innere Stimme (wieder) zu entdecken, schau dir gerne mein <a href="https://anyalange.de/angebot/">Angebot</a> an.</p>



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<p class="has-small-font-size">Bildnachweis<br>Frau sieht schweigend aus dem Fenster – &#110;&#101;s&#116;&#101;&#97;&#97;&#118;&#64;&#100;&#101;pos&#105;t&#112;&#104;&#111;&#116;&#111;s&#46;&#99;&#111;&#109;</p>



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		<title>Stumme Zeugen und die Macht des Schweigens</title>
		<link>https://anyalange.de/stumme-zeugen-die-macht-des-schweigens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anya Lange]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Mar 2024 09:37:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Macht des Schweigens kann sich im Positiven wie im Negativen zeigen.&#160; Gemeinsam in Harmonie wortlos nebeneinander zu sitzen oder zu gehen, kann ein starkes Gefühl der Verbundenheit auslösen. Doch Schweigen kann auch Ausdruck von Missbilligung, Aggression oder Hilflosigkeit sein. Innerhalb von Beziehungen spielt es eine fundamentale Rolle, wie wir miteinander kommunizieren. Doch auch das [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[


<p>Die Macht des Schweigens kann sich im Positiven wie im Negativen zeigen.&nbsp;</p>



<p>Gemeinsam in Harmonie wortlos nebeneinander zu sitzen oder zu gehen, kann ein starkes Gefühl der Verbundenheit auslösen. Doch Schweigen kann auch Ausdruck von Missbilligung, Aggression oder Hilflosigkeit sein.</p>



<p>Innerhalb von Beziehungen spielt es eine fundamentale Rolle, wie wir miteinander kommunizieren. Doch auch das Verhältnis zum Umfeld ist wichtig dafür, wie wir mit Konflikten im engeren Kreis umgehen können. Hier kommen die stummen Zeugen und ihre oft unterschätzte Bedeutung ins Spiel.</p>



<p>In diesem Artikel erläutere ich, warum Schweigen eine so enorme Auswirkung auf uns hat. Ebenfalls werde ich verschiedene Arten des Schweigens und der Mitwisserschaft beschreiben.&nbsp;</p>



<p>Denn Konfliktsituationen im Ganzen zu betrachten, ist wichtig dafür, auch die eigene Rolle darin besser zu erkennen – angemessen handeln zu können. Insofern ist dieser Artikel auch eine Hymne an die Zivilcourage.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="1-warum-langsamer-oft-schneller-ist-und-weniger-oft-mehr">Momente des Schweigens</h2>
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<p>Im Alltag schweigen wir aus vielfältigen Gründen. Vielleicht, weil wir einfach Ruhe brauchen oder dadurch interessanter und geheimnisvoller wirken wollen. Manchmal verbergen wir unsere Unsicherheit oder Unwissenheit, indem wir nichts sagen. Vielleicht fürchten wir auch, unser Gegenüber zu verletzen.</p>



<p>Wenn es in Gesprächen zu einer Pause kommt, ist das oft ein Moment, der uns unangenehm ist und Verunsicherung auslöst. Dann versuchen wir, das Gespräch wieder in Gang zu bringen.</p>



<p>In Business-Gesprächen und manchmal auch im privaten Kontext wird Schweigen gezielt als Taktik eingesetzt. Denn Schweigen bedeutet Macht.&nbsp;</p>



<p>Nicht ohne Grund heißt es „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Doch warum hat das Schweigen einen so enormen Einfluss auf uns?</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Stimme und Sprache als Teil der Kommunikation</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wenn wir uns anschauen, über welche Kanäle zwischenmenschliche Kommunikation stattfindet, bekommen wir erste Hinweise darauf, wann wir uns angesprochen fühlen. Denn gegenseitiges Verstehen findet überwiegend körperlich statt. Ganze <strong>zwei Drittel der Kommunikation findet über die Körpersprache</strong> statt.&nbsp;</p>



<p>Immerhin <strong>ein Viertel der Botschaft erkennen wir über die Stimme</strong>. Die restlichen 7&nbsp;% sind dann der reine Inhalt, also das, was wir über Messenger und E-Mails austauschen.</p>



<p>Damit wird auch klar, warum wir große Verbundenheit spüren können, wenn die körpersprachliche Kommunikation in Übereinstimmung ist. <strong>Das Meiste wird ohne Worte gesagt.</strong></p>



<p><strong>Körpersprachliche und stimmliche Ansprache – oder ihr Fehlen – haben also großen Einfluss auf unser Gefühl von Verbundenheit</strong>.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Ansprache und der Bindungsinstinkt</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Als Kinder lernen wir, innere Stresszustände zu regulieren, wenn wir im gut eingestimmten, zugewandten Kontakt mit unseren Bezugspersonen sind. Diese Einstimmung erkennen wir hauptsächlich an der Körpersprache und an der Stimme. Ist sie ausreichend vorhanden, fühlen wir uns sicher und geborgen.</p>



<p><strong>Fehlt diese Einstimmung, bedroht das unser Gefühl von Zugehörigkeit</strong>, die gerade in den ersten Jahren überlebenswichtig für uns ist. <strong>Die Folge ist ein chronisch hoher Stresslevel</strong> im Körper.</p>



<p>Als Kinder – und häufig auch später als Erwachsene – tun wir alles, um nicht in diese Stresszustände zu kommen – und passen uns an die Umgebung an. Mehr darüber findest du in meinem Blog über <a href="https://anyalange.de/entwicklungstrauma-erkennen-heilen/">Entwicklungstrauma</a>.</p>



<p>Weil wir sehr hohe Aktivierung im Nervensystem nicht gut alleine regulieren können (Selbstregulation), sind wir auch als Erwachsene auf Unterstützung von anderen, besser regulierten Menschen (Co-Regulation) angewiesen. Einfacher ausgedrückt: <strong>In der Not wollen wir uns instinktiv an jemanden wenden</strong>, um unser Leid zu lindern. Unser Bindungsinstinkt wird aktiv.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Reden und Schweigen in Beziehungen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ob diese Hinwendung möglich ist, entscheidet darüber, ob wir unsere Beziehungen als emotional sicher erleben – oder nicht. Und damit auch, ob wir uns regulieren können. Das heißt, <strong>Verletzungen geschehen in Beziehungen und heilen ebenfalls in Verbundenheit</strong>.</p>



<p>Ist die Person, die wir aufsuchen, einfühlsam und zugewandt, braucht es oft nicht viele Worte, damit wir uns aufgehoben fühlen und so wieder in unsere innere Mitte zurückfinden.&nbsp;</p>



<p>Wenn wir jedoch kein eingestimmtes Gegenüber haben oder gar ein „feindliches“, wird der Stress eher noch größer. Denn nun haben wir nicht nur die ursprüngliche Situation zu verarbeiten, sondern auch noch die Einsamkeit oder gar Scham, die wir durch den Mangel an Einstimmung empfinden. Wir fühlen uns „gemeinsam einsam“.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Schweigen unterbricht Verbindung</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Insofern kann Schweigen Ausdruck wortloser Übereinstimmung sein, ist aber häufiger ein Mittel der Macht. Als letzteres bedeutet <strong>Schweigen</strong> immer einen <strong>Beziehungsabbruch</strong>. Die angeschwiegene Person kann dadurch tief verunsichert werden, sich schuldig oder beschämt fühlen.</p>



<p>Dabei können die Gründe, warum eine Person schweigt, sehr vielfältig sein. Vielleicht ist sie <strong>hilflos</strong> und weiß nicht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Oder sie schweigt, weil sie <strong>eigene Emotionen unterdrückt, die sie unangemessen findet</strong>. Möglicherweise setzt sie das Schweigen aber auch bewusst ein, um andere <strong>Menschen zu manipulieren</strong>.</p>



<p>Ein anderer wesentlicher Grund für das Schweigen ist die <strong>Angst, die Zugehörigkeit zu verlieren</strong>. Wenn alle Gruppenmitglieder eine andere Haltung haben, verhalten sich viele Menschen gruppenkonform, auch wenn es ihren tiefen Werten nicht entspricht. Niemand will der Gruppe verwiesen werden.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Schweigen als Bann: die emotionale Todesstrafe</h2>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Denn ausgeschlossen zu werden, bedeutet Hochstress für unser Nervensystem.</p>



<p>Wie machtvoll das kollektive Schweigen sein kann, zeigt sich auch in den Bräuchen alter Kulturen.&nbsp;</p>



<p>Wenn Menschen damals mit einem Bann belegt und aus der Gruppe ausgeschlossen wurden, bedeutete das oft ihren Tod. Nicht nur, weil sie alleine schlechtere Überlebenschancen hatten, sondern auch, weil die emotionale Isolation ihre Regulationsmöglichkeiten beschränkt hat.</p>



<p>In unserer (Cancel-)Kultur ist es überwiegend die emotionale Strafe, die wirksam ist. Doch auch diese wird von den Verbannten als existenzielle Bedrohung wahrgenommen. Denn Menschen sind nun einmal Bindungswesen und daher auf Kontakt und Zugehörigkeit angewiesen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Das Tabu – der Elefant im Raum</h2>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wo das Schweigen dominiert, leidet die Verbindung zueinander. Dies wird in Beziehungen spürbar, wenn etwa <strong>Konflikte verschwiegen</strong> werden. Die Beteiligten gehen dann oft miteinander um, als würden sie auf rohen Eiern laufen. Sie nehmen sich zurück auf Kosten von Spontaneität und Lebendigkeit, damit sie die heiklen Themen umschiffen.</p>



<p>Auch gut gehütete <strong>Familiengeheimnisse</strong> kreieren eine ähnliche Atmosphäre – und teils mächtige Tabus und Verhaltensregeln innerhalb der Familie. In der Folge werden deren Auswirkungen – wenn sie nicht gelöst werden können – als <strong>transgenerationales Trauma</strong> an die Kinder und Enkel weitergegeben.&nbsp;</p>



<p>Das Schweigen über Tabuthemen findet auch in anderen Gruppen statt. Homosexualität ist etwa im Herrenfußball immer noch ein No-Go und darf nicht offen benannt werden.</p>



<p>Auch eine Frau, die zufrieden verkündet, dass sie keine Kinder will, bricht damit ein Tabu. Nämlich, dass nicht alle Frauen einen Kinderwunsch haben und sich ein Leben als Mutter wünschen. Die oft wenig wertschätzenden Kommentare „wohlmeinender“ Mütter geben hier einen klaren Einblick in den kollektiven Wertekanon.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Macht des Schweigens damals– Entwicklungstrauma</h2>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Fassen wir noch einmal zusammen: Schweigen – also ein Mangel an Einstimmung oder eine gezielte Abwertung (silencing) – begünstigt die Entstehung von Entwicklungstrauma. <strong>Das Kind lernt, dass es immer wieder „ins Leere greift“ und hört eines Tages auf, um Unterstützung zu bitten.</strong></p>



<p>Dabei müssen dies keine großen Anliegen sein. Auch <strong>viele kleine Erlebnisse der Ablehnung</strong> oder mangelnden Einstimmung <strong>kreieren diese Erfahrung</strong>. Man spricht hier auch von little t trauma – im Gegensatz zum big T Trauma, also den gravierenden Einzelerlebnissen wie Unfällen, Verlusten oder Operationen.</p>



<p>Wiederholt nicht „anzukommen“ prägt auch die spätere Befangenheit, nach Unterstützung zu fragen. Mit stummen Zeugen wiederholt sich später das Muster des Ins-Leere-Greifens.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Macht des Schweigens heute – sequenzielles Trauma</h2>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Im Erwachsenenalter haben wir sicherlich viel mehr Möglichkeiten, auf unangenehme Situationen zu reagieren und uns auch selbst zu regulieren. Dennoch gibt es das Phänomen des „ins-Leere-Greifens“ auch hier.</p>



<p>In Mobbing-Situationen in Partnerschaft, Schule, Beruf oder öffentlichem Raum erleben Betroffene, dass andere zusehen oder um die Situation wissen, aber dennoch nicht unterstützen. Damit wiederholt sich der Effekt und kann zum wiederkehrenden, also sequenziellen Trauma werden.</p>



<p>Auch hier ist <strong>jedes einzelne Ereignis nicht unbedingt sehr gravierend</strong>, wie die leicht spitze Bemerkung eines Kollegen, die dich zu der Frage bringt, ob sie überhaupt eine Antwort verlangt. Und die deshalb unkommentiert bleibt. Doch <strong>in der Summe verursachen diese oft subtilen Situationen dauerhaften Stress</strong>, vergiften die Arbeitsatmosphäre und machen den beruflichen Kontext zum unsicheren Ort.</p>



<p>Auch Alltagssexismus in Werbung, Social Media oder Filmen trägt durch seine beständige Präsenz dazu bei, dass viele Menschen (Frauen und Männer) Herabwürdigung und Objektifizierung als normal empfinden und eher nicht um Unterstützung bitten oder Hilfe anbieten, wenn eine massivere Grenzverletzung passiert.&nbsp;</p>



<p>Das Alltägliche gilt als normal und wird daher nicht (mehr) hinterfragt. Auch wenn das Hintergrundgefühl dazu eher ein diffuses Unbehagen ist. Hans-Joachim Maaz bezeichnet dieses Phänomen als Normopathie. Das Ungesunde wird als normal akzeptiert.</p>



<p>Die beständige Erfahrung einer <strong>toxischen Normalität</strong> führt so zu einer schleichenden Resignation, die das Vertrauen, in einer gravierenden Situation Unterstützung zu finden, erheblich erschweren kann.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">The Silent Treatment</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Im Englischen wird der Beziehungsabbruch durch Schweigen auch “the silent treatment“ – die stumme Behandlung genannt. Sie hinterlässt die angeschwiegenen Personen oft in Hilflosigkeit, Schuldgefühlen und tiefer Verunsicherung. Und bringt sie damit auch selbst zum Schweigen. Dies nennt man dann im Englischen <strong>silencing</strong>.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Spielarten des Schweigens</h2>



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<p>Doch nicht nur durch Wortlosigkeit oder Ignoranz werden Menschen zum Verstummen gebracht. Auch durch Leugnen oder Kleinreden der Situation werden Wert und Wahrnehmung der anderen Person infrage gestellt. Schweigen kann also auch einiges an (passiver) Aggression enthalten.</p>



<p>Im Folgenden werde ich einige Spielarten des Schweigens beschreiben. Häufig werden diese Wege gewählt, um Konflikte zu vermeiden, aber auch, um andere zu manipulieren.</p>



<p>Vielleicht will der Schweigende die andere Person nicht verletzen, erträgt aber eigentlich die mögliche Enttäuschung der anderen Person selbst nicht. Oder er hat Angst, dass sie verärgert reagiert und will sich dem nicht stellen.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Ghosting – plötzlicher Kontaktabbruch</h3>



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<p>Manche Menschen brechen ganz plötzlich den Kontakt ab und lassen nie wieder von sich hören. Oft hinterlässt der offene Ausgang und fehlende Abschluss beim Gegenüber eine tiefe Verunsicherung. Denn eine Klärung des Konflikts ist nicht möglich.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Caspering – das Ausschleichen</h3>



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<p>Andere Menschen wiederum lassen den Kontakt langsam ausschleichen. Sie lassen sich zunehmend mehr Zeit, um Nachrichten zu beantworten, bis die Antwort irgendwann ganz ausbleibt.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Gaslighting – manipulatives Schweigen</h3>



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<p>Diese Form, das Gegenüber zum Schweigen zu bringen, taucht häufig im Rahmen von narzisstischen Verletzungen auf. Hier wird die Wahrnehmung der anderen Person durch Leugnen oder Bagatellisieren infrage gestellt. Die Aggression ist hier offenkundiger.</p>



<p>Häufig fallen dann Sätze wie „Du bist aber auch so empfindlich“, „Das hat er bestimmt nicht so gemeint“, „Das bildest du dir nur ein“, „Das war doch nur ein Scherz“ (nach einer verletzenden Äußerung) oder „Das habe ich so nicht gesagt, das hast du missverstanden“. Solche Sätze dienen der <strong>Täter-Opfer-Umkehr</strong>.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“</p>
<cite>Molière</cite></blockquote>



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<h2 class="wp-block-heading">Stumme Zeugen – gleichgültiges oder hilfloses Schweigen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Stumme Zeugen sind schweigende Beobachter einer Konfliktsituation, die sie selbst nicht gutheißen.&nbsp;</p>



<p>Sie sind nicht direkt in eine geladene Beziehungsdynamik involviert. Doch dadurch, dass sie sich heraushalten, erschweren sie es den anderen, aus der konflikthaften Dynamik auszusteigen. Mehr zum Thema Beziehungsdynamik findest du in meinem Blogartikel über das <a href="https://anyalange.de/dramadreieck/">Dramadreieck</a>.</p>



<p>Vielleicht greifen sie nicht ein, weil sie selbst hilflos, verängstigt oder gleichgültig (emotional nicht verbunden) sind.</p>



<p>Damit verhindern sie indirekt auch, dass sich die Situation verändern kann. Die Personen in der Drama-Dynamik haben keine Möglichkeit, sich in ihrer Not an eine unterstützende Person zu wenden. So läuft der Bindungsinstinkt, der in Notsituationen aktiviert wird, ins Leere.&nbsp;</p>



<p>Wenn kein stummer Zeuge zugegen ist, kann unser Nervensystem die Konfliktsituation klarer einschätzen. Wenn jedoch Mitwisser anwesend sind, wird die Verweigerung der Unterstützung oft als tiefer Verrat empfunden. Dieser wiegt in der Seele oft schwerer als die eigentliche Konfliktsituation.</p>



<p>In der Folge werden die Betroffenen mit jeder Wiederholung resignierter, weil keine Co-Regulation stattfindet und sie die Stresssituation nicht verarbeiten können. Sequenzielles, also wiederkehrendes Trauma kann die Folge sein.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Beispiele für stumme Zeugen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Stumme Zeugenschaft begegnet uns überall im Alltag. Das können Menschen in der U-Bahn sein, die mitbekommen, wie Eltern ihr Kind grob anfahren oder eine Person gemobbt wird – die aber nicht einschreiten.&nbsp;</p>



<p>Da sind die Unfallzeugen, die gleichgültig weitergehen oder das Handy zücken, anstatt zu helfen.&nbsp;</p>



<p>Manche Kollegen nehmen wahr, dass andere Personen gemobbt werden, mischen sich aber nicht ein, weil sie Angst haben, den eigenen Job zu verlieren.</p>



<p>Im Internet geht durch den fehlenden persönlichen Kontakt oft die Aggressionshemmung verloren. Damit wird Cybermobbing begünstigt. Und auch viele „kleine“ Sticheleien ergeben einen größeren Rahmen der Abwertung.</p>



<p>Wenn ein Elternteil nicht eingreift, während der andere emotionale oder körperliche Grenzen des Kindes verletzt, ist auch das stumme Zeugenschaft. Insbesondere dann, wenn das Verhalten der grenzüberschreitenden Person nicht nur stumm gebilligt, sondern entschuldigt oder gar gerechtfertigt wird.</p>



<p>Hier werden der Verrat und die Verlassenheit von den Kindern besonders heftig und vernichtend empfunden. Häufig wiegen sie schwerer als die ursprüngliche Grenzverletzung.&nbsp;</p>



<p>Als Randnotiz: Ein Kind, das Gewalt ausgesetzt ist, muss sich im Durchschnitt an sechs (!) Erwachsene wenden, bevor ihm geglaubt wird und es möglicherweise Unterstützung erhält. Wie mag sich ein Kind in dieser Situation fühlen?</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Folgen des Schweigens</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wenn die Zeugen ihr Schweigen nicht brechen, polarisiert sich die Konfliktsituation noch stärker.&nbsp;</p>



<p>Denn die <strong>Täter erleben keine Konsequenzen</strong> für ihr grenzverletzendes Verhalten. Dadurch fühlen sie sich weiter machtvoll. <strong>Das kann sie ermutigen, weiterzumachen</strong> wie bisher, denn es gibt kein Korrektiv, keine Grenze.</p>



<p>Für die <strong>Opfer</strong> bedeutet dies, dass sie <strong>noch weiter in die Resignation gehen</strong>. Denn sie erleben keinerlei Unterstützung, obwohl Menschen zugegen sind. In der Gesellschaft anderer mit dem eigenen Leid allein zu bleiben, kann <strong>tiefste Gefühle der Einsamkeit, Scham und Selbstabwertung</strong> zur Folge haben.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Schweigen ist Zustimmung</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wie wir gesehen haben, reicht es nicht aus, innerhalb der Dynamik von Täter, Opfer und Retter nach Lösungen zu schauen, weil die stummen Zeugen einen so enormen Einfluss auf die gesamte Dynamik haben.&nbsp;</p>



<p>Christelle Schlaepfer weist in ihrem Blogartikel <strong>Mitwisser sind Möglichmacher</strong> darauf hin, wie wichtig die Integration der stummen Zeugen in den Lösungsprozess ist.&nbsp;</p>



<p>Auch Lydia Hantke und Hans-Joachim Görges haben die Mitwisser als feste Größe in ihr <strong>Traumaviereck</strong> integriert, das ein wichtiger Bestandteil in der Traumapädagogik ist.</p>



<p>Meiner Meinung nach ist dies nicht nur im Umgang mit Kindern und Jugendlichen wichtig. Auch in der Welt der Erwachsenen ist es notwendig, den größeren Rahmen zu betrachten.&nbsp;</p>



<p>Denn Trauma ist kein Einzelschicksal, sondern geschieht in Beziehung, ist in einen größeren Rahmen eingebettet. Und je normaler ein Rahmen der Passivität oder Gleichgültigkeit erscheint, desto weniger wird er hinterfragt. Dennoch ist er wirksam.</p>



<p>Das Grundbedürfnis der Zugehörigkeit und die Angst vor Ausschluss können also bewirken, dass stumme Zeugen die Abwertung anderer Personen(-gruppen) mittragen – und so zur Aufrechterhaltung von Feindbildern beitragen.</p>



<p>Daher brauchen wir eine Konfliktkultur, die alle Beteiligten in die Lösung einbezieht und ihre Verantwortung würdigt – damit eine generelle Deeskalation und ein menschlicher Blick auf alle Beteiligten möglich werden.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Warum schweigen stumme Zeugen?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Was aber bewegt Menschen dazu, stumme Zeugen von Szenen zu werden, die sie selbst nicht gutheißen? Und nicht einzugreifen, obwohl sie kräftemäßig dazu in der Lage wären. Einer der Hauptgründe ist <strong>die Angst, ausgeschlossen zu werden</strong>.&nbsp;</p>



<p>Wie stark unser Bindungsinstinkt ist, habe ich weiter oben schon beschrieben. Unser Nervensystem gerät in Hochstress, wenn (gefühlt) unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit bedroht ist.&nbsp;</p>



<p>Menschen, die Zeugen von Mobbing oder anderen Konfliktsituationen werden, sehen diesen Stress auch unmittelbar am Beispiel der Opfer. Sie wollen nicht die nächsten sein, denen es so ergeht.</p>



<p>Oft finden sie die Konfliktsituation gar nicht in Ordnung. Doch die Angst, selbst ausgeschlossen zu werden, wenn sie nicht die Haltung der Gruppe einnehmen, lässt sie schweigen und passiv bleiben.&nbsp;</p>



<p>Aus der Sicht des Nervensystems gehen sie in eine Angststarre (freeze response) mit Gefühlen von Hilflosigkeit oder Ohnmacht, in die Resignation oder Gleichgültigkeit (Kollaps) oder in die Unterwerfung (fawn response). Im letzteren Fall passen sie sich an die Täter an, entschuldigen oder hofieren sie.</p>



<p>Dies gilt im kleinen Maßstab wie der Familie ebenso wie im großen Maßstab der Gesellschaft oder auch Staaten. </p>



<p>„Was sollen denn die (oder meine) Leute denken?“ Diesen Satz haben viele von uns schon oft gehört – und auch gedacht. Er wirkt sich in so vielen Familien und Peergroups aus, dass er quasi allgegenwärtig ist – leider auf Kosten eines menschlichen Blickes auf das Gesamtbild.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Andere Rahmenbedingungen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Doch nicht nur die individuelle Befindlichkeit, sondern auch äußere Rahmenbedingungen tragen dazu bei, ob Menschen in die Situation eingreifen oder sie stumm bezeugen.</p>



<p>Peter Fisher zeigte in seiner Meta-Analyse über den <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21534650/" target="_blank" rel="noopener">Bystander-Effekt</a>, welche Bedingungen zur Mitwisserschaft beitragen – oder sie verringern.</p>



<p><strong>Je gefährlicher eine Situation ist, desto eher sind Menschen bereit, zu helfen.</strong> Das heißt, wenn es um körperliche oder verbale (also sinnlich unmittelbar erfahrbare) Grenzverletzungen geht, oder der Täter noch anwesend ist, steigt bei den Menschen in der Umgebung der Stresslevel und veranlasst sie eher, zu handeln.</p>



<p>Das bedeutet aber auch, dass <strong>bei emotionaler Gewalt deutlich weniger Hilfe zu erwarten ist</strong>. Denn sie wird häufig körpersprachlich und ohne Worte ausgedrückt. Daher ist sie für Umstehende oft diffus und nicht klar zu erfassen, auch wenn die Anspannung deutlich spürbar ist.</p>



<p>Wenn geladene Situationen als „normal“ eingestuft werden (siehe weiter oben zum Thema toxische Normalität), wird ebenfalls weniger geholfen.</p>



<p><strong>Je mehr Personen zugegen sind, desto weniger und langsamer wird geholfen</strong>. Die Verantwortung, hilfebedürftige Personen zu unterstützen, wird dann auf die anderen umstehenden Personen „verteilt“.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Der Weg aus dem Schweigen: Zivilcourage</h2>



<div style="height:21px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Glücklicherweise fand Peter Fisher auch heraus, dass es nur eine Person braucht, die Hilfe anbietet, damit andere Menschen nachziehen. <strong>Wenn ein einzelner Zuschauer</strong> Mut fasst und <strong>in das Geschehen eingreift, ermutigt er durch sein Beispiel auch andere. Zivilcourage ist also ansteckend.</strong></p>



<p>Das bedeutet nicht unbedingt, vehement gegen den Täter vorzugehen und sich damit selbst in Gefahr zu bringen. Wichtiger ist es, <strong>dem Opfer beizustehen und Unterstützung zu geben</strong>. Diese Verbindung ist oft ein wesentlicher Aspekt dafür, dass ein Heilungs- und Integrationsprozess in Gang kommen kann.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Verbindung wiederherstellen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Im Umgang mit geladenen Situationen ist es zunächst wichtig, zu erkennen, was gerade passiert. Um darin präsent zu bleiben, brauchen wir die Verbindung zu uns selbst. Erst dann sind wir mit unserer Kraft in Kontakt und können den Mut fassen, zu angemessen handeln.</p>



<p>Das bedeutet, als Zeuge aktiv zu werden und das Opfer zu stärken. Damit wird dem Täter seine Macht zu entzogen.</p>



<p>Innerhalb einer Dynamik, die von Schweigen geprägt ist, kann Handlungsfähigkeit auch bedeuten, nicht mehr zu verstummen und das Wort zu erheben. Oder, wenn dies nicht möglich ist, die Situation zu verlassen, statt immer wieder die innere Verbindung zu kappen und sich damit selbst zum Schweigen zu bringen.</p>



<p>Denn nur, <strong>wenn wir die Verbindung zu uns selbst halten können</strong>, also mit uns selbst im Dialog sind, gelingt auch die Verbindung mit anderen Menschen. Dann <strong>kann es ein erfüllendes und kraftvolles Erlebnis sein, gemeinsam zu schweigen</strong>.</p>



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<p>Ich hoffe, ich konnte dir einen Einblick geben in die vielen Facetten des Schweigens und seine weitreichende Bedeutung in unserem Alltag. Vielleicht hast du auch Situationen wiedererkannt, die ich beschrieben habe.</p>



<p>Wenn du lernen möchtest, deinen inneren Botschaften zu lauschen und gut mit dir selbst im Kontakt zu sein, schau dir gerne mein <a href="https://anyalange.de/angebot/">Angebot</a> an oder vereinbare ein kostenloses telefonisches Erstgespräch.</p>



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<p class="has-small-font-size">Bildnachweis<br>Schweigegeste – &#112;&#111;&#110;&#111;m&#97;r&#101;&#110;c&#107;o&#64;&#100;epos&#105;&#116;p&#104;&#111;to&#115;.&#99;om</p>



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		<title>Das Dramadreieck – Beziehungsdynamik besser verstehen</title>
		<link>https://anyalange.de/dramadreieck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anya Lange]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Feb 2024 22:08:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Dramadreieck kann dir helfen, Interaktionen in Beziehungen und deine Rolle darin besser zu verstehen.&#160;Oft führen Beziehungsdynamiken zu viel Leid, weil es schwerfällt, aus den Rollen und damit auch aus dem Drama wieder herauszufinden. Besonders komplex wird es, wenn es stumme Zeugen gibt. Wahrscheinlich hast du es selbst schon einmal erlebt. Vielleicht fragst du dich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[


<p>Das Dramadreieck kann dir helfen, Interaktionen in Beziehungen und deine Rolle darin besser zu verstehen.&nbsp;Oft führen Beziehungsdynamiken zu viel Leid, weil es schwerfällt, aus den Rollen und damit auch aus dem Drama wieder herauszufinden. Besonders komplex wird es, wenn es stumme Zeugen gibt.</p>



<p>Wahrscheinlich hast du es selbst schon einmal erlebt. Vielleicht fragst du dich manchmal, warum du mit bestimmten Menschen immer wieder in dieselben Verhaltensweisen fällst. Oder du hast das Gefühl, das Leben hat dir für bestimmte Momente&nbsp;eine bestimmte Rolle beschert.</p>



<p>Nicht nur in nahen Beziehungen, sondern auch in Alltagssituationen kann sich das Dramadreieck mit seiner Beziehungsdynamik zeigen. </p>



<p>Ein Beispiel aus dem Berufsleben: Kollege X erledigt seine Arbeit häufig so langsam, dass seine Kollegin Y das lieber gleich für ihn übernimmt. Später beschwert sie sich dann genervt bei dem Kollegen Z über X – und auch darüber, wie viel sie zu tun hat. Andere Kollegen bekommen das mit, doch niemand spricht das Thema offen an. Der Elefant steht im Raum.</p>



<p>Wie entwickelt sich die Drama-Dynamik? Welche Rolle spielen unsere frühen Prägungen dabei? Was haben die stummen Zeugen damit zu tun? Und wie ist es möglich, den Weg aus dieser Dynamik zu finden? Diesen Fragen gehe ich in diesem Artikel nach.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="1-warum-langsamer-oft-schneller-ist-und-weniger-oft-mehr">Was ist das Dramadreieck?</h2>



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<p>Das Dramadreieck wurde im Jahre 1968 von dem amerikanischen Psychiater&nbsp;<strong>Stephen Karpman</strong>&nbsp;entwickelt. Das Modell stammt aus der Transaktionsanalyse, die sich mit Persönlichkeitsstrukturen und deren Interaktionen beschäftigt. Es soll helfen, Beziehungsdynamiken und die eigene Rolle darin zu reflektieren. So kann es leichter werden, die jeweilige Situation zu verbessern und aus dem Rollenverhalten auszusteigen.</p>



<p>In dieser Dynamik&nbsp;kann eine Person unterschiedliche Rollen einnehmen und ist nicht grundsätzlich Täter (Verfolger), Opfer oder Retter. <strong>Die Rollen können also wechseln</strong>.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Wann entsteht ein Dramadreieck?</h2>



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<p>Grundsätzlich kann ein Dramadreieck immer dann entstehen, wenn Menschen eine Situation durch die Brille ihrer Projektionen wahrnehmen und nicht aus dem Zustand ihres inneren Beobachters heraus.&nbsp;</p>



<p>Das kann geschehen, wenn Menschen emotional getriggert sind oder <strong>unbewusst und automatisch mit ihrer früh gelernten Prägung</strong> – ihrer gewohnten Rolle – <strong>auf einen anderen Menschen reagieren</strong>.</p>



<p>Das passiert recht häufig, da wir die meiste Zeit des Tages in Projektionen unterwegs sind. Wir alle betrachten die Welt (und auch den gegenwärtigen Moment) meistens durch die Brille unserer alten Bindungs- und Verhaltensmuster, unserer Erfahrungen und Befürchtungen.&nbsp;</p>



<p><strong>Unsere Ängste oder Wünsche projizieren wir dann auf unser Gegenüber</strong>. Und das beginnt, sobald wir jemanden kennenlernen und prägt sich im Laufe der Zeit weiter aus.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Der Einstieg in die Dynamik</h2>



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<p>Ein Beispiel, wie eine Beziehungsdynamik beginnen kann: Zwei Menschen lernen sich kennen. Eine Person ist vielleicht durch die aktuelle Lebenssituation oder eine schwierige Biografie verletzlicher. Die andere Person steht gerade mehr in der Kraft oder ist von hilfsbereiter und unterstützender Natur.</p>



<p>Beide erleben diese Konstellation in dem Moment sehr positiv. Die erste Person freut sich über die Hilfsbereitschaft und Zuwendung. Die zweite Person fühlt sich kompetent und bestätigt durch ihr Handeln.&nbsp;</p>



<p>So werden in einer Begegnung – manchmal sofort, manchmal im Laufe der Zeit – bestimmte Rollen eingenommen. Diese können sich im Laufe der Zeit ändern. Dazu später mehr.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="2-langsamer-ist-schneller">Das Dramadreieck in der Therapie</h2>



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<p>Die Dynamiken und Projektionen können sich auch als Übertragungsphänomene in der Therapie zeigen. Daher sind für einen sicheren und klaren therapeutischen Rahmen die sorgfältige Beobachtung und Selbstreflexion der Therapeutin enorm wichtig.&nbsp;</p>



<p>Mehr zum Thema Projektion in der Therapie erfährst du in meinem Blogartikel über <a href="https://anyalange.de/selbstfuersorge-in-heilberufen/">Selbstfürsorge in Heilberufen</a>.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Rollen bieten Sicherheit</h2>



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<p>Häufig steigen Menschen also ins Dramadreieck ein, weil sie nach ihrer frühen Prägung handeln. <strong>Sie nehmen unbewusst ihre gewohnte Rolle ein</strong>. Diese ist ihnen vertraut und gibt somit auch <strong>Sicherheit</strong>.&nbsp;</p>



<p>Ein guter Grund, warum wir oft mit unseren Rollen identifiziert sind, insbesondere, wenn sie aus großer innerer Not entstanden sind. Sie machen einen großen <strong>Teil unseres Selbstbildes</strong> aus.</p>



<p>In vielen Fällen stellen Menschen Kontakt und Nähe grundsätzlich über ein bestimmtes Muster her wie z.&nbsp;B. über Hilflosigkeit. Oder sie springen hilfsbereit für andere in die Bresche, wie in unserem Beispiel.</p>



<p>Wie ist das bei dir? Was tust du (oder tust du nicht), um mit Menschen in Kontakt zu kommen? Gehst du eher auf andere Menschen zu oder lässt du sie auf dich zukommen? Fragst du eher nach Unterstützung oder bietest du sie an? Und wie fühlst du dich damit?</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Nähe als Verstärker für Projektionen</h2>



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<p>Zu Beginn einer Begegnung empfinden die Beteiligten ihre Dynamik wahrscheinlich positiv. Beide fühlen sich bestätigt.&nbsp;</p>



<p>Doch leider bringen es Rollen mit sich, dass sie auf die Dauer sehr eng werden. Wenn Menschen ihr Verhaltensrepertoire und ihren Selbstausdruck beschränken, um ihrer Rolle gerecht zu werden, bringt dies früher oder später Unzufriedenheit mit sich.</p>



<p><strong>Besonders in Liebesbeziehungen und engen Freundschaften</strong> werden alte Verletzungen, Bindungsmuster und emotionale Flashbacks schneller wachgerufen. Mehr zum Thema emotionale Flashbacks findest du in meinem Blogbeitrag über <a href="https://anyalange.de/emotionen-verkoerpern/">verkörperte Emotionen</a>.</p>



<p>Wenn sie aktiviert sind, sehen wir unser Gegenüber durch die Brille unserer Emotionen an. Das heißt, wer sich beispielsweise hilflos fühlt, sieht den anderen eher als Retter. Im Helfermodus nehmen wir die andere Person eher als Opfer wahr.</p>



<p><strong>Durch diese Rollenzuschreibung wird die Dynamik des Dramadreiecks wirksam.</strong> Sie kann mitunter sehr destruktiv werden, insbesondere wenn Trauma im Spiel ist. Dazu später mehr.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Rollen im Dramadreieck</h2>



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<p>Bei den Rollen im Dramadreieck handelt es sich um&nbsp;<strong>Verhaltensweisen in einer bestimmten Beziehungskonstellation</strong>. Auf keinen Fall geht es um Eigenschaften von Personen. Die Rollen können innerhalb einer Beziehung wechseln.</p>



<p>Ein Mensch kann in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Rollen einnehmen. Manchmal wird die Rolle nur kurz, manchmal über längere Zeit ausgefüllt. Wenn es länger dauert, ist die Identifikation damit meist recht hoch.</p>



<p>Im Dramadreieck werden Täter, Opfer und Retter unterschieden. Die einzelnen Rollen schauen wir uns nun genauer an.</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="533" src="https://anyalange.de/images2/Dramadreieck-Grafik.jpg" alt="Dramadreieck Grafik" class="wp-image-5204" srcset="https://anyalange.de/images2/Dramadreieck-Grafik.jpg 800w, https://anyalange.de/images2/Dramadreieck-Grafik-480x320.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Täter / Verfolger</h3>



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<p>In der Transaktionsanalyse wird der Täter auch Verfolger genannt. Im therapeutischen Kontext finde ich den Begriff Täter allerdings passender.</p>



<p>Menschen in dieser Rolle sind häufig sehr&nbsp;<strong>lösungs- und handlungsorientiert</strong>. Durch das Handlungsgefälle werten sie sich selbst auf und die andere Person ab.</p>



<p>Dabei werden sie als&nbsp;<strong>streng, selbstbezogen oder rechthaberisch</strong>&nbsp;wahrgenommen. Auch&nbsp;<strong>Vorwürfe und Kritik</strong>&nbsp;sind häufig zu hören. Oder sie fallen ihren Mitmenschen ins Wort.</p>



<p>Sie brauchen viel Kontrolle in der Beziehung und erreichen diese, indem sie&nbsp;<strong>andere Menschen herabsetzen</strong>. Das kann so weit gehen, dass sie emotionale und/oder körperliche Grenzen verletzen.</p>



<p>Fühlen sie sich unwohl oder werden sie konfrontiert, stellen sie sich selbst nicht in Frage und übernehmen keine Verantwortung für ihr Handeln.&nbsp;<strong>Sie suchen die Schuld eher bei den anderen</strong>&nbsp;als bei sich selbst, Das stellt ein klassisches Beispiel für die Täter-Opfer-Umkehr dar.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Opfer</h3>



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<p>Sie&nbsp;<strong>fühlen sich ohnmächtig und daher auch nicht handlungsfähig</strong>. Damit nehmen sie die Welt als gefährlichen Ort wahr.&nbsp;</p>



<p>Sie&nbsp;<strong>klagen</strong>&nbsp;eher, als eine Lösung zu suchen. Damit&nbsp;<strong>geben</strong>&nbsp;sie die Handlungsmacht und&nbsp;<strong>Verantwortung an die anderen Rollen ab</strong>&nbsp;und hoffen, auf diese Weise die Täter zu besänftigen oder die Unterstützung der Retter zu bekommen.</p>



<p>Weil sie den Handlungsablauf nicht aktiv mitbestimmen, sondern reagieren, fällt es ihnen schwer, die Verantwortung für ihr Nicht-Handeln zu übernehmen.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Retter</h3>



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<p>Menschen, die sich gerne in der Retter-Rolle wiederfinden, bekommen gesellschaftlich die meiste Anerkennung. Sie werden als großzügig und hilfsbereit wahrgenommen.</p>



<p>Sie stellen Nähe her, indem sie in einer Beziehung&nbsp;<strong>mehr geben als nehmen</strong>. Sie stellen aber ein Handlungsgefälle her, wenn sie anderen Menschen die Fähigkeit absprechen, selbst zu denken und zu entscheiden. Damit&nbsp;<strong>werten sie ihr Gegenüber ab</strong>.</p>



<p>Häufig beziehen sie&nbsp;<strong>große Bestätigung dadurch, dass sie anderen helfen</strong>&nbsp;und sich so unverzichtbar fühlen. Sie wollen gebraucht werden und ziehen damit Menschen in der Opferrolle an.</p>



<p>Weil ihr Selbstwert davon abhängt, kann der Drang zum Helfen dazu führen, dass sie mehr beim anderen als bei sich selbst sind und ihre&nbsp;<strong>Selbstfürsorge vernachlässigen</strong>. Manchmal entsteht dann auch die (heimliche) Erwartung auf eine Gegenleistung.</p>



<p>Das Retten kann also manipulativ sein und unterscheidet sich damit von unserem natürlichen Impuls, anderen zu helfen. Weil der Retter seinen Selbstwert über das Helfen stärkt, braucht er ein hilfsbedürftiges Gegenüber.</p>



<p>Ein gesunder Impuls zu helfen hingegen geschieht in Wertschätzung des Gegenübers, nach Absprache und ohne Selbstausbeutung. Mit anderen Worten: in Achtung für die Grenzen von sich selbst und der anderen Person.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Welche Rolle nimmst Du intuitiv ein?</h2>



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<p>Nun hast du mehr über die einzelnen Rollen erfahren. Gibt es eine Rolle, in der du dich häufiger wiederfindest? Mit welcher Rolle steigst du häufig in Beziehungen ein? Was hilft dir, aus der Rolle auszusteigen? Erkennst du vielleicht Unterschiede in verschiedenen Beziehungen?</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Beziehungsdynamik in verschiedenen Maßstäben</h2>



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<p>Nicht nur <strong>zwischen Einzelpersonen</strong> kannst du die Dynamik des Dramadreiecks beobachten. In unserem inneren System wird sie durch die <strong>Beziehung innerer Anteile untereinander</strong> spürbar.&nbsp;</p>



<p><strong>Sie kann sich auch in größerem Maßstab zeigen</strong>. Beispielsweise in Unternehmen, wenn eine gut funktionierende Abteilung die Defizite einer anderen ausgleicht. Es können auch ganze Familienzweige in die Drama-Dynamik eintauchen. Selbst in der globalen Politik ist dieses Phänomen zu beobachten.&nbsp;</p>



<p>Doch Veränderung beginnt bei jeder einzelnen Person. Insofern möchte ich an dieser Stelle allen Menschen meinen herzlichen Dank aussprechen, die sich an die innere Arbeit machen und aus ihren Autopiloten aussteigen wollen.</p>



<p>Jeder einzelne Mensch, der seinen inneren Frieden kultiviert und aus seiner ursprünglichen Kraft statt aus seiner Rolle handelt, deeskaliert auch seine Beziehungen und verändert damit das kollektive Feld.</p>



<p>Das trägt dazu bei, dass weniger psychologische Spiele gespielt und mehr wahrhaftige Begegnungen möglich werden.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Dramadreieck und Trauma</h2>



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<p>Menschen, welche die Folgen ihrer Traumatisierung noch nicht integriert haben, sind häufig schneller aktiviert. Das heißt, sie fühlen sich schneller bedroht und nehmen Äußerungen oder Verhaltensweisen schneller persönlich.&nbsp;</p>



<p>Auch das oft große Bedürfnis nach Sicherheit und liebevoller Zuwendung ist bei vielen Menschen mit Traumahintergrund stark vorhanden. Wird es aufs Gegenüber projiziert und dann nicht erfüllt, können Wut und Enttäuschung die Folge sein.</p>



<p><strong>Wenn die Aktvierung hoch ist, gehen Menschen eher in ihre gewohnten Rollen und sind auch eher damit identifiziert.</strong></p>



<p>Wenn du jedoch&nbsp;die Mechanismen verstehst und lernst, sie frühzeitig zu erkennen, ist es leichter, Rollenkonflikte zu verhindern oder aus dem Drama auszusteigen.</p>



<p>Denn solange alle Beteiligten in ihren Rollen sind, ist eine Lösung des Konfliktes schwierig und  innerhalb der Beziehung manchmal nicht möglich.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Wenn die Rollen wechseln</h2>



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<p>Die Dynamik des Dramadreiecks nimmt Fahrt auf, wenn die Beteiligten die Rollen neu bewerten. Denn die Rollenzuschreibungen werden irgendwann zu eng.</p>



<p>Bleiben wir bei unserem Beispiel. Nach einiger Zeit kann die hilfebedürftige Person (das Opfer) die Hilfsangebote des Retters als einengend oder grenzüberschreitend wahrnehmen. Sie fühlt sich nun nicht mehr befürsorgt, sondern bevormundet – und damit nicht besonders wohl.</p>



<p>Damit wird der Retter in ihren Augen zum Täter und fällt möglicherweise aus allen Wolken, wenn sein Hilfsangebot nicht mehr geschätzt wird und als übergriffig gilt.&nbsp;<strong>Das Opfer wechselt in die Täterrolle</strong>.</p>



<p>Wenn der Retter in die Defensive geht, ist er nun selbst in der Opferrolle. Macht der Retter dem Opfer aber Vorwürfe, wechselt er in die Täterrolle, damit das Opfer wieder in seine ursprüngliche Rolle geht. </p>



<p>Die Rollen können also von einem Moment zum nächsten wechseln, und die gesamte Beziehungsdynamik ändert sich.&nbsp;<strong>Diese Rollenumkehr kann mit heftigen Verletzungen einhergehen.</strong></p>



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<h2 class="wp-block-heading">Das „gute“ Opfer und der „böse“ Retter?</h2>



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<p>Häufig hat das auch damit zu tun, dass das Opfer, wenn es sich gegen den Retter wendet, keine Verantwortung für das eigene Verhalten (Passivität, Nicht-Handeln) übernimmt. Es hat ja nichts getan, aber der Retter hat aus seiner Sicht falsch gehandelt. Das Opfer fühlt sich im Recht, wodurch es sein eigenes Verhalten weder reflektieren noch verändern kann.</p>



<p>Wer das vorwurfsvolle und verletzende Verhalten des Opfers anspricht, wird von ihm häufig als bedrohlich oder gefühllos empfunden. Die Täterenergie in seinem eigenen Verhalten ist dem Menschen in der Opferrolle oft nicht bewusst, denn er fühlt sich ja hilfsbedürftig und bedroht.</p>



<p>Auch wenn es sich nicht so anfühlt: Durch sein Verharren in der Ohnmacht und die passiv-vorwürfliche Haltung bekommt das Opfer große Macht in der Beziehungsdynamik.</p>



<p>Das Aufrechterhalten der Dramadynamik kann damit sehr destruktive Züge annehmen. Wird die Verstrickung nicht aufgelöst, können die Rollen und die Schuldzuweisungen lange Zeit hin und her wechseln – ohne Ausweg. Das kann sehr zermürbend sein.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Rollenwechsel in gewaltvollen Beziehungen</h2>



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<p>Auch in Beziehungen, in denen eine Person zu Wut- oder Gewaltausbrüchen neigt, sind Dramadreieck und Rollenwechsel gut zu beobachten.</p>



<p>Wenn eine Person (verbal oder körperlich) ausrastet, also in die Täterrolle geht, fühlt sie sich danach oft schuldig. Wenn sie bereut, was sie getan hat, löst das beim Opfer oft Hoffnung aus.&nbsp;</p>



<p>Das Opfer glaubt, dass der Täter sich ändert, wenn er (oder sie) nur genug Liebe und Zuwendung von ihm bekommt. So wird das Opfer zum Retter, und dieser wechselt – zumindest zeitweilig – in die Opferrolle.</p>



<p>Das Perfide an diesem Rollenwechsel ist, dass der Täter nicht in die Verantwortung für sein Handeln geht, weil es keine Konsequenzen mit sich bringt.&nbsp;</p>



<p>Und das Opfer muss sich nicht mit dem Schmerz über das Erlebte auseinandersetzen, wenn es zum Retter wird. In der neuen Rolle ist es handlungsfähig– zumindest vorübergehend. Aber geht es auch nicht in die Eigenverantwortung für sein Verharren in der potenziellen Gewaltsituation und nährt sich aus seiner (toxischen) Hoffnung – bis zum nächsten Gewaltausbruch.</p>



<p>Auf diese Weise wird ein leidvoller Kreislauf aufrechterhalten, der mit einer hohen Ladung im Nervensystem einhergeht. Das fühlt sich dann an wie himmelhochjauzend – zu Tode betrübt – aber nie tief entspannt.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Der Weg aus dem Dramadreieck</h2>



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<p>Um die Dramadynamik aufzulösen, müssen <strong>alle Beteiligten ihr Verhalten in den Rollen reflektieren und die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen</strong>.&nbsp;</p>



<p>Denn solange einzelne Beteiligte in ihren Rollen sind, ist eine Lösung des Konfliktes schwierig und innerhalb der Beziehung manchmal unmöglich. Oft sind schmerzhafte Trennungen die Folge.</p>



<p>Wenn du jedoch die Mechanismen verstehst und lernst, sie rechtzeitig zu erkennen, ist es leichter, Rollenkonflikte zu verhindern oder früh aus dem Drama auszusteigen.</p>



<p>Wichtig dabei ist es, einen <strong>inneren Beobachter</strong> zu etablieren und mit einer gewissen Distanz das eigene Verhalten zu reflektieren. Auch die <strong>Emotionsregulation</strong> ist wesentlich, um nicht immer wieder automatisch in die Rollen zu gehen.</p>



<p>Oft ist dazu eine kompetente außenstehende Person sehr hilfreich. Gerade wenn die Situation sehr geladen ist, kann es schwierig werden, ohne <strong>Unterstützung von außen</strong> die Identifikation aufzugeben und aus den Rollen auszusteigen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Wohin sich wenden in der Not?</h2>



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<p>Wenn sich in einer Beziehungsdynamik, gleich ob in der Familie, im Beruf etc. die Beteiligten im Kreis drehen und nicht mehr herausfinden, braucht es eine außenstehende Person (oder mehrere).&nbsp; Sie hört den Personen zu und gibt ihnen Unterstützung, ihr Verhalten innerhalb der Dynamik zu reflektieren und Schritte der Veränderung zu gehen.</p>



<p>Dies können <strong>wertschätzende und mitfühlende Menschen</strong> aus dem näheren oder weiteren Umfeld sein, <strong>die nicht in die Dynamik involviert sind</strong>. Beratende oder therapeutische Angebote werden meist nur dann in Anspruch genommen, wenn diese Art der Unterstützung nicht (ausreichend) verfügbar ist.</p>



<p>Manchmal ist es jedoch schwierig, diese Menschen im eigenen Umfeld zu finden.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Stumme Zeugen</h2>



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<p>Es kann sein, dass Menschen in der näheren Umgebung zwar <strong>um die Drama-Dynamik wissen, aber nicht einschreiten</strong>. Entweder sind sie gleichgültig und wenden sich ab, spielen das Erlebte herunter oder leugnen die Drama-Dynamik und ihre Brisanz.</p>



<p>Hier möchte ich betonen, dass dies nicht aus bösem Willen geschieht. Häufig haben Menschen, die stumme Zeugen werden, selbst eine nicht integrierte Traumageschichte, die mit Erstarrung und Ohnmacht einhergeht.</p>



<p>Dennoch ist ihr Beitrag zur Beziehungs- und Traumadynamik so gravierend, dass ich noch einen ausführlichen Blogartikel über&nbsp;<strong>stumme Zeugen</strong>&nbsp;und die Macht des Schweigens schreiben werde.</p>



<p>Stumme Zeugen können die schweigenden Zuschauer in der U-Bahn sein, die nicht einschreiten, wenn abwertende Kommentare fallen. Auch die Kolleginnen und Vorgesetzten, die bei Mobbing nicht helfen, obwohl sie darum wissen. Oder ein Elternteil wendet sich ab, obwohl er mitbekommt, dass der andere Elternteil emotionale oder körperliche Grenzen des Kindes verletzt.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Der Einfluss der stummen Zeugen</h2>



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<p>Damit wird es für die Opfer schwieriger, ihrem ursprünglichen Bindungsinstinkt zu folgen und sich in der Not an ihre Mitmenschen zu wenden. Das bedeutet, es gibt keine Co-Regulation in einer belastenden Situation. Dadurch wird das Nervensystem stark aktiviert.</p>



<p>Die Täter werden so direkt oder indirekt bestätigt. All das sind Faktoren, die zur Entstehung von Traumafolgen beitragen können.&nbsp;</p>



<p><strong>Die stummen Zeugen sind also nicht direkt in das Drama involviert, tragen aber indirekt zu dessen Erhaltung bei, indem sie den Rahmen dafür halten</strong> – so dass die Dynamik unverändert weitergeht.</p>



<p>Weil sich diese Konstellation besonders auf die Entwicklungs- und Heilungsmöglichkeiten von Kindern auswirkt, werden die stummen Zeugen in der Traumapädagogik als Teil des Systems betrachtet. Lydia Hantke &amp; Hans-Joachim Görges beschreiben dieses Phänomen in ihrem <a href="https://www.be-here-now.eu/selbstfursorge/traumaviereck" target="_blank" rel="noopener">Traumaviereck</a>.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Was gilt es zu lernen?</h2>



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<p>Wie wir gesehen haben, kann es sehr schwierig sein, sich ohne Unterstützung von außen aus der Drama-Dynamik zu befreien. Besonders, wenn die Beteiligten Traumafolgen tragen, haben sie das Gefühl, es geht um Leben und Tod. Das rechtfertigt in ihren Augen den Kampf um die eigene Position.</p>



<p>Was es braucht, ist die Fähigkeit, einen Schritt zurückzutreten und das eigene Handeln zu betrachten, ohne sich von den Handlungsimpulsen vereinnahmen zu lassen. Es gilt auch hier, eine&nbsp;<strong>Pause zwischen Reiz und Reaktion</strong>&nbsp;zu schaffen, die dann andere Handlungsmöglichkeiten eröffnet.</p>



<p>Auch für Therapeuten kann es schwierig werden, in der Arbeit mit einer massiven Täter-Opfer-Dynamik neutral zu bleiben und sich nicht durch Übertragungsphänomene involvieren zu lassen. Hier hilft der Blick von außen in der Supervision, die eigene Neutralität wiederzufinden.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Entwicklungspotenzial für Täter</h3>



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<p>Wenn du eher die Täterrolle einnimmst, gilt es zu lernen, die&nbsp;<strong>Verantwortung für dein Handeln</strong>&nbsp;und damit für deinen Beitrag am Drama&nbsp;<strong>zu übernehmen</strong>.&nbsp;</p>



<p>Wenn du lernst, dem anderen nicht automatisch die Schuld für dein Handeln zu geben, sondern versuchst,&nbsp;<strong>dich einzufühlen</strong>, kann das sehr hilfreich sein. Einen Augenblick innezuhalten und dein Verhalten durch die Augen der anderen Person zu sehen, kann euren Kontakt verändern.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Lernaufgaben für Opfer</h3>



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<p>Wenn du dich häufig in der Opferrolle wiederfindest, ist es wichtig, deinen Anteil an der Dynamik mitzubekommen. Wie handelst du (oder auch nicht) in bestimmten Situationen? Und wo gibst du Verantwortung und Schuld an andere ab?&nbsp;</p>



<p>Hier gilt es,&nbsp;<strong>aus der Passivität ins Handeln zu kommen</strong>&nbsp;und dein Leben zu gestalten, statt auf andere zu reagieren. Dazu gehört auch,&nbsp;<strong>um Unterstützung zu bitten</strong>, wenn du etwas brauchst, anstatt auf Erlösung von außen zu warten.</p>



<p>Du bist nicht schuld an dem, was dir früher widerfahren ist. Doch du bist der einzige Mensch, der jetzt dein Leben führen und gestalten kann – und damit etwas verändert. So gelingt es dir, die&nbsp;<strong>Verantwortung für dein Handeln zu übernehmen</strong>.&nbsp;</p>



<p>Gerade wenn in den frühen Jahren vieles unerfüllt geblieben ist, kann es schwierig sein, die Identifikation mit der Opferrolle aufzugeben – und damit auch das Gefühl, man hätte von der Welt noch etwas zu bekommen.&nbsp;</p>



<p>Das zu erkennen, kann sehr schmerzhaft sein. Doch der Lohn besteht in dem Gefühl von Selbstermächtigung, wenn du dein Leben in die Hand nimmst.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Was Retter lernen können</h3>



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<p>Für Menschen, die sich häufig in der Rolle des Retters finden, gilt es,&nbsp;<strong>mehr bei sich selbst anzukommen.</strong>&nbsp;So können sie ihr&nbsp;<strong>Selbstgefühl und ihren Selbstwert stärken</strong>. Damit eröffnen sich oft andere Wege, Bestätigung und Sinnhaftigkeit zu finden.&nbsp;</p>



<p>Die Frage „Worin finde ich Bestätigung, wenn ich nicht für andere da bin?“ kann helfen, hier Klarheit zu gewinnen. Sie ist auch wichtig für die Selbstfürsorge.</p>



<p>Mit mehr Selbst(wert)gefühl ist es auch nicht mehr so wichtig, gebraucht zu werden. Das nimmt dann den Druck aus ihren Hilfsangeboten. So wird es leichter für sie, die&nbsp;<strong>Grenzen der anderen zu achten</strong>, anstatt sie abzuwerten, damit sie sich mit ihrem Hilfsangebot aufwerten können.</p>



<p>Wenn sie&nbsp;<strong>nachfragen</strong>&nbsp;können,&nbsp;<strong>wo Hilfe gebraucht</strong>&nbsp;wird, und <strong>erst handeln, wenn Bedarf signalisiert wird</strong>, lassen sie ihr Gegenüber auch auf Augenhöhe, was die Dynamik entspannt.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Und die stummen Zeugen?</h3>



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<p>Wenn du dich unwohl fühlst, weil es dir immer wieder misslingt, in schwierigen Situationen einzugreifen, ist es hilfreich, mit deiner inneren Kraft in Kontakt zu kommen. Dann kann du Mut fassen und aus der Erstarrung in eine Handlungsfähigkeit kommen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Den inneren Beobachter stärken</h2>



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<p>Weil alle dieser Rollen emotional sehr geladen sein können, ist es grundsätzlich wichtig, eine neutrale Position oder Meta-Perspektive zu etablieren. Wenn du lernst, deine <strong>Emotionen besser zu regulieren</strong>, fällst du weniger ins gewohnte Rollenverhalten und kannst neue Handlungsspielräume entdecken.&nbsp;</p>



<p>Je besser du bei dir bleiben kannst und aus einer erwachsenen Position heraus handelst, desto weniger Drama-Dynamik kann sich entwickeln.</p>



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<p>Wie du siehst, kann das Dramadreieck helfen, Beziehungsdynamiken in allen Lebensbereichen wahrzunehmen und aus alten Rollen auszusteigen. Vielleicht erkennst du dich in der einen oder anderen Rolle wieder und möchtest etwas verändern, etwas Neues wagen? Dann schau dir gerne meine Angebote an. </p>



<p>Ich stehe dir gerne als neutrale Person zur Verfügung. Wenn du Interesse hast, von mir eine Weile begleitet zu werden, vereinbare ein <a href="https://anyalange.de/kontakt/">kostenloses telefonisches Erstgespräch</a>.</p>



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<p class="has-small-font-size">Bildnachweis<br>Paar im Schweigen nach Streit – &#100;&#101;&#97;&#103;re&#101;z&#49;&#64;depositphot&#111;s&#46;&#99;&#111;&#109;</p>



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  <a class="title post_title" title="Verwundete Heiler – über die eigene Verletzlichkeit im Heilberuf" href="https://anyalange.de/verwundete-heiler/?related_post_from=4725">
        Verwundete Heiler – über die eigene Verletzlichkeit im Heilberuf  </a>

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        Emotionen verkörpern – dosiert fühlen als Heilungsweg  </a>

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    Emotionen verkörpern, also Lebendigkeit im Körper zu spüren, ist ein wesentlicher Schlüssel für Veränderung und die Heilung seelischer Verletzungen. Wenn du fühlen kannst, was in <a class="read-more" href="https://anyalange.de/emotionen-verkoerpern/?related_post_from=5024"> weiterlesen</a>  </p>
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		<title>Emotionen verkörpern – dosiert fühlen als Heilungsweg</title>
		<link>https://anyalange.de/emotionen-verkoerpern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anya Lange]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 22:37:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Emotionen verkörpern, also Lebendigkeit im Körper zu spüren, ist ein wesentlicher Schlüssel für Veränderung und die Heilung seelischer Verletzungen. Wenn du fühlen kannst, was in dir lebendig ist, ohne deinen Emotionen ausgeliefert zu sein oder sie wegzudrücken, setzt das einiges an Kraft frei, die du dann anders in deinem Leben entfalten kannst als bisher. In [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[


<p>Emotionen verkörpern, also Lebendigkeit im Körper zu spüren, ist ein wesentlicher Schlüssel für Veränderung und die Heilung seelischer Verletzungen. Wenn du fühlen kannst, was in dir lebendig ist, ohne deinen Emotionen ausgeliefert zu sein oder sie wegzudrücken, setzt das einiges an Kraft frei, die du dann anders in deinem Leben entfalten kannst als bisher.</p>



<p>In diesem Artikel beschreibe ich die Zusammenhänge von Körper und Psyche im Hinblick auf unsere Fähigkeit, mit Emotionen gut umzugehen. Du erfährst auch, wie es möglich ist, über den Körper deine innere Kapazität für Emotionen zu erweitern.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="1-warum-langsamer-oft-schneller-ist-und-weniger-oft-mehr">Emotionen verkörpern – warum ist das wichtig?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ob wir Emotionen fühlen können, ohne sie abzuwehren oder überflutet zu werden, hat viel mit dem Körper zu tun. Denn Emotionen werden an unseren Körperzuständen innerlich abgelesen. Es besteht eine Zusammenarbeit von Körper und Gehirn, die ich weiter unten genauer erklären werde.&nbsp;</p>



<p>Doch zunächst möchte ich beschreiben, welche Rolle Emotionen in verschiedenen Heilungswegen haben.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Emotionen in der Psychotherapie</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Fast immer ist es ein Leid oder unerträgliches Gefühl, das Menschen in die Therapie bringt. Die Methoden in psychotherapeutischen Verfahren sind sehr unterschiedlich. Dennoch zielen sie meist darauf ab, eine Linderung der Befindlichkeit zu erreichen und einen anderen Umgang mit Emotionen zu finden.&nbsp;</p>



<p>Emotionen sind also ein zentrales Element in der Therapie.</p>



<p>Dabei gibt es einige Verfahren, in denen die Klienten lernen, ihre Gefühlswelt und die inneren und äußeren Zusammenhänge besser zu <strong>verstehen</strong>. Viele der kassenfinanzierten Richtlinienverfahren gehören hierher.</p>



<p>In anderen Methoden, besonders denen der frühen Körperpsychotherapie (Reich, Lowen etc.), geht es vor allem darum, Emotionen <strong>auszudrücken</strong>, um sich davon zu befreien. Diese Verfahren werden <strong>kathartische Verfahren</strong> genannt. Warum diese Methoden oft nicht für Menschen mit frühem Trauma geeignet sind, erkläre ich später.</p>



<p>In einigen, vorwiegend jüngeren Therapieverfahren, lernen die Klienten, Emotionen immer mehr zu <strong>spüren</strong>, ohne davon überflutet zu werden. Hier geht es um <strong>Integration von Emotionen</strong> und Neubewertung von Empfindungen. Dazu ist der Körper sehr wichtig, doch ebenso das Nervensystem.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Emotionen in alten Heilverfahren und spirituellen Traditionen</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Auch in den alten Traditionen geht es häufig um einen besseren Zugang zu Emotionen und ihre Integration.&nbsp;</p>



<p>Viele schamanische Wege arbeiten mit der Rückholung von Seelenanteilen (ins Bewusstsein). Oft waren diese „verlorenen“ Anteile von unerträglichen Emotionen belastet und wurden daher aus dem bewussten Erleben abgespalten. Was also zuvor nicht zugänglich war, wird durch die innere Reise in sicherem Rahmen spürbar und kann danach integriert werden.</p>



<p>Auch in vielen spirituellen Wegen wird Gelassenheit gegenüber der Welt und der eigenen inneren Bewegung gelehrt. Mit anderen Worten: es wird das Stresstoleranzfenster erweitert.</p>



<p>Andere Ansätze bewegen sich überwiegend in der geistigen Welt und betrachten den Körper lediglich als Vehikel für den Geist. Leider kann dieser Weg für manche Menschen dazu führen, dass sie ihre Emotionen noch weiter abspalten, anstatt sie zu integrieren. Zum Thema Spiritualität und Embodiment schreibe ich später noch einen eigenen Artikel.</p>



<p>Doch was genau sind eigentlich Emotionen?</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="2-langsamer-ist-schneller">Was sind Emotionen?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In vielen psychotherapeutischen Richtungen gelten Emotionen als psychische Phänomene. Doch letztlich wirken Gehirn und Körper gemeinsam und beeinflussen sich gegenseitig.</p>



<p>In der Psychosomatik galt lange die Erkenntnis, dass der Körper der Spiegel der Seele ist. Doch wirkt der Körper noch stärker auf die Psyche ein als umgekehrt.</p>



<p>Unsere körperliche Befindlichkeit kann sich massiv auf die Stimmung auswirken. Jeder Mensch, der einmal starke Schmerzen gehabt hat, kennt dieses Phänomen.</p>



<p>Antonio Damasio zufolge entstehen Emotionen im Körper und Gehirn als physiologische Prozesse, die auf der Zellebene (also biochemisch) beginnen. Im Grunde genommen sind Emotionen also <strong>interpretierte Muster von Körperempfindungen</strong>. Der Ursprung der Emotionen liegt also im Leib.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Wie bilden wir Emotionen?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wir alle kennen den Begriff des Bauchgefühls. Doch was hat es damit auf sich?&nbsp;</p>



<p>Die Bildung von Emotionen beginnt mit den Empfindungen im Körper. Also ganz grundsätzlich damit, wo wir uns warm oder kalt, weit oder eng, straff oder schlaff fühlen.</p>



<p>Die Muster der verschiedenen Körperempfindungen werden im Nervensystem interpretiert. Sie werden mit vergangenen ähnlichen Erfahrungen abgeglichen und bewertet. Dann wissen wir, wie wir die Situation einschätzen können und welche Handlungsoptionen wir haben.&nbsp;</p>



<p>Vielleicht spüren wir eine Ausdehnung im Oberkörper und fühlen uns wohl. Dann schauen wir optimistisch auf das, was vor uns liegt. Oder der Oberkörper ist zusammengesackt, und wir trauen uns an diesem Tag wenig zu und sind niedergeschlagen.</p>



<p>Ein Beispiel für das Embodiment von Emotionen ist diese Übung. Nimm dir einen Bleistift und lege ihn quer zwischen deine Zähne. Was passiert mit deiner Stimmung?</p>



<p>Jede Emotion hat eine andere Energieverteilung im Körper. Manche Emotionen gehen mit einem hohen Energieniveau einher, andere mit einem niedrigen.&nbsp;</p>



<p>Je nachdem, wie gut unsere Fähigkeit zur <a href="https://anyalange.de/selbstregulation/">Selbstregulation</a> ist, interpretieren wir z.&nbsp;B. ein hohes Energielevel als freudige Aufregung (Nervenkitzel) oder als Angst</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Wozu dienen Emotionen?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Der Begriff bringt es schon auf den Punkt: Emotion bedeutet, etwas in Bewegung zu bringen.&nbsp;</p>



<p>Emotionen helfen uns in der <strong>Einschätzung von Situationen und geben uns Handlungsoptionen</strong>. Sie drücken aus, wie gut wir unsere Bedürfnisse gerade erfüllt sehen.</p>



<p>Wut beispielsweise setzt Energie frei, mit der wir uns behaupten. Furcht mahnt uns zur Vorsicht, Freude zeigt, dass unsere Bedürfnisse erfüllt sind.</p>



<p>Manchmal fühlen sich Emotionen wie eine innere Gewissheit an. Ob dies tatsächlich immer eine tagesaktuelle Einschätzung ist, sehen wir noch.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Welche Emotionen gibt es?</h2>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Es gibt sehr unterschiedliche Modelle zur Einordnung von Emotionen.</p>



<p>Paul Ekman benannte sieben Basisemotionen, die ihm zufolge in jedem Kulturkreis auftauchen und allgemein wiedererkannt werden: Ärger, Furcht, Ekel, Verachtung, Trauer, Überraschung und Freude. Martin Dornes fügte als achte noch die Scham hinzu, wobei sie meines Erachtens eine Sonderrolle spielt.</p>



<p>Jede dieser Emotionen ist mit einer Handlungsoption und einem Bedürfnis verbunden.</p>



<p>Es gibt weitere ausführliche Modelle mit sekundären Emotionen, die sich aus den Grundemotionen zusammensetzen. Manche dieser Emotionen werden nur in bestimmten kulturellen oder zeitgeschichtlichen Zusammenhängen erlernt. Die Liste der Emotionen kann daher immer weiter verlängert werden.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Sind Emotionen angeboren oder erlernt?</h2>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Als Babys haben wir ein eher überschaubares Repertoire von Ausdrucksmöglichkeiten. Wir spüren, ob unsere Bedürfnisse erfüllt sind oder nicht – und reagieren darauf – mit Lächeln, Unruhe oder Geschrei&nbsp;…</p>



<p>Diese Äußerungen werden dann von unseren Eltern interpretiert, und wir lernen: wenn ich mich so fühle, heißt das freudig oder traurig, ängstlich oder wütend.&nbsp;</p>



<p><strong>Wir gleichen also unsere inneren Empfindungen und Handlungsimpulse mit den Etikettierungen der Eltern oder unseres Kulturkreises ab.</strong>&nbsp;</p>



<p>Die verschiedenen Emotionen werden je nach Familie oder Herkunft unterschiedlich bewertet. <strong>Emotionen sind also nicht per se gut oder schlecht, sondern werden erst durch die soziale Bewertung so empfunden.</strong></p>



<p>Wenn z.&nbsp;B. Menschen in Deutschland trauern, ist das oft ein eher leiser Prozess, der mit Rückzug einhergeht. In Cuba versammeln sich die Frauen und klagen lautstark die ganze Nacht hindurch.&nbsp;</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">„Männliche“ und „weibliche“ Emotionen?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Es gibt auch Untersuchungen darüber, dass Eltern die Gefühle ihrer Kinder häufig nach deren Geschlecht interpretieren. In unserem Kulturkreis wird den Mädchen häufiger gesagt, sie seien traurig. Bei den Jungen wird öfter Wut benannt.</p>



<p>Die Folgen liegen auf der Hand: Frauen haben häufiger Schwierigkeiten, Wut zu spüren. Männern fällt es schwerer, zu erkennen, dass sie traurig sind.&nbsp;</p>



<p>Dies ist aber nicht angeboren, sondern durch die Interpretation der Eltern und des sozialen Umfeldes erlernt.</p>



<p>Genährt wird diese Prägung durch gesellschaftlich überlieferte Erzählungen wie „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, „Jungen weinen nicht“ oder „Wenn du weiter so wild bist, findest du später nie einen Mann“.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Kulturelle Unterschiede</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Außerdem gibt es große kulturelle Unterschiede in der Bedeutung von Emotionen.&nbsp;</p>



<p>Begeisterung beispielsweise kann sich für einen afrikanischen Fußballfan ganz anders anfühlen als für eine französische Chansonsängerin. Beide verwenden dasselbe Wort, fühlen jedoch unterschiedlich.</p>



<p>Ebenso gibt es in jeder Kultur bevorzugte Emotionen. Momentan stehen bei uns Glück, Authentizität und Freiheit hoch im Kurs. Daher streben viele Menschen danach, sich so zu fühlen. Manchmal um den Preis dessen, was sie tatsächlich fühlen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Emotionen unerwünscht sind</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Durch die Wertvorstellungen unserer Bezugspersonen und gesellschaftliche Konventionen wird also bestimmt, welche Emotionen erwünscht sind und welche nicht.&nbsp;</p>



<p>Schnell lernen wir, uns dementsprechend zu verhalten. <strong>Die unerwünschten Emotionen werden unterdrückt und bleiben im Körper gehalten.</strong> Das kann zu vielfältigen körperlichen und psychischen Symptomen führen.</p>



<p>Eine mögliche Folge ist, dass wir bestimmte Situationen und Verhaltensweisen vermeiden, damit die unliebsamen Emotionen nicht in uns wachgerufen werden. Wir beginnen, eine Rolle zu spielen.&nbsp;</p>



<p>Über die Zeit und die Kraft der Gewohnheit verlieren wir dabei die Verbindung mit uns selbst. Das kann ein Gefühl tiefer Entfremdung und Einsamkeit zur Folge haben.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Wie zeigen sich Emotionen?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wir erkennen Emotionen am Gesichtsausdruck, der Körperhaltung, der Bewegung und der Stimme. Also an der Körpersprache.</p>



<p><strong>Wenn es möglich ist, Emotionen vorbehaltlos auszudrücken, sind sie nur für ca. 90 Sekunden im Körper spürbar. Sie verändern sich also permanent.</strong> Die Energie im Körper ist in Bewegung. Die Emotion ist klar im Gesicht und Körper zu lesen.&nbsp;</p>



<p>Dennoch kann sie vom Gegenüber anders interpretiert werden, wenn es eine andere „Emotionskultur“ hat. Die unterschiedlichen Körpersprachen von Hund und Katze sind hier sprichwörtlich.</p>



<p>Wenn wir eine unerwünschte Emotion vermeiden, wird sie in Körper und Mimik „gehalten“. Dann wird sie überlagert durch einen anderen Ausdruck – oder Ausdruckslosigkeit. Nur für winzige Augenblicke zeigt sie sich eventuell dem aufmerksamen Beobachter.</p>



<p>Es kann also sein, dass Menschen, die (abgespaltene) Angst haben, gar nicht ängstlich aussehen, sondern lächeln und freundlich wirken. Nur für den Bruchteil einer Sekunde weiten sich dann die Augen.&nbsp;</p>



<p>Das bekommt das Gegenüber aber oft nicht mit und registriert nur die – vermeintliche – Freundlichkeit. Vielleicht spürt es auch vage, dass etwas nicht übereinstimmt, kann es aber nicht erklären.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-weniger-ist-mehr">Wenn emotionaler Ausdruck fehlt</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Der größte Teil unserer Kommunikation (ca. 85 %) ist also körpersprachlich. Er findet über das – meist unbewusste – Ausdrücken und Ablesen von Mimik, Haltung und Stimme statt.</p>



<p>Wenn Eltern wenig oder keinen emotionalen Ausdruck zeigen, kann das dazu führen, dass sich das Kind nicht gespiegelt fühlt. In der Folge lernt es nicht, seine eigenen Emotionen zu erkennen – und sieht sie später auch nicht in anderen. Diese Gefühlsblindheit nennt man Alexithymie.&nbsp;</p>



<p>Bezugspersonen mit Gefühlsblindheit sind also nicht in der Lage, ihren Kindern ein breites Spektrum von Emotionen zu vermitteln.</p>



<p>Behandlungen mit Botox lähmen einzelne Gesichtsmuskeln und unterbinden damit bestimmte Gesichtsausdrücke. Die Mimik wird flacher. Dies kann die Wahrnehmung der eigenen Emotionen einschränken. Und auch die der Kinder, die in ein ausdrucksarmes Gesicht schauen.</p>



<p>Wir erinnern uns: Es sind die Körperempfindungen, die als Emotion interpretiert werden</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Emotionen erleben – Echtzeit oder Echo?</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Viele Menschen erleben ihre Emotionen als Reaktion auf ein Ereignis oder eine Situation.</p>



<p>Dann denken sie: Weil mir das gerade passiert, fühle ich mich so.&nbsp;</p>



<p>Doch manchmal schimmert die vage Erkenntnis durch, dass diese Gefühle der aktuellen Situation gar nicht angemessen sind.&nbsp;</p>



<p>Emotionen können sich auch ohne aktuellen Anlass zeigen. Dennoch fühlen sie sich sehr real an. Wie kommt das zustande?</p>



<p><strong>Emotionen entstehen nicht durch Interpretation von Ereignissen, sondern von Körperempfindungen</strong>. Das bedeutet, ähnliche körperliche Zustände rufen ähnliche Emotionen hervor. Die werden dann im Nervensystem mit vergangenen Erfahrungen abgeglichen und eingeschätzt.&nbsp;</p>



<p>Wenn nun unerwünschte oder unaushaltbare Emotionen im Körper gehalten und nicht integriert sind, können diese schneller wieder wachgerufen werden. Das heißt, bei einem vergleichsweise harmlosen Ereignis reagieren wir mit der vollen Intensität wie in der ursprünglichen Situation.&nbsp;Was dabei im Nervensystem geschieht, kannst du in meinem Artikel über <a href="https://anyalange.de/stress-trauma-gedaechtnis/">Stress, Trauma und das Gedächtnis</a> nachlesen.</p>



<p>Diese <strong>emotionalen Flashbacks</strong> sind gar nicht so selten. Bei Menschen mit Entwicklungstrauma treten sie sogar sehr häufig auf.&nbsp;Der Begriff stammt aus der Arbeit von Pete Walker.</p>



<p>Sie sind der „Autopilot“, der immer wieder Gefühle von Hilflosigkeit sich selbst gegenüber auslöst und es schwer macht, anders zu handeln. Denn bei starken Emotionen fehlt oft der innere Beobachter als regulierende Instanz.</p>



<p>Und weil wir uns schon immer so gefühlt haben, sind wir zudem mit unserer Standardreaktion identifiziert. Dann heißt es: Ich bin halt so, was die emotionale Reaktion noch verstärkt.</p>



<p>Unser Gehirn projiziert also die Vergangenheit in die Zukunft und leitet daraus die bestmögliche Handlungsoption ab. Das bedeutet: <strong>Die Emotion erleben wir real im Körper, aber sie ist dem heutigen Anlass oft nicht angemessen</strong>.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Wie sehen die Welt durch die Brille unserer Emotionen</h2>



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<p>Wir neigen außerdem dazu, Umweltreize unterschiedlich zu interpretieren, je nachdem, wie wir uns fühlen.&nbsp;</p>



<p>Wenn wir voller Freude sind, haben wir einen wohlwollenden Blick in die Welt. Haben wir Angst, wittern wir eher Gefahr und nehmen unsere Mitmenschen als unfreundlich oder gar bedrohlich wahr. Auch nehmen wir Dinge dann eher persönlich.</p>



<p>Das heißt, es ist wichtig, zu wissen, durch welche emotionale Brille du gerade in die Welt schaust, um eine Situation möglichst tagesaktuell beurteilen zu können.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Welche Brille trägst du, wenn du starke Gefühle hast?</h2>



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<p>Das bedeutet keinesfalls, dass du dein Gefühl nicht ernst nehmen solltest. Schließlich tauchen Emotionen nicht ohne Grund auf und haben eine Botschaft für dich.&nbsp;</p>



<p>Auf bestimmten Ebenen in deiner Innenwelt ergeben sie mit Sicherheit Sinn. Sie wollen bemerkt und gewürdigt werden. Aber sie haben nicht unbedingt eine Verbindung zur Außenwelt.</p>



<p>Ausschließlich auf das eigene Gefühl zu vertrauen, kann auch dazu führen, dass alte Emotionen ungefiltert und in ihrer vollen Wucht ausgedrückt werden. Oft wirkt das in Beziehungen belastend oder gar destruktiv. Besonders wenn wir unser Gegenüber für unsere Emotionen verantwortlich machen, weil wir ja vermeintlich auf eine Situation reagieren und nicht auf unser Bauchgefühl.</p>



<p>Den oft ersehnten authentischen Ausdruck sehe ich vor diesem Hintergrund kritisch. Wahrhaftigkeit braucht in meinen Augen noch eine weitere Komponente – den inneren Beobachter als regulierende Kraft.</p>



<p>Daher ist es hilfreich, eine Realitätsprüfung zu machen und zu <strong>forschen, ob es sich um ein altes oder um ein aktuelles Gefühl handelt</strong>. Also ob die Emotion tatsächlich mit der Situation zusammenhängt oder nicht. Das kann deinen Handlungsspielraum beträchtlich erweitern.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Wie gelingt es, aus starken Emotionen auszusteigen?</h2>



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<p>Damit du nicht von deinen Emotionen übernommen wirst, braucht es einen <strong>Moment des Innehaltens</strong> – die wohlbekannte Pause zwischen Reiz und Reaktion. Dann kannst du dein Empfinden neu bewerten, indem du die aktuellen Informationen einbeziehst.</p>



<p>Das ist allerdings nur möglich, wenn es dir gelingt, nicht komplett in die Emotion hineinzugehen, sondern <strong>am Rand des emotionalen Strudels zu bleiben</strong>. Dann kannst sie im Körper spüren und halten, ohne sie zu unterdrücken oder auszuagieren.</p>



<p>In diesem Moment kannst du auch spüren, ob die Emotion der momentanen Situation entspricht oder ob es ein altes Gefühl ist.&nbsp;</p>



<p>Wenn du nicht komplett von der Emotion erfüllt bist, hast du auch <strong>die Wahl, anders zu handeln</strong> als bisher und neue Strategien auszuprobieren. So kannst du aus dem Autopilotenmodus aussteigen.</p>



<p>Für viele Menschen ist das kein leichtes Unterfangen, da ihr hochreaktives Körpergedächtnis neue Erfahrungen erschwert und immer wieder in die gleichen Erlebensschleifen führt. Das ist für sie selbst und ihre Mitmenschen oft anstrengend.&nbsp;</p>



<p>Dennoch ist es wichtig für den Heilungsprozess, ein Mindestmaß an innerer Stabilität und Präsenz zu entwickeln und den inneren Impulsen weniger ausgeliefert zu sein.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Der Körper als Gefäß für die Emotion</h2>



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<p>Der Körper ist nicht nur der Ort unserer (oft unbewussten) Erinnerungen. Er ist auch der Ort der Heilung.</p>



<p>Damit es möglich wird, mit der emotionalen Ladung präsent zu bleiben, brauchen wir den Körper. Denn dort ist die Energie gespeichert. Wenn wir unser inneres Empfinden immer mehr im Körper ausdehnen und wahrnehmen, kann die eingefrorene Ladung wieder in Fluss kommen.</p>



<p>Dabei geht es keineswegs um Ausagieren der Emotion, sondern um achtsames Spüren und Bezeugen der eigenen Innenwelt.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Dosiert fühlen als Heilungsweg</h2>



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<p>Dabei ist es wichtig, sehr dosiert und in kleinen Schritten vorzugehen, um am Rand unseres Stresstoleranzfensters zu bleiben. Zu viel emotionale Ladung kann überwältigen, zu wenig bringt keine Erweiterung der Kapazität. <strong>Wachstum geschieht am Rand der Komfortzone, nicht mittendrin, aber auch nicht außerhalb davon.</strong></p>



<p>Je mehr es gelingt, die Empfindungen im Körper wirklich achtsam zu erleben und je mehr Ladung wir dabei tolerieren können, desto besser kann die Emotion als Teil des Ganzen integriert werden.&nbsp;</p>



<p>Diese Fähigkeit nennen wir <strong>Containment</strong>. Je mehr wir davon entwickelt haben, desto besser können wir mit unseren Emotionen umgehen. Unser Stresstoleranzfenster vergrößert sich nach und nach.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Was ist emotionale Kapazität?</h2>



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<p>Wenn Menschen ein ausreichendes Containment entwickelt haben, können sie den Fluss der Emotionen im eigenen Körper erlauben. Das nennt man auch <strong>Affekttoleranz</strong>.&nbsp;</p>



<p>Das Gleichgewicht von Emotionen und Containment kannst du dir vorstellen wie Wasser in einem Flussbett.&nbsp;</p>



<p>Ist das Flussbett zu eng, erleben wir unsere Emotionen entweder gar nicht oder als körperliche Symptome. Dieser Zustand ist eher mit Ablenkung und Dissoziation vergleichbar.</p>



<p>Gibt es kein Flussbett, ergießt sich die Energie überallhin und kann nicht gehalten werden. Hier sind die emotionalen Flashbacks und das Erleben von emotionaler Überflutung angesiedelt.</p>



<p>In einem ausreichend weiten Flussbett kann das Wasser ungehindert und dennoch im sicheren Rahmen fließen. Es verfestigt sich nicht in Verspannungen, zerfließt aber auch nicht ins Uferlose.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Integration von Emotionen</h2>



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<p>Mit zunehmender Fähigkeit, unsere Emotionen Stück für Stück wahrzunehmen, machen wir auch die Erfahrung, dass es heute sicher ist, sie zu spüren. Achtsamkeit, Bewegung und Selbstberührung helfen dabei.</p>



<p>Containment ist also eine wichtige Komponente der <strong>Selbstregulation</strong>. Wir lauschen im Hier und Jetzt dem Körper, während er die Geschichte von Dort und Damals erzählt.</p>



<p>Damit kann die frühere Erfahrung der Überwältigung im Nervensystem integriert und abgeschlossen werden. Die alte Verletzung wird nicht dauernd wieder aktiviert und kann heilen.</p>



<p>Mit der Erfahrung, dass es heute sicher ist, Emotionen zu fühlen, entwickeln wir auch mehr Vertrauen in unsere eigenen Kräfte.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Emotionen auszudrücken ist nicht immer heilsam</h2>



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<p>In vielen körpertherapeutischen Methoden, in denen Emotionen ausgedrückt werden (Katharsis), wird mit einer relativ hohen emotionalen Ladung gearbeitet. Dies kann für die Menschen befreiend sein, welche über ein ausreichend großes Stresstoleranzfenster verfügen.</p>



<p>Doch Menschen mit frühen Traumafolgen haben oft diese Kapazität nicht und müssen es erst entwickeln. Wenn das Containment fehlt, kann der Umgang mit starken Emotionen schnell überfluten oder in die Dissoziation führen. Dann besteht die Gefahr einer Retraumatisierung.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Emotionen besser verkörpert werden können</h2>



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<p>Wenn es gelingt, besser mit den eigenen Emotionen präsent zu bleiben, kann sich das auf vielerlei Art positiv auswirken.</p>



<p>Du erlebst <strong>mehr Verbundenheit mit dir selbst</strong>. Das bedeutet auch, dass du dich lebendiger fühlst und dich <strong>authentischer</strong> zeigen kannst. Hier meine ich die <strong>Echtzeit-Emotionen</strong>, nicht das Echo der Vergangenheit.</p>



<p>Du lernst, <strong>alte von aktuellen Gefühlen zu unterscheiden</strong>. Wenn du die alten Gefühle weniger ausagierst, kannst du in Konflikten oft weniger verletzt oder verletzend handeln. <strong>Das wirkt sich positiv auf deine Beziehungen aus</strong>.</p>



<p>Wenn sich mehr Facetten in dir zeigen dürfen und du damit präsent bist, entwickelst du <strong>mehr Toleranz für die Vielfalt</strong> in dir – und auch in anderen Menschen.</p>



<p>Mehr emotionale Kapazität bedeutet auch <strong>weniger inneren Stress</strong>. Das wirkt sich positiv auf die <strong>Qualität deiner Gedanken</strong> aus. Und damit auf deinen (Entdecker-)Geist und deine Kreativität.</p>



<p>Die Fähigkeit, Gegensätzlichkeit auch in unangenehmen Erfahrungen zuzulassen, ist in vielen spirituellen Richtungen ein wesentlicher Bestandteil. <strong>Deine spirituelle Entwicklung bekommt</strong> durch den gelasseneren Umgang mit Emotionen eine solide Basis verkörperter Erfahrung und damit <strong>Bodenhaftung</strong>.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



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<p>Emotionen sind nichts Absolutes, das in uns festgeschrieben ist, sondern werden durch soziale – und später unsere eigene – Interpretation geschaffen. Damit können sie sich aber auch verändern.</p>



<p>Wenn wir unseren Emotionen nicht mehr ausgeliefert sind und der aktuellen Situation gemäß handeln können, eröffnen wir uns neue Erfahrungen, die uns eine bessere Lebensqualität ermöglichen können.</p>



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<p>Wie du siehst, kann es dich in vielen Lebensbereichen weiterbringen, wenn du lernst, deine Emotionen zu verkörpern. In meiner Arbeit nimmt die Entwicklung dieser Fähigkeit einen großen Raum ein. Schau dir gerne meine <a href="https://anyalange.de/angebot/">Angebote</a> dazu an. Wenn du von mir eine Weile begleitet werden möchtest, vereinbare ein <a href="https://anyalange.de/kontakt/">kostenloses telefonisches Erstgespräch</a>.</p>



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<p class="has-medium-font-size"><strong>Lesetipp:</strong></p>



<p>Raja Selvam: Verkörperte Gefühle (The Art of Embodying Emotions)</p>



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<p class="has-small-font-size">Bildnachweis<br>Frau lächelnd und wütend – &#107;o&#110;s&#116;ant&#121;n&#111;v&#64;d&#101;p&#111;&#115;i&#116;&#112;&#104;o&#116;&#111;&#115;&#46;&#99;o&#109;</p>



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